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  • »Rolf Ronck« ist der Autor dieses Themas

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Dienstag, 6. Juni 2017, 15:46

El loco - 4. Teil

Teil 4
Verdammt, dachte er, sie hat kein Höschen an, und er legte seine Hand auf den warmen Sitz. Mit wackelndem Hinterteil verschwand Lilli aus der Tür.
Manni steckte seinen leeren Geldbeutel ein, sagte: „Tschüss“ und lief ihr hinterher um zu fragen, ob sie morgen um die gleiche Zeit wieder hier wäre.
„Kann sein“, lächelte sie. „Bring Kleingeld mit.“
„Gut, dann bis morgen“, sagte Manni und ging in die andere Richtung nach Hause.

Trotz, oder wegen seiner erst fünfundzwanzig Lenze war sich Manni nicht sicher, in welche Richtung seine sexuellen Neigungen tendierten. Manchmal bekam er auch bei Männern Schmetterlinge in den Bauch. Speziell bei solchen, die eher weibliche Gesichtszüge hatten und eine feminine Ausstrahlung besaßen.
Bei Lilli verhielt sich seine Libido bisher neutral. Gut, wenn sie ernsthaft gewollt hätte, hätte er sich nicht widersetzt, aber sie löste keine vermehrte Durchblutung bei ihm aus. Trotzdem, die Vorstellung, dass während ihres Gespräches ihre Muschi unmittelbaren Kontakt mit dem Lederbezug hatte, bewirkte den Ablauf einiger wilder Fantasien in Mannis Schädel.

Am Tag darauf ging Manni schon früh am Morgen zur Bank und plünderte sein Sparbuch. Danach ging er in die Videothek und lieh sich ein paar Filme aus, um die Zeit bis zum Nachmittag zu überbrücken.
Um Punkt sechzehn Uhr stand er wieder im „RuckZuck“ und bestellte einen Wodka und eine Flasche Bier. Reiner atmete tief durch und baute seine hundertzehn Kilo auf einsneunzig Körpergröße beeindruckend hinter der Theke auf, und machte mit Daumen und Zeigefinger klar, dass er zuerst Geld sehen wollte. Manni öffnete seine Geldbörse und legte einen Zwanziger auf die Theke.
Ohne ein Wort zu sagen knallte der Wirt seine Pranke auf das Papier und ließ es in der Kasse verschwinden. Danach bekam Manni, was er bestellt hatte. Diesmal war das Bier sogar gut gekühlt. Er überlegte, ob er Reiner jemals hatte reden hören. Komisch, dachte er, ein Wirt, der stumm ist. Ich werde Lilli bei Gelegenheit fragen, ob das nur eine Masche von Reiner ist, oder ob der wirklich nicht sprechen kann.

Lilli war noch nicht da, und Manni nutzte die Gelegenheit, um sich Mut anzutrinken. Denn den brauchte er, um Lilli von dem Plan zu überzeugen, den er sich in der vergangenen Nacht in allen Details ausgedacht hatte.
Nach zwei weiteren Wodka und Bier, kam seine Partnerin in spe zur Tür herein.
An diesem Tag trug sie eine knallenge Jeans, bei deren Anblick sich jeder vernünftige Mensch fragen musste, wie sie da wohl reingekommen ist und sie auch noch zubekommen hatte. Dazu trug sie ein knallrotes T-Shirt mit einem Ausschnitt, der Sünde hieß. Der Baumwollstoff lag wie eine zweite Haut um ihre Kugeln, die bei jedem Schritt unter dem Stoff hin und her und gleichzeitig rauf und runter zu schwingen schienen. Manni orderte für sie einen Bailey und für sich einen Wodka. Mit beiden Gläsern in der Hand forderte er Lilli auf, sich mit ihm an einen der kleinen Tische zu setzen, die der Theke gegenüber an der Wand standen.
„Was gibt’s so geheimnisvolles, Schätzchen?“, flötete Lilli und zündete sich ein Rillo an.
Manni kippte den Wodka runter und legte los: „Ich hab mir alles genau überlegt.
Du klingelst bei Toni und sagst, die Sozialstation schickt dich, damit du Toni in seinem Rollstuhl spazieren fahren kannst.“
Lilli verzog das hübsche Gesicht und schüttelte ihre blondierte Mähne.
Sie tippte sich an die Stirn: „Du spinnst wohl. Zuerst willst du, dass ich ihm einen blase und jetzt soll ich ihn spazieren fahren. Ich bin nicht seine Krankenschwester. Vergiss es!“ Damit kippte sie den Bailey hinunter.
„Hör dir doch bitte erst meinen Plan an. Ablehnen kannst du hinterher immer noch.“
Manni hob einen Arm und deutete Reiner, dass er noch zwei Getränke machen sollte.

Lilli blies ihm eine Rauchwolke ins Gesicht und raunte missmutig: „Schieß los.“
Manni atmete tief ein: „Du holst ihn zum Spaziergang ab und schiebst ihn am Schwimmbad vorbei zu dem alten Feuerwehrgebäude. Das ist so mit Sträuchern und Bäumen von der Außenwelt abgeschirmt, da sieht uns keiner. Ich pass auf, dass die Luft rein ist und du... du machst das dann. Du weißt schon. Dann fährst du ihn langsam wieder nach Hause und das war’s.“
Er beugte sich zu ihr rüber und schaute sie mit großen Augen erwartungsvoll an.
Trotz anfänglicher Skepsis, bekam Lillis altersloses Püppchengesicht weiche Züge. Amüsiert zog sie an ihrem Rillo und sagte: „Der Spaß kostet dich was. Das weißt du. Und zwar im Voraus.“
Erleichtert ließ sich Manni zurückfallen. „Ich geb' dir hundertfuffzig. Das ist alles, was ich habe.“
„Wann?“ fragte Lilli.
„Wann, was?“ fragte Manni.
„Wann ich ihn schieben soll“, erklärte Lilli und rollte mit den Augen.
„Ach so“, sagte Manni. „Am besten gleich morgen.“
„Hast du die Mäuse dabei?“
„Ja, klar“, antwortete Manni und griff nach seinem Portemonnaie.
Lilli hielt ihm ihre offene Hand hin und schaute gleichgültig zu, wie er das Geld abzählte.
„Ich hab ihn immer um neun abgeholt. Klappt das bei dir?“ wollte Manni wissen.
„Wenn du mir die genaue Adresse gibst, bin ich pünktlich da“, erwiderte Lilli.
Manni gab Reiner eine neue Bestellung auf und zog aus der Brusttasche seines Hemdes einen Zettel.
„Hier“, sagte er und reichte Lilli das Papier. „Da steht die Adresse drauf. Ich bin auf der gegenüberliegenden Straßenseite hinter der Litfaßsäule. Ich gehe hinter euch her, damit Toni mich nicht zu früh sieht, sonst macht er vielleicht Ärger.“
„Das ist dein Problem“, sagte Lilli kalt. „Du musst ja nicht dabei sein. Wenn’s Ärger gibt, bin ich draußen und dein Geld ist weg. Klar?“
„Klar“, bestätigte Manni. Doch ganz wohl war ihm bei der Sache nicht.

Er hatte sich schon überlegt, sich so lange nicht blicken zu lassen, bis Lilli mit allem fertig war. Oder Toni erst kurz vor der Haustür, wenn Lilli ihn wieder zu Hause abgab, darüber aufzuklären, wem er die heißen Lippen zu verdanken hatte.
Lilli verstaute die Scheine in ihrer winzigen Handtasche. Dann stand sie auf, und beugte sich dabei unnötig tief über den Tisch. Bei Manni bewirkte diese Körperhaltung einen starren Blick, sodass ihre Kugeln über Mannis Augen direkt mit seinen Eiern zu spielen begannen.
„Bis morgen“, hauchte Lilli. Nachdem sie mit Reiner ein paar Worte gewechselt hatte, verließ sie das Lokal. Mit einem blöden Grinsen im Gesicht schaute ihr Manni hinterher. Die Bewegungen ihrer Pobacken beim Gehen, zündeten ein kleines Feuerwerk schmutziger Fantasien in seinem Kopf. Je öfter er Lilli sah, desto sympathischer wurde sie ihm.
Der nächste Morgen kam, und Manni stand schon um halb neun hinter der Litfaßsäule gegenüber Hackers Haustür. Er war nervös und kaute auf seinen Fingernägeln herum. Zweifel plagten ihn, ob das alles so richtig war, was er da angeleiert hatte. Was würde er tun, wenn Lilli nicht erschien und später behauptete, niemals Geld von ihm bekommen zu haben? Eine Frage, auf die er keine überzeugende Antwort wusste. Jetzt konnte er sowieso nichts mehr tun, als abwarten. Er schaute auf seine Armbanduhr. Noch zwei Minuten bis neun. Die Straße lag außerhalb des Stadtzentrums und es herrschte kaum Verkehr.
Drei Fußgänger waren auf der anderen Seite unterwegs. Zwei ältere Frauen kamen aus der Bäckerei, die drei Häuser von Hackers entfernt war und gingen in Richtung Stadtmitte. Ein Junge mit Schulranzen auf dem Rücken trottete gedankenverloren auf dem Bürgersteig. Er blieb vor der Bäckerei stehen und schaute sich die Auslage an.
Mannis Gedanken schweiften ab: Beginnt sein Unterricht später, oder hat der Kleine nur keinen Bock zur Schule zu gehen?
Da fiel ihm ein hellblauer Kleinwagen auf, der in eine Parklücke gelenkt wurde. Gott sei Dank, Sie kommt. Lilli verschloss die Autotür und schaute auf den Zettel in ihrer Hand. Ihre Augen suchten die Häuser nach der richtigen Hausnummer ab. Dann setzte sie sich in Bewegung. Als sie gegenüber der Reklamesäule war, schaute sie rüber und winkte kurz. Manni hatte seinen Kopf hervorgestreckt, damit sie ihn sehen konnte. Jetzt wird es spannend, sagte er sich und nahm die Haustür ins Visier.
Nachdem Lilli geklingelt hatte, erschien Tonis Mutter im Türrahmen. Manni konnte nicht verstehen, was die beiden redeten, aber zunächst sah es so aus, als würde die alte Hacker Schwierigkeiten machen. Doch Lilli schien überzeugende Argumente zu haben, denn nach einer endlos scheinenden Zeit verschwanden beide Frauen im Haus.
Fünf Minuten lang tat sich gar nichts. Manni schob einen Kaugummi zwischen die Zähne und vergaß völlig seine Deckung, als er hin und her wanderte.
Beim nächsten Blick auf Hackers Domizil, sah er, wie Toni mit seinem Rollstuhl aus der Tür bugsierte wurde. Schnell verschwand Manni hinter der bunten Werberolle. Lilli machte sich mit Toni auf den Weg, und Frau Hacker sah den beiden hinterher. Als sie endlich im Haus verschwunden war, löste sich Manni aus seiner Deckung und nahm in angemessenem Abstand die Verfolgung auf.
Lilli hatte sich auf dem etwa zwei Kilometer langen Weg mehrmals umgedreht und vergewissert, dass Manni noch da war. Sie kannte Toni nur von seinen Besuchen im RuckZuck, und dort hatte sie nie ein Wort mit ihm gewechselt.
http://www.lulu.com/spotlight/tetracolor
Ich bin ein Ver-Rückter. Aber ich mag mich. 8)