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norbert

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  • »norbert« ist der Autor dieses Themas

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1

Sonntag, 9. Mai 2010, 09:15

Moll singt Dur

Moll singt Dur

Am Dreißigsten Dritten erkannte Herr Moll -
wobei ihm gewaltig die Halsader schwoll:
"Das Leben ist keineswegs so, wie es soll.
Ich führe darüber schon lang Protokoll
und habe die Schnauze nun endgültig voll!

Die Kür tanzten andre, mir blieb die Dressur,
sie buchten fünf Sterne und ich lag im Flur.
Die anderen schwelgen und ich zahl den Zoll,
der Kuchen für die da und Brot für den Proll?
Das Herz läuft mir über vor Kummer und Groll!

Ich war stets korrekt und verantwortungsvoll,
ich fühlte mich weder als Gott noch Apoll
und brauch keinen Urlaub im Südseeatoll.
Doch weil mir der Schaum aus den Mundwinkeln quoll,
zieh ich, Willi Moll, Konsequenzen, jawoll!

Ich bin zwar im Herzen von milder Natur,
von hilfreichem Wesen und keinesfalls stur.
Doch ging ich nun gründlich mit mir in Klausur
und kam subsummierend zu folgendem Schwur:
Ich singe ab heut meine Lieder in Dur!"

Am Freitag, dem Vierzehnten stand in der "Bild":
"Ein Mann, knapp Einssechzig und fuchsteufelswild -
er trug einen Papphelm, ein Schwert und ein Schild -
hat gestern im Park seinen Vorstand gekillt,
zerstückelt, gesalzen, paniert und gegrillt."

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »norbert« (11. Mai 2010, 18:42)


Joame Plebis

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2

Sonntag, 9. Mai 2010, 09:53

Schönen Tag, Norbert!

Deine voll gelungenen Verse habe ich gelesen. Der Anlaß dazu ist bestimmt nicht so humorvoll wie das Gedicht selbst. Ich sehe es als großartigen Beitrag und danke Dir dafür!
^^
Freundlichen Gruß
Joame

3

Dienstag, 11. Mai 2010, 18:37


Ich war stets korrekt und verantwortungsvoll,

ich fühlte mich weder als Gott noch Apoll

und brauch keinen Urlaub im Südseeatoll.

Doch weil mir der Schaum aus den Mundwinkeln quoll,

zieh ich, Willi Moll, Konsequenzen, jawoll!



Ich bin zwar im Herzen von milder Natur,

von hilfreichem Wesen und keinesfalls stur.

Doch ging ich nun gründlich mit mir in Klausur

und kam subsummierend zu folgendem Schwur:

Ich singe ab heut meine Lieder in Dur!"



Am Freitag, dem Vierzehnten stand in der "Bild":

"Ein Mann, knapp Einssechzig und fuchsteufelswild -

er trug einen Papphelm, ein Schwert und ein Schild -

hat gestern im Park seinen Vorstand gekillt,

zerstückelt, gesalzen, paniert und gegrillt."




jede zeile ein hai-lite, durbert!


zum drin suhlen schön!
köstlich köstlich köstlich mit all den wortschätzen und -kreationen da drin.


danke. sehr sehr gut unterhalten und sehr genossen. wortwitz vom feinsten.



begeisterte grüße,

keinsilbig

norbert

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4

Montag, 17. Mai 2010, 13:55

liebe joame und keinsilbig,
ich danke euch für eure positive kritik.
ja, jetzt hat ein vetter von herrn moll ja tatsächlich die gattin eines sk-leiters entführt...
liebe grüße
durbert

Joame Plebis

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5

Mittwoch, 19. Mai 2010, 20:47

Ich bin sogar für eine Auszeichnung in Bronze (vorläufig), kann ja noch Gold werden. :)
Freundlichst
Joame

6

Sonntag, 30. Mai 2010, 14:10

Hallo Norbert,

phantastisch!!! Ich mag deine Verse sehr gerne - schönes Wortmaterial, diese Leichtigkeit beim Lesen, bei der sich schnell ein Schmunzeln einstellt, doch dahinter der wahre, traurige, verbitterte Kern, der einen schließlich schlucken lässt... Herr Moll, der ewig Benachteiligte, von allen getretene Loser, der schließlich zum Befreiungsschlag ausholt und die Rache nimmt, von der er meint, sie stünde ihm zu.
Diese Geschichte wird leider zu oft wahr.

vlg
Elly

norbert

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7

Sonntag, 5. September 2010, 13:52

...ach, der gute moll! erst hamsen in die psychiatrie gebracht und mit pharmaka vollgedröhnt - jetzt lebt er in einem eifeldorf ("betreutes wohnen"), sabbelt noch ein wenig vor sich hin und pflückt gänseblümchen - er macht einen relativ glücklichen und gefestigten eindruck...
liebe grüße
norbert

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