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  • »Rolf Ronck« ist der Autor dieses Themas

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Sonntag, 11. Juni 2017, 11:50

El loco - Das Ende

Das Ende

Toni saß meist ruhig und regungslos in seinem Gefährt und stierte mit seinem gesunden Auge auf die Titten der Mädchen, während er ab und zu am Strohhalm seiner Cola saugte. Anfangs hatte sich Lilli mit ihren Kolleginnen hinter vorgehaltener Hand über Manni, vor allem aber über Toni lustig gemacht.
Mit der Zeit empfanden sie nur noch Mitleid mit ihm, und später beachteten sie ihn gar nicht mehr.
Lilli hoffte, dass Toni weiterhin so brav bleiben würde, wie sie ihn kannte. Sie fand es nun doch beruhigend, dass Manni in ihrer Nähe war, falls ihr Kunde einen Anfall, oder was auch immer, bekäme. Sie kannte sich mit Behinderten nicht aus. Vor allem nach dem Treppensturz hatte ja wohl Tonis Birne ne Menge abbekommen. Und man weiß ja nie, wie einer drauf ist, der nicht mehr alle Ziegel auf’m Dach hat.

Nachdem sie am Freibad vorbei waren, kam hinter Büschen und Bäumen versteckt, das heruntergekommene Gebäude der alten Feuerwache zum Vorschein.
Lilli steuerte den Rollstuhl darauf zu. Die Feuerwache bestand aus einem einstöckigen Häuschen mit einem Flachdach von dem einige Bahnen der Bitumen-Abdeckung herunter hingen. An der maroden Hütte waren zwei Garagen angebaut, in denen früher die Spritzenwagen untergebracht waren. Die Fenster des Hauses waren zum Teil heraus gebrochen und die Scheiben der verbliebenen waren alle zersplittert. Die Eingangstür war nicht mehr vorhanden. Beide Garagen hatten zweiflügelige, verrostete Metalltore, die im Wind quietschend hin und her schaukelten.
Lilli ließ den Rollstuhl stehen und schaute vorsichtig in das Haus und dann in die Garagen hinein.
Sie entschied, ihre Arbeit im Haus zu verrichten. Sie ging zum Rollstuhl zurück und bemerkte Manni, der sich nur halbherzig hinter einem Baum in Deckung hielt. Sie zeigte mit einer Kopfbewegung, wohin sie Toni bringen wollte. Manni nickte.
Inzwischen rutschte Toni unruhig in seinem Stuhl hin und her und forderte grunzend eine Erklärung.
„Ja, Schätzchen“, sagte Lilli und es sollte beruhigend klingen. „Wir gehen ins Haus und dort erkläre ich dir alles.“
Dort angekommen schaute sie in beide Räume und entschied sich für den, in dem es am hellsten war.
„So, Toni“, sagte sie und ging vor dem Rollstuhl in die Knie. Toni hatte keinen Schimmer, was das ganze werden sollte. Sein intaktes Auge glotzte lüstern in Lillis Auslage.
Wäre ich gesund, dachte er, wärst du genau das, was ich jetzt brauche.

„Ich bin die Lilli und der Manni hat mich engagiert, dir als Wiedergutmachung für deinen Unfall an der U-Bahn-Treppe, einen zu blasen“, sagte sie frei raus und gegen die Abmachung.
Manni stand draußen und hörte jedes Wort. Er verzog das Gesicht und ballte vor Zorn eine Faust. Als Lilli an Tonis Hose herumfuchtelte, begann der mit beiden Gipsarmen sie davon abzuhalten. Jetzt wurde Lilli wütend:
„Hör mal, du solltest damit aufhören und ruhig bleiben. Einer geschenkten Stute, macht man keine Schnute.“
Sie drückte seine schwachen Hände weg und versuchte, die jetzt offene Hose herunter zu ziehen. Aber als sie die Windel erblickte, wich sie mit einem Aufschrei zurück und rief: „Manni, komm sofort her!“
„Scheiße!“ plärrte Manni und kam aus seiner Deckung.
Toni hatte es vor lauter Aufregung fast geschafft das rechte Auge etwas zu öffnen.
Was er sah, beruhigte ihn keineswegs. Manni kam um den Rollstuhl herum und guckte Lilli achselzuckend an: „Was is?“
„Du hast mir nicht gesagt, dass er eine Windel anhat“, fauchte Lilli und zeigte mit ausgestrecktem Arm auf Tonis Verpackung.
„Am liebsten würde ich jetzt verschwinden“, schob sie nach.
„Ich zieh ihm das Ding aus, und du tust deine Arbeit“, sagte Manni barsch.
„Moment!“ protestierte Lilli und zog das o bedrohlich in die Länge. „Du ziehst das Ding aus und dann wäschst du zuerst seinen Schwanz, bevor ich den auch nur anfasse!“
„Wie, verdammt noch mal, soll ich ihn waschen? Siehst du hier ein Bad?“
„Entweder du tust es jetzt sofort, oder ich rufe Reiner an und lasse mich abholen. Und ich weiß nicht, ob er dann gute Laune mitbringt.“
Dabei schlug sie mit der Faust in die hohle Hand, damit Manni begriff, was es bedeutete, wenn Reiner schlechte Laune hatte.

Manni drehte sich ohne ein Wort, aber mit hochrotem Kopf um und stapfte ins Freie. Vor der Tür blieb er kurz stehen und dachte nach. Dann ging er in die erste Garage, danach in die zweite. Dort kam er mit einem alten Plastikeimer wieder heraus. Lilli trat ebenfalls aus dem Haus und zündete sich ein Rillo an.
Tonis Rollstuhl stand mit der Rückseite zur Türöffnung und so sah Toni nur den abgeblätterten Putz der Wände und einen daran angelehnten Fensterrahmen, in dessen porösem Kitt noch ein paar Scheibenreste steckten. Zu seiner eigenen Verblüffung war er während des Streites der beiden ganz ruhig geworden. Was Lilli sagte, klang doch recht verlockend, dachte er. Die Aussicht, dass er mit professioneller Unterstützung nach so langer Zeit wieder einmal abspritzen konnte, löste ein nahezu euphorisches Gefühl in ihm aus. Der kleine Toni in der Windel begann, ganz zart und vorsichtig den Kopf zu recken.

Manni ging mit steinerner Miene an Lilli vorbei zum Zaun, der das Schwimmbad vom alten Feuerwehrgelände trennte. Er musste nicht lange suchen, dann hatte er ein Loch gefunden, durch das er schlüpfen konnte, um an die Duschen am Beckenrand zu gelangen. Ohne sich um die Badegäste zu kümmern, füllte er den Eimer, nachdem er ihn ein paar Mal ausgeschwenkt hatte.
Lilli stand noch vor der Tür, als er zurückkam. Wortlos ging Manni um sie herum ins Haus zu Toni. Der schaute Manni an und dann den Eimer und wollte sagen, dass Lilli ihn waschen soll. Aber Manni verstand nur den Namen Lilli.
„Lilli“, rief er. „Toni ruft nach dir.“
„Ja, klar“, raunzte Lilli mit schiefem Grinsen. „Und Putin ist dein Vater.“
Sie stellte sich neben Manni und sah mit gerümpfter Nase zu, wie er Toni die Hose runter zog und ihm die Windel abnahm. Der kleine Toni zog sich sofort zurück und der große Toni sagte wieder: “Lilli“. So deutlich, dass es diesmal keine Zweifel gab.
Manni schaute sie an und hob fragend die Brauen. Lilli rollte mit den Augen.
„Hast du einen Lappen?“ fragte sie an Manni gewandt.
„Moment“, antwortete der erleichtert. „Hier“, damit zog er ein großes weißes Taschentuch, das fein säuberlich gebügelt und gefaltet war, aus seiner Hosentasche.
Lilli kniete sich wieder vor den Rollstuhl und tauchte das Taschentuch in den Eimer. Mit spitzen Fingern hob sie Tonis Toni in die Höhe und begann zögernd mit der Reinigung.
War el loco anfangs noch skeptisch, so genoss er zunehmend die Behandlung, schloss das offene Auge und lehnte sich mit leisem Grunzen zurück.
Dass es ihm gut tat, merkte zunächst Lilli, in deren Hand sich ein fester Stab gebildet hatte. Lächelnd schaute sie zu Manni hoch, der ebenfalls übers ganze Gesicht grinste. Und dann geschah es. Mit einem tierischen Stöhnen aus Tonis tiefstem Inneren, schoss eine geballte Ladung aus seinen Lenden, die zum großen Teil auf Lillis erdbeerfarbenem Rock landete. Noch während der Schuss im Anflug war, sprang sie geistesgegenwärtig auf. Wahrscheinlich weil der Rock neu, und schweineteuer war.
Durch ihren unkontrollierten Sprung rückwärts kam sie ins Stolpern und fiel unglückseligerweise in den abgestellten Fensterrahmen mit den Scherben. Dabei war ein Geräusch zu hören, als stieße jemand mit einem scharfen Messer in einen Kohlkopf.

Toni bekam davon nichts mit. Er hielt die Augen geschlossen und schnaubte wie ein Rennpferd nach dem Zieleinlauf. Aber Manni war das Geräusch aufgefallen und er schaute erschrocken nach Lilli, die reglos auf dem Rücken lag. Ein Stückchen unter ihrer linken Brust schaute, von Blut umgeben, die Spitze einer Glasscherbe aus der Bluse heraus. Die Scherbe hatte ihren zarten Körper vollständig durchbohrt. Sie war sofort tot. Was Manni mit einem geübten Griff an ihre Halsschlagader erkannte. Er atmete mehrmals tief durch, um sich von dem Schock zu erholen.

Toni, dessen Ausnahmezustand langsam zu Ende ging, öffnete ein Auge, und er hatte die Situation schnell erkannt. Jedenfalls sagte das seine Gesichtsfarbe, die von schweinchenrosa auf käseweiß drehte. Ein Zittern durchlief seinen geschundenen Körper und er schien total außer sich zu sein. Sein Anblick war in diesem Moment ziemlich lächerlich. Das lag größtenteils an der heruntergezogenen Hose und dem tropfenden Schniedel.
Manni stierte entrückt zu der auch im Tode noch immer wunderschönen Lilli hinunter und ihm war nicht entgangen, dass sich beim Sturz eine Brust zur Hälfte aus der Bluse geschoben hatte. Unwillkürlich leckte er sich die Lippen. Das Bild weiter unten brachte ihn dann vollends aus der Bahn. Lillis Rock war über ihre Oberschenkel hinaus hoch gerutscht. Ohne Höschen, und mit leicht angewinkelten Beinen, hatte sie selbst in ihrem endgültigen Zustand noch eine magische Wirkung auf Mannis Schwanz. So angetörnt vergaß er völlig, dass Toni hinter ihm im Rollstuhl alles mit ansehen konnte. Letztlich war es ihm auch egal. Er musste die Gelegenheit nutzen. Niemand würde ihn davon abhalten können. Also löste Manni seinen Steifen aus der engen Hose und nutzte die Wehrlosigkeit Lillis aus, bis er sich mit einem Schrei in ihre leblose Muschi ergoss.

Toni, war von den Ereignissen der letzten Minuten dermaßen gebeutelt, dass sich sein Magen beim Anblick von Mannis Ritt auf der noch warmen Leiche umdrehte, und er sich sein Hemd und seinen nackten Schoß vollkotzte.
Während Manni mit seinen letzten Stößen den leblosen Körper Lillis zum Schwingen brachte, blieb Toni ein Stück hoch gewürgte, ungarische Salami vom Frühstück im Hals stecken, was ihm das Atmen unmöglich machte.
Und mit Mannis finalem Erlösungsschrei, hatte Toni „el loco“ Hacker röchelnd und von der Welt völlig unbemerkt sein kurzes, bedeutungsloses Leben ausgehaucht.
Die Spuren, die er hinterließ, waren nur winzige Schmutzflecken auf dem Teppich des Lebens.
http://www.lulu.com/spotlight/tetracolor
Ich bin ein Ver-Rückter. Aber ich mag mich. 8)