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Chavali

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1

Freitag, 8. April 2011, 10:15

Frühlingslicht

Durch kahle Äste leuchtet Sonne,
diffus noch und noch nicht so warm,
Zweige unbeblättert wiegen sich
im Frühlingswind. Ein Bienenschwarm
schon leise durch die Hasel bricht:
Hellblau ist das Frühlingslicht.

Weißgrau ist der leichte Nebel,
der durch Flur und Felder zieht,
Finken schlagen in den Hagen
ihr liebesleichtes Frühlingslied.
Hier und da schon eine Tulpe
durch die graue Erde bricht:
Hellblau ist das Frühlingslicht.
Nicht was wir erleben, sondern wie wir es empfinden, macht unser Schicksal aus.
(Marie von Ebner-Eschenbach)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Chavali« (14. April 2011, 13:58)


Hans Beislschmidt

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2

Freitag, 8. April 2011, 11:15

Hey Chavali,

schön, nach langer Abwesenheit wieder ein Gedicht von dir zu lesen.
Als Nichtnaturdichter wage ich mich trotzdem an dein Werk.
In S1/Z2 hat mich der Wort-Doppler „noch“ etwas gestört. Ebenso ist für mich schwer vorstellbar, wie ein Bienenschwarm (Z5) durch Gräser brechen soll. Unter „durchbrechen“ stelle ich mir eher ein wuchtiges Tier vor und nicht ein filigranes Insekt wie eine Biene.
Ausgehend von Licht und bricht, habe ich mir die Lichtspiegelung in den Tautropfen vorgestellt und dir als Vorschlag umgestellt.

Zitat

Durch kahle Äste leuchtet Sonne,
diffus noch und noch nicht so warm,
Zweige unbeblättert wiegen sich
im Frühlingswind. Ein Bienenschwarm
schon leise durch die Gräser bricht:
Hellblau ist das Frühlingslicht.

Durch kahle Äste leuchtet Sonne,
ein Bienenschwarm im Wiesen Au.
Zweige unbeblättert wiegen sich
im Frühlingswind. Im Perlentau
das Licht sich auf den Gräsern bricht:
Hellblau ist das Frühlingslicht.



Gruß vom Hans

3

Freitag, 8. April 2011, 20:24

eine wunderschöne frühlingsmelodie lese ich hier, chavali!

sanft, schmeichelnd, nicht zu lieblich, tastend und dennoch unaufhaltsam "eindringlich". sehr schön!

den doppler, den hans bereits bemerkt hat, könnte man leicht ausmerzen, indem man das erste "noch" durch ein "erst" ersetzt. (vorausgesetzt, man sagt das nicht nur in österreich so). mich hat er allerdings nicht sonderlich gestört, möchte ich anmerken. ich bin freund von doppelungen, wenn sie - wie hier - einen rythmus erzeugen, der "eingeht", ohne zu hämmern. (wenn klar ist, was ich meine). ich find das klanglich und von der inhaltlichen stützfunktion her gar nicht übel.


liebe grüße,

keinsilbig

Chavali

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4

Freitag, 15. April 2011, 09:48

Hallo Hans,

deine Einwände bezüglich "Gräser bricht" kann ich verstehen, habe die Gräser auch in Hasel geändert.
Aber das war nicht die Frage, dich störte das "bricht". Nun, natürlich ist es ein wenig reimgeschuldet auf "Licht",
doch der Ausdruck wird ja vielfältig verwendet, z.B. auch wenn ein Sonnenstrahl durch Wolken bricht oder ähnlich ;)

Sehr hübsch ist deine Umstellung der 2. Strophe - aber dann wäre es doch nicht mehr MEIN Text...?
Na, mal sehen, ich tu mich dabei immer mal ein wenig schwer bei der Übernahme.

Hab herzlichen Dank!


Auch dir, liebe keinsilbig,

vielen lieben Dank für deinen lobenden Kommentar :)

Bin froh, dass dich die Dopplung in der 1.Strophe nicht stört, ich hab das absichtlich nämlich so gewählt,
weil es die Aussage unterstützt.



Euch beiden liebe Grüße,
Chavali
Nicht was wir erleben, sondern wie wir es empfinden, macht unser Schicksal aus.
(Marie von Ebner-Eschenbach)