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  • »Ringelroth« ist der Autor dieses Themas

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1

Montag, 21. Februar 2011, 15:01

Unne an da Saar

Unne an da Saar
war unsa alda Schbordpladds
uff dämm hann mia Buuwe frieja imma geboldst
- der iss schunn lang nimmee dò

Unne an da Saar
war e alda Bungga
uff dämm sinn mia frieja imma rumgekläddad
- der iss schunn lang nimmee dò

Unne an da Saar
war e grooßi Wies
uff der war és Gras heja wie mia
- die iss schunn lang nimmee dò

Unne an da Saar
dò hann mia unsa Kinndhäät vabrung
die iss schunn lang nimmee dò
- awwa mei Erinnerung an die,
die kummt imma widda

Die Iwwasetzung fir die aus'm Reich:

Unten an der Saar

Unten an der Saar
War unser alter Sportplatz
Auf dem haben wir Buben früher immer gebolzt
- der ist schon lange nicht mehr da

Unten an der Saar
War ein alter Bunker
Auf dem sind wir früher immer herumgeklettert
- der ist schon lange nicht mehr da

Unten an der Saar
War eine große Wiese
Deren Gras war höher als wir
- die ist schon lange nicht mehr da

Unten an der Saar
Da haben wir unsere Kindheit verbracht
Die ist schon lange nicht mehr da
- aber meine Erinnerung an sie
Die kommt immer wieder
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Ich bin ein Ver-Rückter. Aber ich mag mich. 8)

2

Montag, 21. Februar 2011, 19:54

ein schönes, melodiöses stück mundartlicher melancholie, ringelroth,


gefällt mir - als eingefleischtem mundart-freak (und zwar aller arten) - total gut!!! nicht nur der sprache wegen, sondern auch inhaltlich. vergänglich ist nur das, dem wir verweigern erinnert zu werden. ein tröstlicher gedanke, der die realität der vergänglichkeit nicht leugnet. sowas mag ich. und verstanden hab ich alles - auch ohne übersetzung.

wird wohl wieder mal zeit, dass ich ein wiener-mundart-stück einstelle. hast mir guster gemacht... *gg


lieber gruß,

keinsilbig

Joame Plebis

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3

Montag, 21. Februar 2011, 20:21

Host glaubt mia kenna dei sproch nit lesn und woast so liab, host a iwasetzung a dazuagem. Owa i hobs lesn kenna, is jo goa nit schwa. S gheat nua a bissl denkn dazua und daun howi glei gsegn, des is a bissl a traurigs gedicht, mia hots gfoin.
Joame

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4

Montag, 21. Februar 2011, 20:25

freut mich, dass es euch gefallen hat.

Wie heißt es so treffend? Tot ist nur das, was vergessen ist.

Gruß
Ringelroth
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kaktusfeige

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5

Dienstag, 19. Juli 2011, 07:36

morgen ringelroth,

ich ging da grad mal spazieren "unne an da saar".........
muss ein nettes fleckchen gewesen sein - und die erinnerung tut noch ein wenig zuckerstreusel drüber!

ich hätte auch keine übersetzung gebraucht- wenn man über das gehör liest, versteht sich dein text von allein.

ich frage mich manchmal, was es st, das kindheiterinnerungen so bedeutsam macht - möglicherweise liegt es abe ran der größeren offenheit gegenüber allem, das gehirn lässt sich noch von vielem und viel leichter prägen.
wie gut, wenn es dann socle plätzchen des wohlbefindens gibt, die ihre spuren hinterlassen!
das sind dann die stillen paradiese, aus denen uns niemand mehr vertreiben kann. :)

sehr gerne gelsen,
die kaktusfeige

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6

Dienstag, 19. Juli 2011, 17:26

Hallo kaktusfeige,
sicher spielt auch die Sehnsucht nach dieser unbeschwerten Zeit eine Rolle. Wie gerne möchte man sich wenigstens einen Teil dieser Leichtigkeit erhalten haben.
Je stärker die Stürme um uns brausen, um so intensiver werden die Erinnerungen.
Gruß
Ringelroth
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7

Freitag, 2. September 2011, 23:09

ja, die guten alten zeiten der kindheit...
aber sollten wir nicht nach vorn schauen?
vielleicht seh ich das anders, weil meine kindheit grade um die ecke ist mit meinen 24

8

Samstag, 3. September 2011, 11:04

....weil meine kindheit grade um die ecke ist mit meinen 24



ach herrjeh, wie tragisch, sol! ;) 8)


eine gedenkminute für die um die ecke gebrachte (oder ist sie eben nur mal um die ecke gegangen????)

ich hab beim zurückschauen auf das nach-vorne-schauen festgestellt, dass die kindheit stückweise mitgegangen ist - ich habs nur nicht erkannt oder bemerkt. manchmal hab ich sie auch einfach bei einer ecke abgehängt und sie hat mich weiter vorne wieder getroffen.



keinsilbig

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9

Samstag, 3. September 2011, 13:00

Hallo keinsilbig, hallo sol,

das ist ein krasses Bild: da läufst du über die Straße und ein ETWAS, das deine Kindheit ist, läuft neben dir her - und auch noch stückweise 8)
Tja, so isses mit den Erinnerungen - für den einen ein ständiger, diskreter Begleiter mit heiteren Bildern, für den anderen drückende Gewitterwolken.
Kennt ihr den Film "Der seltsame Fall des Benjamin Button"? Brad Pitt ist als Greis plötzlich da und wird täglich jünger - auch keine allzu angenehme Vorstellung, vor allem da seine Umwelt den umgekehrten Weg geht.
Gut, dass schöne Dinge, die vergehen müssen, wenigstens in der Erinnerung weiterleben können.

Gruß
Ringelroth
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10

Freitag, 25. November 2011, 15:29

Lieber Ringelroth.

Langsam habe ich mich durch deine Zeilen gelesen...und immer wieder innegehalten.

Meine Gedanken schweiften zurück in meine Kindheit, an die Turnstange, die eigendlich eine Teppichklopfstange war...an die lauthalts schimpfenden Mütter, die uns dort schonungslos herunterholten, an meinen Blutsbruder Peter den ich so sehr vermisse, an die Trinkhalle, an der wir uns für 5 Pfennig Prickelpit oder Salmiakpastillen kauften..wenn wir denn Geld hatten.

Dein Gedicht gefällt mir sehr. Ich liebe es in die Vergangenheit einzutauchen..zu lesen, zu spüren, welche Gedanken und Gefühle andere mit ihrer Kindheit verbinden.

- der iss schunn lang nimmee dò

das macht mich traurig.

Aber ich habe all diese tollen Sachen erlebt auch wenn sich einiges verändert hat, und ich sehe heute noch meine Turnstange, meinen Blutsbruder - wie wir uns mit einer Scherbe in die Hand geschnitten haben vor mir.

Schön, das wir unsere Erinnerungen haben.

Die Mundart gefällt mir besser, als die Übersetzung..

Danke fürs Lesen, das hat mir viel Freude gemacht.

Marion :)
Versuchungen sollte man nachkommen. Wer weiß ob sie wiederkommen!



Oscar Wilde





© Marion Baccarra

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11

Freitag, 25. November 2011, 16:47

Liebe Marion,
ich freue mich, dass meine Zeilen auch deine glücklichen Erinnerungen hervor gezaubert haben.
Ich wohne heute keine 1000 Meter von der Straße und dem Fluss entfernt, an denen damals unser Spielrevier lag und so höre ich
noch heute, nach über fünfzig Jahren, immer noch die Stimmen, und sehe immer noch die Gesichter meiner Kindheit, wenn ich
mindestens einmal die Woche die Straße entlang fahre.
Es waren ein paar Jahre des Glücks, die nun nur noch im Herzen existieren.
Gruß
Ringelroth
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