Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: die Kunstfechter . Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

Doro

Fortgeschrittener

  • »Doro« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 298

Wohnort: Burglengenfeld

Beruf: SAP Consultant ABAP Development,aber jetzt im Ruhestand

  • Nachricht senden

1

Samstag, 11. August 2018, 17:40

Anders unterwegs

Die Schritte sind leichter,
die Bewegung fließt.
Es gibt kein Ziel,
das ich verpassen könnte.

Die toten Blätter am Wegrand
sind kein Müll,
und manches Blatt belebt
die graue Winterstarre
mit seiner Leuchtkraft.

Die Tropfen an den Zweigen
zwinkern mir zu:
Auch wir sind nur kurz da
und gehen doch nicht verloren.

Mit nichts zwischen den Lippen
als dem ruhigen Atem
und einem Liedton auf der Zunge
koste ich plötzlich ganz deutlich
den Geschmack des Lebens.


(Anmerkung: als Gegenposition zu "Den Weg gehen" gedacht)

2

Freitag, 17. August 2018, 20:45

Das ist besser als das andere Gedicht. Es erinnert mich an Rilkes Herbst. Da spricht er Gott an, das Gedicht ist ein Gebet, aber es ist bildlich geschrieben und nicht abstrakt. Bei der Gelegenheit: Man kann schon abstrakte Themen bringen, aber welche Vorstellungen soll der Leser damit verbinden? Ich vermute, diese Frage hat Rilke viel Zeit und Mühe gekostet. Es hat sich aber gelohnt. Fällt Dir auf, was Du anders gemacht hast?

Doro

Fortgeschrittener

  • »Doro« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 298

Wohnort: Burglengenfeld

Beruf: SAP Consultant ABAP Development,aber jetzt im Ruhestand

  • Nachricht senden

3

Samstag, 18. August 2018, 12:36

Danke für die positive Rückmeldung. Ich denke, der Text wirkt besser, weil er mehr mit Bildern als mit Gedanken arbeitet. Er transportiert eher Gefühle, die ich während einer Wanderng in Exerzitien auch selbst erlebt habe, statt nur kritische Überlegungen wiederzugeben.

4

Samstag, 18. August 2018, 14:38

Das ist auch mein Eindruck. Ich habe mir oft gedacht, der Unterschied zwischen Prosa und Poesie liegt in der Verwendung von Bildern und Gefühlen. Bei Erzählungen braucht man auch Bilder und Gefühle, aber da zählt mehr die Handlung. Die Figuren müssen etwas sagen und tun, damit die Handlung ans Ende getrieben wird. Eine solche Handlung gibt es bei Gedichten nicht. (Abgesehen von der Balladen, die eine Mischung aus Gedicht und Erzählung ist.)

Ich selbst habe auch mal Gedichte versucht, aber ich neige mehr zu Erzählungen. Du scheinst jedoch auf einem guten Gedicht-Weg zu sein.

Ähnliche Themen