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Donnerstag, 8. Oktober 2015, 12:25

Was man in Deutschland unter Freundlichkeit versteht

Was man in Deutschland unter Freundlichkeit versteht

Deutschland ist ein ach so nettes, freundliches Land, vor allem an seinen Kassen. Diese Erfahrung verfolgt mich seit einigen Jahren. Beim Buchhändler Thalia kaufe ich mir neulich ein Buch, das 9.90 Euro kostet. Der Preis steht bei den Büchern auf der Rückseite, obendrein zeigt die elektronische Anzeige der Kasse an, wie hoch der Preis der Ware ist, die man kaufen möchte. Und was tun Verkäuferinnen? Sie weisen einen auf den Preis hin, fragen extra nach dem Geld, selbst wenn es offen auf dem Ladentisch liegt, und sagen einem auch noch, wie hoch das Rückgeld ist, das einem die elektronische Anzeige der Kasse vor Augen hält. Neulich ist mir das aber zu bunt geworden und ich fragte höflich, warum sie mich auf Offensichtlichkeiten hinweise. Es sei die Anweisung ihres Chefs, die sie zu befolgen habe. Dabei macht die Verkäuferin ein Gesicht, als habe ich ihr eine Beleidigung an den Kopf geworfen. Ihr Verhalten erinnert mich an Gespräche, die ich in Lokalen unfreiwillig mitbekommen habe, in der sich zwei Frauen einander mitteilen, welche Schuhe oder Hosen sie gekauft haben, oder welchen Film sie im Kino gesehen haben. Es kommt einem fast so vor, als sprächen sie einen Text, wie in einem Theaterstück. Und hinterher glauben beide, sie hätten sich etwas gesagt. Komisch! In Deutschland macht man sich, auf Anweisung seines Chefs zur Karikatur eines höflichen Menschen und glaubt, das sei echte Freundlichkeit. Und wem das auffällt und es anspricht, gilt als „unhöflich“.

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