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1

Dienstag, 9. März 2010, 16:59

aufbruch

auf bricht nach langem frost die kruste.
an bricht nun frühling und was ruhen musste
unter dem bruch des laubs vom letzten jahre,
bricht auf mit ihm, bricht aus der winterstarre.





.keinsilbig ´ 10

Hans

Fortgeschrittener

Beiträge: 475

Wohnort: Wo man mich duldet

Beruf: Strassensänger, der aus Scham nicht singt

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2

Donnerstag, 11. März 2010, 11:06

Hallo, kleinsilbig!

Kurz und aussagekräftig sehe ich gelungene Worte.
Bewußt mit fünf Bruch-Wörtern versehen, die das Zerprengen des Eises verdeutlichen.
Ich neigte nicht dazu, in diesen wenigen Zeilen das 'bricht' so oft zu verwenden, was kein Fehler ist, nur die Möglichkeit einer Gestaltung zeigt.

Ein kurzes knackendes Gedicht, das ich gerne las!

Hans

3

Donnerstag, 11. März 2010, 11:52

artigen und erfreuten dank, hans,



für diesen knackigen kommentar. :)



gruß,

keinsilbig

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4

Freitag, 12. März 2010, 08:57

Hallo kleinsilbig,

ich ahne, dies war ein Wunsch und eine kleine wortspielerische Fingerübung.

aufbruch

Zitat


auf bricht nach langem frost die kruste.

der Einstieg passt wohl zum Titel, sprachlich scheint es mir verdreht. Da ich aber Freund so mancher Verdrehung bin, wenn sie nur dem Spieltrieb genügt, so soll mich das nicht stören.

Zitat


an bricht nun frühling und was ruhen musste

jetzt schmerzt es. Ein mal zu sehr verdreht und für die Kürze des Gedichts zu oft gebrochen. Ich hoffte auf die Nutzung der Worte durch Zunahme an Gefühl oder Beschreibung. Statt dessen - Wiedergekautes. Ähnlich zäh fühlt sich ein endlos dauernder Winter an. War das womöglich der Sinn?

Zitat

unter dem bruch des laubs vom letzten jahre,

Laubbruch - eine schöne Wortkreation, findet man aber eher in trockenen Regionen, weniger in durchfeuchteten und plattgedrückten europäischen Gefilden. Hier scheint mir die Logik dem Wortspiel zu weichen.

Zitat

bricht auf mit ihm, bricht aus der winterstarre.

Folge ich dem Klangbild, das die Brecherie hier erzeugt, fühle ich mich tatsächlich ziemlich zerschunden und folge auch dem Drang der Winterstarre zu entfliehen. Doch auch hier gebricht es mir an Geduld für so viele Wiederholungen.

Aber

Wo ein Wille ist - ist ein Weg. Was hieltest Du von folgendem Titel, der alle meine Probleme (die nicht Deine sind) behebt.

Titeländerung "aufbruch - ein klangspiel"

Ach und, Du magst kleinsilbig heißen, aber alles kleinsilbig zu schreiben beraubt den Betrachter bisweilen eines flüssigen Verständnisses. Er muß zu viel nachdenken, das behindert das Fühlen.

Genug gemeckert
Dir wünsche ich Lesefreude im Frühlingsschein
Pott

5

Freitag, 12. März 2010, 16:05


Ach und, Du magst kleinsilbig heißen, aber alles kleinsilbig zu schreiben beraubt den Betrachter bisweilen eines flüssigen Verständnisses. Er muß zu viel nachdenken, das behindert das Fühlen.



hallo pott,


ich mag gar nicht kLeinsilbig heißen. in deinem flüssigen verstehen meines nicks ist dir das L hinter dem k wohl freudsch da hineingerutscht. da steht nämlich keines bei weniger flotter betrachtung. *gg


das "klangspiel" ist mE ja als hauptmotivation für den text zu erkennen. zumindest du hast das genau richtig eingeschätzt. ich würde es nicht im titel anführen - das hat für mein empfinden etwas sehr "direktives". außerdem bin ich einer der autoren, die dem leser zumuten, ein wenig eigenarbeit zu leisten im dialog mit dem text.

bei uns hier in wien ist winters meistens (heuer ist es eher erstaunlich schnee-ig) der laub-bruch das, was man zu sehen kriegt. weniger jetzt der schnee. leider. von mir aus dürfte ruhig jeder winter so schneereich sein wie der heurige.

geduld ist das letzte, was ich einem leser gönne. so ein wenig geschunden darf der sich schon vorkommen. zumindest ich schinde mich gern beim konsumieren von kunst oder lyrik. alles, was zu sehr flutscht, ist auch danach schon wieder meiner erinnerung entglitten. da hab ich schon lieber den anspruch, dass sich was verfängt. und das muss dann nicht immer liebreizendes oder entspannendes sein.


meine kein...äh..kLeinschreibung ist auch so etwas, das ich dem leser zumute. also vermutlich nichts für dich, wenn du dafür eben keine geduld aufbringen magst. aber auch nicht wirklich ein drama jetzt. "zuviel nachdenken" ist also eine kritik, die bei mir und für mein verständnis von auseinandersetzung mit lyrik, nicht greift. im gegenteil. da gehen wir also von sehr unterschiedlichen erwartungshaltungen aus.


dennoch hab ich deinen kommentar gerne gelesen und mich damit auseinandergesetzt.


gruß,

keinsilbig

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6

Freitag, 12. März 2010, 17:23

Hallo kleinsilbig,

Respekt, Du führst eine spitze Klinge, so muß das sein. Aber ich ergebe mich wenigstens nicht ganz und vor allem nicht gleich und möchte meine Standpunkte verteidigen. Dass Du X( oder :( reagierst, liegt wohl auch an meinem leichtfertig, leicht sarkastischem Zwischenton in der Antwort. Sorry dafür. Ob Du dem folgenden daher etwas entnehmen magst, sei Dir unbenommen.


Ein "kLeinsilbig" habe ich in meiner Antwort nicht entdecken können, Sollten Zwischentöne diesen Eindruck verschafft haben, war das, trotz gründlicher Betrachtung, nicht beabsichtigt. ;)

Der Vorschlag zur Überschrift war lediglich ein Vorschlag, der es ermöglicht die Monotonie des Wortgebrauches (brech~) vom Grunde her klanglich zu betrachten. Somit wäre ein zweites oder drittes Lesen aus Analysegründen hinfällig.
Ich wiederum mag Texte, die direkt und unverblümt ein Gefühl ansprechen. Es mag Gedichte geben, die nur dem Autor verständlich sind, ich versuche die Texte so zu schreiben und zu lesen, dass eine vordergründige Sicht denkbar ist und vielleicht eine zweite oder dritte Ebene bei etwas mehr Arbeit des Lesers. Dein Text hat sich mir vordergründig zu einseitig wortbespielt dargestellt und erst bei näherer Betrachtung war eine Klangspielerei zu erkennen. Der Titel könnte den Effekt umkehren. So war meine Herangehensweise.

Der Laub-Bruch ist also eine Wiener Redensart. Aha, da klärt sich für mich Randberliner so einiges auf.

Zitat

geduld ist das letzte, was ich einem leser gönne. so ein wenig geschunden darf der sich schon vorkommen. zumindest ich schinde mich gern beim konsumieren von kunst oder lyrik. alles, was zu sehr flutscht, ist auch danach schon wieder meiner erinnerung entglitten. da hab ich schon lieber den anspruch, dass sich was verfängt. und das muss dann nicht immer liebreizendes oder entspannendes sein.

Hier werde ich mich wohl bewußt widersetzen. Ja ein Leser von Lyrik soll arbeiten. Er darf sich aber auch Lyrik zum Genuß und zum Eintauchen zu Gemüte führen. Womöglich ist das eine Frage des Alters. Es gibt Gedichte, wie: der Panther von Rilke, die sind tadellos in Form und Ausführung. Der Inhalt ist schlüssig, die Bilder greifen logisch ineinander und das Gefühl gerät außer Kontrolle. Dieses Gedicht ist nicht liebreizend und entspannend sondern die Summe aus guter Beobachtung, Empathie und Handwerk. Nur weil ein Text eingängig ist, führt er nicht automatisch dazu vergessen zu werden.

Meine Kritik an der permanenten Kleinschreibung wäre die selbe wenn Du permanent groß schriebest. Großschreibung signalisiert Satzanfänge, Substantive, Eigennamen usw. Der Unterschied ist geläufig und führt zu schnellerem Verständnis, weil internalisiert. Fehlte diese Differenzierung, muß sich der Leser gedanklich erst um die Bedeutung des Wortes mühen und erst hernach den Sinn in den Gesamtkontext stellen. Wenn Du so willst erleichtert sie ein eindeutiges Verständnis.
In meiner Zeit als Vielschreiber im Netz habe ich nur klein geschrieben. Was zählte war der Gedanke und möglichst viele Gedanken in einem engen Zeitbudget unterzubringen. Am Ende führte das zu Mißverständnissen und zu der Erkenntnis, dass ein Wort ein Wort bleibt und die Zeit nur dann sinnvoll genutzt war, wenn mich der andere zweifelsfrei verstand.
Also führte ich die Großschreibung wieder ein und entdeckt die Langsamkeit und die Befriedigung verstanden zu werden durch die Vermittlung eines möglichst präzisen Wortgefühls.

aber das ist, wie Du so schön sagst, "auch nicht wirklich ein drama jetzt."

Zitat

"zuviel nachdenken" ist also eine kritik, die bei mir und für mein verständnis von auseinandersetzung mit lyrik, nicht greift. im gegenteil. da gehen wir also von sehr unterschiedlichen erwartungshaltungen aus.

So weit weg sind wir Beide nicht in den Erwartungshaltungen. Der Leser soll viel nachdenken, ja, aber nicht nur. Sprich ein ausgewogenes Verhältnis von emotionaler und kognitiver Erfahrbarkeit ist sicher hilfreich.

So, das zu meiner Verteidigung. Ich hoffe, dass Du meine Klugscheißereien verkraftest - alte Lehrermacke.

Pott

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7

Samstag, 13. März 2010, 13:39

Hallo keinsilbig,

ein großes SORRY für die freudsche Verfehlung. Künftig mache ich es besser, ich gelobe!!!

Pott :S

8

Sonntag, 14. März 2010, 16:11

kein drama, pott.


ich hab recht geschmunzelt. falls dich das beruhigt... *gg

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