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Freitag, 23. September 2016, 20:51

Gifte des Fortschritts

Das Leben ist wie eine Partie Bagammon, eine Mischung aus Können und Glück. Man lässt Würfel sprechen und Steine wandern. Ist der Lauf vom Start zum Ende hin ein Abenteuer oder doch eher eine Gefahr? Der eigene Stein kann schlagen oder geschlagen werden. Wie die Frage beantworten? Kommt darauf an, wie man selbst tickt. Manche glauben sogar, das Bagammon-Spiel an sich sei ein Wahnsinn. Wer spielt schon, um zu verlieren? Wer lebt schon, um zu sterben? Keiner will das – und doch tut es jeder. Wer wird auch gefragt? Man wird geboren und muss laufen; beim Backgammon hat man eine Grundstellung, in der die Steine platziert sind, und muss sein Geschick beweisen. Hat man eine Wahl? Kommt drauf an, was man darunter zu verstehen beabsichtigt. Man hat nicht die Wahl in dem Sinne, dass man sich das Spiel aussuchen und neue Regeln setzen kann. Es gibt nur das eine Spiel und es hat seine Regeln, die man akzeptieren muss. Wie auch im richtigen Leben ist man auf sein Glück und Können angewiesen. Gute Noten ebnen einem den Weg ganz hinauf, jedoch eine Garantie ist das nicht. Ebenso wie Beziehungen oder Geld oder skrupellose Gewalt. Da mag sich jeder strecken, wie er kann. Es gibt immer einen, der schneller und besser ist. Leben ist Kampf, das wusste schon der griechische Philosoph Heraklit vor Tausenden von Jahren. Was hat sich seither verändert? Die Einstellung, man könne daran etwas ändern! Sei es, indem man von gesellschaftlicher Revolution träumt, sei es, indem man in den Genstrukturen von Menschen eingreift, etwa als Embryo. Das klingt nach: Wir können nichts tun, also tun wir irgendwas! Dem Glauben an den Fortschritt wird die Natur geopfert und Giften ausgesetzt, die sie kaum wird heil überstehen können. Ach, der Mensch schadet sich und seiner Umwelt, so gut er nur kann. Was ist der Mensch? Er ist ein Virus, der andere und sich zerstört. Es scheint in unserem Mark zu liegen, dass wir über unsere Verhältnisse leben und andere mit in die eigene Vernichtung ziehen. Wahn, Eitelkeit und Illusionen schrecken uns nicht ab, sondern ziehen uns an. Fast könnte man glauben, sie seien Magneten und wir nur Späne. Glück und Können ändern nichts am Ausgang der Partie, sie erlauben nur jedem, sein eigenes Ende mitzubestimmen.

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