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Joame Plebis

Fortgeschrittener

  • »Joame Plebis« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 475

Wohnort: Wo man mich duldet

Beruf: Strassensänger, der aus Scham nicht singt

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1

Montag, 21. März 2011, 21:51

Allah ist groß

Jetzt reicht es mir allmählich!
Jeden Tag geschieht es, das kann kein Zufall mehr sein.
Wo ich unterwegs Bekannte treffe oder beim Einkaufen im Markt,
überall werde ich verwechselt.
"Grüß Sie Gott!" sagte soeben die Verkäuferin, als ich nur zwei
Semmeln kaufte. Natürlich hat sie 'unabsichtlich' schlecht verstanden,
das merkte ich an der Kassa, als mir drei Stück verrechnet wurden.
Da hat sie aber Glück gehabt, dass sie wirklich drei Stück in das Papiersackerl gab.
Der Preis sowieso stolz mit je 33 Cent, wenn ich das umrechne auf DM oder gar auf
Schilling = ÖS 4,62. Ein Horror! Vielleicht ist noch einer unter Euch, der weiß, wie
ein Semmerl 20 Groschen, später 50 Groschen gekostet hat. Wohin werden wir
mit den Preisen getrieben? Offensichtlich in den Europäischen Wahnsinn.
Zwar betone ich immer wieder, dass ich nur die Ware will und nicht Anteile an der
Fabrik kaufen, doch die jeweiligen Verkäufer/innen lächeln wissend und der Preis
bleibt der gleiche.
So schnell will ich aber auch nicht vom Thema abkommen: vom freundlichen Grüßen!
Meine Gegenwehr in letzter Zeit ist immer nur kurz, wenn jemand sagt "Grüß Sie Gott!"
"Ja,ja, ich weiß" sage ich meistens "Ich schau ihm verdammt ähnlich, aber glauben Sie mir,
ich bin es wirklich nicht." "Meinen Sie, wenn ich es wäre, ich ließe Sie hier ganzen Tag
bei diesem Hungerleiderlohn stehn? Bestimmt nicht! Mir würde sicher etwas besseres einfallen.

Ich habe auch schon andere Reaktionen überlegt, um noch mehr zu verdeutlichen, wie falsch,
besonders in dieser umbruchsartigen Zeit, dieser Gruß mit Gott sein kann.
So könnte ich beispielsweise erwidern "Allah mit Dir!" oder ich werde einfach zurückgrüßen
mit "Buddha sei Dir wohlgesinnt!"
Das wird für jene, die ihr Schicksal in Stein graviert vermuten, nicht viel ändern.
Sie haben die Ruhe durch das Wissen, dass doch alles Bestimmung ist. Da kommt es auf
einen Gruß mehr oder weniger auch nicht an. Ganz im Gegensatz zu mir: wüsste ich,
wir können der Vorbestimmung, diesem Schicksal nicht entrinnen, dann wären schon
meine Schritte viel lockerer. Was änderte dann die Tatsache, mit den Hausschuhen außer
Haus zu gehen, ungekämmt und ungewaschen, sogar ohne Geld. Fröhlich blickte ich meine
Mitmenschen an, könnte die Unwissenden bedauern, die nicht Bescheid wissen um die
Unabänderlichkeit jeder Minute. Wozu en Pickerl für Autobahnen auf meinem PKW,
wozu höflich sein, wo doch jeder weitere Verlauf feststeht?

Ich werde es durchspielen, eines Tages die Kraft haben, demjenigen, der mir zum zweiten Mal
die gleiche nervende Frage stellt, zurückflüstern: "Leck mich am Arsch!" Das wäre beim
Finanzamt auch gut untergebracht. Lässt abolut nicht auf meine Bildung schließen, eher auf
meinen Gemütszustand. Aber was soll schon sein, wenn die Vorsehung fix beschlossene Sache ist.

Das beste daran ist, Bemühungen und Stress gibt es nicht mehr. Wozu auch, es kommt, wie es kommen muß, selbst dann, wenn ich den Ascher samt Glut in den Papierkorb leere. Dass dabei der halbe Wohnblock abbrennt, ist Schicksal. Allah ist groß, er bestimmt.

Hans Beislschmidt

Administrator

Beiträge: 1 149

Wohnort: Saarbrücken

Beruf: selbstständig

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2

Freitag, 25. März 2011, 09:11

Hey Joame,

Wie immer gibt’s es zwei Seiten der Medaille. Beispiel Semmeln: Der Ausgangsstoff, das Mehl nämlich, hat sich nicht wesentlich verteuert. Das kostet beim Dicounter 39 Cent. Der Grund der Preisexplosion sind die Produktionskosten. Hier hat der Bäcker keine andere Chance, als diese „Abgaben“ an die Kunden weiterzugeben. Ein paar Beispiele, wo sich die Kosten verdoppelt, bzw. manchmal verdreifacht haben:

Strom
Gas
Heizung
Müllabfuhr
Wasser/Abwasser
Lohnsteuer
Krankenkasse
Sozialversicherung
Gewerbesteuer
Grundsteuer
MwSt
Berufsgenossenschaft
Handwerkskammer
Industrie und Handelskammer


Dazu kommt noch die Umstellung auf Euro, die vielerorts missbraucht wurde, letztlich aber nur die schwarzen Schafe betrifft. In der Hauptsache hat der Unternehmer keine Chance mehr diese Kostenexplosion abzufedern, außer die Endpreise zu erhöhen.

Das mündet in die Frage nach der Verantwortlichkeit dieses Vorgangs. Es sollte jedem bewusst sein, dass wir in einer neuen Form von Diktatur angekommen sind. Es gibt dort zwar keine Alleinherrscher oder Diktatoren mehr. Nein, heute sind wir in den Klauen von Gremien, Ausschüssen, Verbänden, Konzernen und politischen Arbeitsgruppen. Wer wäre da zu allererst zu nennen?
Als erstes die Monopolisten der Stromkonzerne, gegen die das Kartellamt absolut chancenlos ist.
Weiter die Mineralölkonzerne, die jeden Mullahpups zum Anlass nehmen, um an der Preisschraube zu drehen. Ob Revolution, AKW Unfall, Kriegseinsatz – alles wird zu Geld gemacht via Verteuerung.
Danach folgen die halbstaatlichen Verbände mit Pflichtmitgliedschaft, die ihren Sesselpupsern ein geruhsames, abgesichertes Dasein bescheren. Allen voran IHK und Handwerkskammer. Aber auch die anderen langen kräftig zu: Berufsgenossenschaft, Gema, GEZ Rundfunkgebühren.
Und nicht zu vergessen die Politik. Was hat eine Kommune wie Saarbrücken für gestalterische Möglichkeiten, wenn 71% des Haushalts für soziale Transferleistungen ausgegeben werden müssen? Keine mehr! – richtig – man kann nur noch das Defizit verwalten. Also wird an den Abgaben gedreht. Müllabfuhr aktuell um 30% erhöht, Gewerbesteuer, Grundsteuer ebenso 30%, Verwaltungskosten wie Führerscheine, Personalausweise etc. haben sich verdoppelt. Die Reihe ist endlos: Parkgebühren, Verkehrsstrafen, öffentliche Verpachtungen und und und ....

Das macht deutlich, dass der Mittelstand ausgepresst wird von Monopolisten und keine andere Chance mehr hat, als seine Preise zu erhöhen, will er nicht in der Insolvenz landen.
Das ist der eigentliche Grund, warum die gemeine Semmel so unverschämt teuer geworden ist. Wir werden auf legalem Wege ausgeplündert und können uns kaum wehren.

Das "Grüß Gott" wirkt dabei fast blasphemisch, wäre für mich als Agnostiker aber das kleinere Übel. Wenn’s denn noch Menschen gibt, die daran glauben – will ich ihnen gerne den Gefallen tun.

Lieben Gruß vom Hans

Joame Plebis

Fortgeschrittener

  • »Joame Plebis« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 475

Wohnort: Wo man mich duldet

Beruf: Strassensänger, der aus Scham nicht singt

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3

Dienstag, 29. März 2011, 15:31

Danke Hans, für Deine Ausführungen. :thumbup:
Wer mitten in der Suppe steht, der weiß von diesen Tatsachen, die Du erklärst. Ich habe es aufgegeben, Notizen zu machen und Veränderungen schriftlich festzuhalten; die Fülle ist zu groß. Vereinzelt sind Teuerungen auf 400 und 500 Prozent festzustellen. Der vielgepriesene Warenkorb, der als Basis dient, ist verfälscht, gehört doch zu den Grundausgaben des täglichen Bedarfes bestimmt nicht der Theaterbesuch und die Flugreise. Längst sollte diese Zusammenstellung des Lebensbedarfes eines Durchschnittsbürgers überarbeitet werden. Das ist noch das kleinere Übel. Viel augenfälliger sind für die Aufmerksamen die Selbstbedienungen an allen Ecken und Enden, wo sich nur eine Möglichkeit bietet. Ich wage gar nicht grob zu schätzen, welch hoher Prozentsatz der EU-Kosten hinausgeschmissenes Geld sind und von uns getragen werden müssen; will mich nicht auf 80% oder mehr festlegen.

Mir ging es eigentlich und nur oberflächlich um den so anerzogenen Gruß, der weitverbreitet ist, der schwer jemandem abzugewöhnen ist. Er sollte von einem total unbefangenen Beobachter zumindest als seltsam bemerkt werden. Der Begriff der Blasphemie hat nur Gültigkeit für jene, die glauben, daß es Heiligkeit und einen großen Meister gibt, dem alles Geschaffene in die Schuhe geschoben werden kann.
Als einer, der alles ergründen will und weite Strecken seines Lebens damit beschäftigt war, Erklärungen zu finden, habe ich die größte Vergeudung von Energie und Material der Menschheit erkannt, das auch im Zusammenhang mit einem der größten Verbrechen an Millionen von Menschen steht. Vorsorglicherweise wurden Erkenntnissen und einem Erwachen aus vielen diffusen Gespinsten Riegel per Gesetz vorgeschoben. Somit erübrigt sich jedes weitere Wort, wäre sogar strafbar, denn es könnte ja sein, dem einen oder dem anderen wäre das Höchste seines Glaubens eine schielende Kröte im Ballettkleidchen; das zu beanstanden oder lächerlich zu machen, widerspräche gültigen Gesetzen, wobei dieses Gesetz absurd zu finden hoffentlich nicht verboten ist.

Im Laufe von Jahrtausenden gelang es, wenn auch dürftig und unlogisch, Eklärungen zu finden und diese für alle Eventuealitäten einer Fragestellung auszufeilen. Es wäre durchaus möglich, das Thema anzuschneiden, aber unsicher, es zu Ende führen zu können. Der Vollständigkeit halber müßte es zu viele dazugehörige Themen und Umstände berücksichtigen. Etwas das vergebliche Flehen von ungefähr über fünfzig Millionen Menschen des Weltkrieges, Exorzismus, Wunder, maschinell verrichtete Gebete, Versprechen und Drohungen, Evolution, die Frage nach Zeit und Raum und ob tatsächlich ein oft angenommener 'Urknall' stattfand. Ebenso könnte dabei die Frage auftauchen, ob wir und in einem Mikrokosmos oder in einem Makrokosmos befinden, falls wir überhaupt vorhanden sind.
Ist letztendlich nicht alles sekundär, wo doch das Bewußtsein des Einzelnen für den Betroffenen die vorrangige Realität ist? Da aber drängt sich schon wieder ein neuerer Gedanke fragend auf, ob es tatsächlich Wissens unzähliger Seins gibt oder nur ein einziges Bewußtsein. - Wie viel leichter fällt mir die Antwort, ob ich das vor mir liegende Stück Brot, das inzwischen hart geworden ist, mit einigen Schluck Milch esse oder ob ich es trocken hinunterwürge.

Freundlichen Gruß und Dank! :huh:
Joame

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