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  • »Pott« ist der Autor dieses Themas

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1

Donnerstag, 25. Februar 2010, 17:29

Herzenswinter

Herzenswinter



Mürrisch schmeckt Verbitterung. Mein Leben
kroch zerknittert schmal durch diese Tür.
Worte schlängelten an toten Reben.
Früchte starben, konnten nichts dafür.

Kerne ehrte ich und bohrte Blicke tief ins Mark.
Endlos schwieg mein Winterchor, bis er den Frühling barg.




alte Variante:

Herzenswinter


Mürrisch und verbittert schmeckt mein Leben.

Türlos und zerknittert kriecht mein Streben.

Menschen reden Worte, deren Sinn fließt.

Morte naturale aus dem Auge sprießt.

Krümel ehr ich, bohre Blicke tief ins taube Ohr.

Zäh und dicker Trübsal tritt lautstark daraus hervor.

Endlos schweigt
mein Winterchor.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Pott« (1. März 2010, 19:10)


2

Donnerstag, 25. Februar 2010, 19:25

hallo Pott,


und willkommen in forum btw.


"Trübsal, die" - also femininum.


und auch sonst kann dein text mich leider nicht so ganz für sich gewinnen.
die bilder wirken zu konstruiert und sollen zwar widersprüchliches verbinden - das wird schon erkennbar. doch das ergebnis kommt zu gewollt rüber, um zu überzeugen. vor allem stoßen die dadurch erzeugten bilder nichts an gefühl in mir als leser an - außer den widerspruch wahrzunehmen und ihn als eher "nicht gelungenes bild" zu deuten.


streben, das zerknittert und ohne türen irgendwo rumkriecht. schon klar, dass es eine umschreibung für "ohne ziel und richtung" sein soll. aber so wirkt es eher wie ein verzweifelter versuch etwas möglichst umständlich auszudrücken, wo man sich als leser wünscht, der autor hätte die dinge einfach beim namen genannt... bevor hier so eine pizza morte naturale con funghi draus wird.

blicke in ein taubes ohr zu bohren... etwas viel HNO-touch und auch nicht sonderlich appetitlich. noch dazu, wo danach aus selbem tauben, angebohrtem ohr auch noch zähe trübsal lautstark hervorquillt. iiiihhh! das geht noch nicht mal leise.


Zitat

menschen reden worte, deren sinn fließt.

ja. die soll es geben.
und das metrum ist hier nicht ganz stimmig. etwas, das nicht immer stört, doch hier stoppt es den fluss abrupt, der noch dazu grade thema ist.

... ich werde in zukunft wohl besser auch endlos schweigen.
wer den krümel nicht ehrt, ist der beachtung ohnehin nicht wert.

einen winterchor bringt dieser text definitiv zum verstummen.



"ein lurch lugt hervor."



keinsilbig



ps: ich poste hier nicht als mod. diese rezension stellt hier nur meine ganz persönliche meinung als einzelperson und leser von lyrik dar.

Berry Rose

unregistriert

3

Donnerstag, 25. Februar 2010, 20:00

Hallo Pott,

dein Gedicht hat so etwas Eigenes, das mich grundsätzlich anspricht.

Trotzdem gibt es meiner Meinung nach ein paar Dinge anzumerken:

Zitat

Menschen reden Worte, deren Sinn fließt.
Versteh ich nicht. Im Allgemeinen ist es doch nur normal das Leute einen gewissen Sinn in ihre Aussagen legen. Wäre es nicht treffender - und auch vom Metrum her stimmiger "deren Sinn VERfließt" zu schreiben?
Ist natürlich nur eine Meinung, ich will ja niemandem reinreden...

Zitat

Zäh und dicker Trübsal tritt lautstark daraus hervor.

Auch hier ist etwas faul im Staate Metrum, denn das lautstark müsste demnach lautSTARK ausgesprochen werden, mit der Betonung auf stark und das klingt komisch.

ABER, und das ist jetzt nicht an den Haaren herbei gezogen, nur um meinen Komm etwas freundlicher zu gestalten: Deine Metaphern besitzen eine gewisse "Schönheit in sich"; sind vielleicht etwas ungelenk zusammengesetzt, machen das Gedicht aber auch zu etwas Besonderem!

Gruß
Berry

Chavali

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4

Freitag, 26. Februar 2010, 09:39

Hallo Pott,

ein schöner Titel, der mich anzog.
Leider verspricht er (für mich) ein wenig zuviel.

Grundsätzlich finde ich die Idee wunderbar, nur die Umsetzung gefällt mir nicht so.
Die Bilder, die sich mir beim Lesen einstellen, sind nicht unbedingt poetischer Natur.
Einiges haben meine Vorschreiber schon angedeutet.
Ich würde mich nur wiederholen, deshalb belasse ich es bei diesen Worten.

Gut möglich, dass mir ein anderer Text von dir besser gefällt.
Lass mal sehen :)

Lieben Gruß,
Chavali
Nicht was wir erleben, sondern wie wir es empfinden, macht unser Schicksal aus.
(Marie von Ebner-Eschenbach)

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5

Samstag, 27. Februar 2010, 11:01

Hallo zusammen,

das ist ja ein schöner Einstieg. Euer Genörgel tut mir gut und so werde ich mir in den nächsten Tagen jeden Eurer Ansätze zu Gemüte führen und einbauen - oder auch nicht (mit Begründung, selbstredend).

Da ich nicht oft hier sein kann, wird das wohl immer mal in Stückwerk geschehen.

Danke fürs Rügen.
Wir lesen uns
Pott

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6

Montag, 1. März 2010, 18:51

Hallo kleinsilbig,

die Trübsal - selbstverständlich wird geändert.

Zitat

die bilder wirken zu konstruiert ... vor allem stoßen die dadurch erzeugten bilder nichts an gefühl in mir als leser an ...
ja, soetwas geschieht, wenn man nach Worten ringt und einem nichts passend erscheint und... wenn man dann das Ergebnis all zu fix einstellt.

dem Bedürfnis nach Direktheit kann ich gerne nachkommen. Ich arbeite das mal um.

morte naturale - ich hab etwas aus der -orte Familie gesucht und leider nur einen sehr weit entfernten Verwandten aus Italien gefunden. Verwandte kann man sich in der Lyrik Gott sei dank aussuchen.

Zitat

blicke in ein taubes ohr zu bohren... etwas viel HNO-touch und auch nicht sonderlich appetitlich. noch dazu, wo danach aus selbem tauben, angebohrtem ohr auch noch zähe trübsal lautstark hervorquillt. iiiihhh!

Manchmal erzeugt so ein Gesabber genau so ein ekliges Gefühl. Ich freu mich, dass es angekommen ist. Ich gebe zu es ist nicht formschön und feingeistig.

Zitat


menschen reden worte, deren sinn fließt. ... und das metrum ist hier nicht ganz stimmig. etwas, das nicht immer stört, doch hier stoppt es den fluss abrupt, der noch dazu grade thema ist.

das muß ich mal checken.

Zitat

... ich werde in zukunft wohl besser auch endlos schweigen. wer den krümel nicht ehrt, ist der beachtung ohnehin nicht wert.
Och, ich fand es doch ganz hilfreich Deine Krittelei. Ich würde mich schon auf einen nächsten Komm freuen.

Hallo
Berry Rose

Zitat

dein Gedicht hat so etwas Eigenes, das mich grundsätzlich anspricht.

das freut mich, mal sehen, ob der Grundcharakter nach der Veränderung noch zu erkennen ist.

Zitat

Menschen reden Worte, deren Sinn fließt.

Hier war der zähe Wortfluß gemeint. Kennst Du das Gemurmel der Stimmen, die da Worte sprechen, deren Sinn sich dir nicht erschließt, weil Du so überdrüssig bist, den Sinn zu entschlüsseln, dass der Verstand Dir den Dienst versagt?

"deren Sinn VERfließt" - die Idee ist gut "zerfließt " trifft es vielleicht noch besser.

Zitat

Zitat
Zäh und dicker Trübsal tritt lautstark daraus hervor.

Auch hier ist etwas faul im Staate Metrum, denn das lautstark müsste demnach lautSTARK ausgesprochen werden, mit der Betonung auf stark und das klingt komisch.

Ist mir nicht aufgefallen, ich x-e da mal rein.

Zitat


ABER, und das ist jetzt nicht an den Haaren herbei gezogen, nur um meinen Komm etwas freundlicher zu gestalten: Deine Metaphern besitzen eine gewisse "Schönheit in sich"; sind vielleicht etwas ungelenk zusammengesetzt, machen das Gedicht aber auch zu etwas Besonderem!

Na das ist doch was Gutes. Ich verschraube gerne mal was, für den, der sich drauf einlassen mag.

Danke für Deinen Komm.

Hallo Chavali,

Lass mich mal nachbessern und dann bleibt sicher noch was zum Begutachten übrig. Beim nächsten gebe ich mir mehr Mühe.

Danke für die Mühe und lest mal das geänderte Konstrukt!
Pott

Berry Rose

unregistriert

7

Dienstag, 2. März 2010, 16:32

Hi nochmal,

Zitat

Hier war der zähe Wortfluß gemeint. Kennst Du das Gemurmel der Stimmen,
die da Worte sprechen, deren Sinn sich dir nicht erschließt, weil Du so
überdrüssig bist, den Sinn zu entschlüsseln, dass der Verstand Dir den
Dienst versagt?



"deren Sinn VERfließt" - die Idee ist gut "zerfließt " trifft es vielleicht noch besser.

achso! Jetzt hab ich verstanden was du meinst :P
Okay, das wär ja dann schon mal geklärt!

Gruß
Berry

8

Dienstag, 2. März 2010, 19:02

na aber hallo, pott,



wer version alt mit neu vergleicht, fragt sich, warum da welten dazwischen liegen... (ich tippe ja mal auf den "forums-test"faktor, der für version 1 verantwortlich war *gg).

die "neue" ist kein vergleich und besticht durch wunderbar schlüssige metaphern, feinen sprachfluss und melodie. auch das reim-schema, das sich nicht in den vordergrund drängt und dem inhalt unterordnet gefällt mir persönlich außerordentlich.

(hast uns beim "ersten" ja ordentlich in die pfanne - oder den pott - gehauen.tsts) 8)


sehr gern gelesen!!!


gruß,

keinsilbig

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9

Mittwoch, 3. März 2010, 08:13

Hallo kleinsilbig,

erwischt. Nun ja, bin forengeschädigt und will nur meine Ruhe und hier geht das offenbar.

Dass die Variante 2 Dir so zusagt freut mich überaus. Was genauere Betrachtung und Zeit so ausmacht. Allerdings waren die Komms von Euch sehr hilfreich. Bisweilen braucht wohl jeder mal den Finger auf der Wunde.

Danke fürs Nachladen und Lesen
Pott.

10

Mittwoch, 3. März 2010, 08:26

keine ursache, pott.


immerhin bin ich ja vor allem zum lyrik-lesen im forum (mindestens so gern wie zum selber-schreiben).
das mit den foren-schädigungen kenn ich. (mittlerweile zur genüge, um zu ahnen, was du meinst).

da dies hier ein interdisziplinäres forum mit einem beträchtlichen anteil an usern ist, die ja nicht nur virtuell ihr können unter beweis stellen, sondern aktiv künstlerisch tätig sind - somit also auch vom kunstbetrieb an sich und seinen mechanismen bescheid wissen - , gehe ich mal (hoffnungsfroh) davon aus, dass hier auch ein umgang mit kunst im künstlerischen sinne betreibbar ist (kunsthandwerk und kunst sind ja nicht ein und dasselbe, wie manche wissen und erkannt haben... auch, wenn das zweite das erste zu einem teil zumindest beinhalten sollte).

vielleicht ist es ab und zu ein nachteil, wenn jemand aus der schreib-sparte fühlt, dass er nun zu einem user, der in der mal- oder musiksparte postet, kein "fachkundiges" urteil abgeben kann. aber genau DAS seh ich hier als vorteil: denn die definition von "fachkundig" ist ja - wie wir wissen - 1. relativ und 2. kann jemand nicht-fachkundiges oft ein weniger betriebsblindes (und vor allem verbraucher-näheres!) urteil zu etwas abgeben.

ich bin jedenfalls auch gespannt, ob das mit der gewissen "ruhe" (ich nenn es respekt und kunstverständnis im umgang mit werken anderer) hier sich so entwickelt, wie auch ich mir das wünschen würde.


man liest sich,


keinsilbig