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Hans Beislschmidt

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  • »Hans Beislschmidt« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 1 163

Wohnort: Saarbrücken

Beruf: selbstständig

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1

Mittwoch, 9. Juni 2010, 02:33

Scheiß drauf

Scheiß drauf

Scheiß drauf, es hat mich keine Tat gereut,
ich machte nie groß Federlesen.
Das Überleben wurd’ mir eingebleut,
des nachts von harten Straßenbesen.

Weil ich die Wut mit stechend’ Schmerz verband,
ertrug ich Schläge ohne Zucken.
Dadurch das lästig Mitleidfühlen schwand,
das half bei Tische aufzumucken.

Hab’ mehr als einmal draufgehämmert
und danach manche Schuld bezahlt.
Hab im Verschlag den Tag verdämmert,
zerschunden und den Kopf verstrahlt.

Scheiß drauf, ihr müden Besserwisser,
mit Angst vor jedem Hasenfurz.
Steht nur Spalier, ihr Hosenpisser,
die Rente ist mir völlig schnurz.

Essen, Sterben, zwischendurch verdauen,
so habt ihr eure Zeit verlebt.
Mit dumpfen Blick aus Fenstern schauen,
Warum ihr noch am Leben klebt?

Und kommt die Zeit, wo nichts mehr sich bewegt,
versandet all der Lebenssaft.
Nur Mut, die Knarre auf den Tisch gelegt,
gib mir für diesen Schuss die Kraft.

Scheiß drauf ...

2

Mittwoch, 9. Juni 2010, 09:27

ui.

ein bitter-zorniges gedichtlein, das.
aber - wie im text ja thematisiert - voller lebenskraft und -willen. schlimm, wenn man gezwungen ist, sich in solch beengenden umständen zu behaupten und entfalten.

ein text, der weit mehr in die tiefe reicht, als auf den ersten blick ohnehin schon erkennbar ist.
was für ein aufschrei und was für eine trotzige liebeserklärung an das leben-leben.

sehr authentisch kommt das daher. das macht den text auch so besonders eindringlich und zu mehr als bloßem dampf-ablassen.

gern und beeindruckt gelesen. und sicher nicht so bald vergessen.



lieber gruß,

keinsilbig

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