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kaktusfeige

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1

Montag, 6. Dezember 2010, 18:19

Wintertag

Über Nacht hat es gefroren -
vierzehn Grade Minus gar!
Welt, wie hast du dich verändert!
Alles scheint mir sonderbar:

Weiß behaucht, mit Eis umsponnen,
Baum und Strauch im Schneekristall,
Licht und Farbe blass zerronnen,
starr, bizarrer Kälteschwall!

Auf den Bäumen hocken Krähen,
warten auf Gelegenheit.
Andre Vögel - kaum zu sehen!
Schrille Rufe klagen, schmähen
alle Not und Bitterkeit.

Und ich hocke vorm Kamine:
Mach mich warm - mich friert hier drin!
Dennoch bin ich froh und dankbar,
weil ich doch im Hause bin.

Mauz, die Katze, hält ihr Schläfchen,
Unbill zieht an ihr vorbei.
Zählt sie Mäuse oder Schäfchen?
Winter ist ihr einerlei.

Lange schau ich aus dem Fenster,
bleibe ohne Worte, stumm.
Draußen gehn die Schneegespenster,
aber auch die Feen um:

Weiß behaucht, mit Eis umsponnen,
wie ein kalter Fiebertraum.
Licht und Farbe blass zerronnen,
alle Zeit und aller Raum.


Wien, 5.Dezember 2010

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »kaktusfeige« (12. Dezember 2010, 22:05)


2

Dienstag, 7. Dezember 2010, 16:40

was für ein zauberhaftes wintergedicht voller klang und schneekristallenem glitzern, kaktusfeige!

ich empfinde allerdings einen kleinen bruch zwischen strophe 1 und dem rest, der viel melodischer, flüssiger und wärmer als erzählgedicht verzaubert, während die strophe 1 mich eher erst in eine erwartungshaltung für etwas humorig-spöttisches versetzte. die ist von der wortwahl her zackiger und etwas schnippisch im tonfall. ich kanns auch nicht besser erklären.

"welt erschien mir sonderbar" fällt da eben auch aus dem rahmen, denn sämtliche anderen strophen gehen flüssig in einem durch und weben einen klangteppich, der einen mitnimmt und einhüllt.

man könnte also sagen: strophe 1 stapelt tief im vergleich zu dem, was der große rest des gedichts dann an erwartung überrascht und überbietet. ob man da vielleicht nochmal etwas bei dieser strophe zaubern könnte? ich fänds schade, wenn dieser bruch bliebe. sie passt so gar nicht zum wirklich wunder-wunderbaren rest (man merkt, wie begeistert ich bin, gell? *gg)....


lieber gruß,

claudia

kaktusfeige

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3

Sonntag, 12. Dezember 2010, 10:06

hallo keinsilbig ,
du scheinst mich aber gut zu kennen - ich bin ganz platt.
tatsächlich - jetzt, wo du es sagst, ist es mir auch aufgefallen: das gedicht "biegt ab"
entstanden ist das so: eigentlich wollte ich eine serie humoristischer wintergedichte schreiben ( sinniger titel: "erster wintetag", "zweiter wintertag" usw...)
dieses sollte die nummer drei werden - aber beim schreiben gings plötzlich ganz woanders hin als geplant!
also hab ich es aus der serie ausgegliedert, gewissermaßen "ausschuss"

offenbar merkt mans dem einstieg noch an, aus welcher richtig ich gedanklich kam. erwischt!
hm, da werde ich also noch ein wenig grübeln müssen....

danke dir jedenfalls für den hinweis.
lg, die kaktusfeige

4

Sonntag, 12. Dezember 2010, 12:46

...
also hab ich es aus der serie ausgegliedert, gewissermaßen "ausschuss"

offenbar merkt mans dem einstieg noch an, aus welcher richtig ich gedanklich kam. erwischt!

wenn der "ausschuss" dermaßen gut ist, macht auch das "erwischt-werden" nicht wirklich was, oder? *schmunzel


ist doch schön, wenn texte mit einem "abbiegen" und man sich führen lässt. nur so entdeckt man neue mögliche ziele.

lieber gruß,

claudia

kaktusfeige

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5

Sonntag, 12. Dezember 2010, 22:04

hallo keinsilbig,

hab die erste strophe soeben abgeändert - ich hoffe, das passt jetzt besser zum übrigen....

mittlerweile waten wir ja wieder durch den matsch und gatsch -
ob sich das noch mal für "weiße weihnachten" ausgeht?

liebe grüße,
die schnupfenfeige

6

Montag, 13. Dezember 2010, 10:59

liebe schnupfenfeige,

ich hoffe, der taschentuch-konsum ist schon wieder im rückgang!

ja, jetzt ist das humorige in der ersten strophe weg und ich finde es sehr fein rund und einheitlich, dein hübsches wintergedicht.

leider - matsch und gatsch. angeblich solls ja schon vor weihnachten wieder etwas kälter werden... mal sehen, ob das timing für den hl.abend passt heuer. wär schön!


lieber gruß,

keinsilbig