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kaktusfeige

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  • »kaktusfeige« ist der Autor dieses Themas

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1

Donnerstag, 27. August 2015, 10:13

Terror

Und wieder geht der Wahnsinn um,
ein Quälen, Plündern und Ermorden!
Die Welt, vor Schrecken starr und stumm,
sieht zu. Das Elend stürzt in Horden
nur weg von dort! Wohin und wie?
Schnell hochgezogen sind die Mauern,
und Stacheldrähte schützen die,
die ängstlich nur das Leid bedauern.

Die Mörder aber ziehen los
und Grölen lauthals und gehässig
im Siegestaumel: Gott ist groß!
Verwüsten weiter, unablässig.
Ein Weltreich soll durch die entstehen,
die mit Gewalt das Leben schänden?
Geschichte lehrt: Sie kann sich drehen
und gegen die, die töten, wenden.....

Chavali

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2

Montag, 3. September 2018, 22:47

Liebe kaktusfeige,

leider bist du hier nicht mehr aktiv - im Moment jedenfalls habe ich dich lange nicht mehr gesehen.

Der Inhalt deines Gedichtes - 2015 geschrieben - ist aktueller denn je.
Und was das Kuriose dabei ist:
Vor 3 Jahren durfte man so etwas noch schreiben, heute würde man in die braune Ecke gestellt werden.

Wir haben gerade in einem anderen Forum ein Problem damit :huh:

Sehr gut geschrieben!

LG Chavali
Nicht was wir erleben, sondern wie wir es empfinden, macht unser Schicksal aus.
(Marie von Ebner-Eschenbach)

Doro

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3

Dienstag, 4. September 2018, 11:30

Dieses Gedicht kann nur in die rechte Ecke stellen, wer es nicht genau gelesen und überdies nicht verstanden hat. (Dieses polemisch geifernde aufeinander einschlagen in diversen Foren widert mich schon immer an.)
Das Gedicht klagt u.a. die Mörder an mit den Zeilen

Zitat

Die Mörder aber ziehen los
und Grölen lauthals und gehässig
im Siegestaumel: Gott ist groß!
Es beschreibt damit nur die Wahrheit, denn die Mörder aus der Ecke des islamistischen Terrors behaupten beständig ihre Verbrechen seien Heldentaten im Namen ihres Gottes.
Nirgendwo behauptet das Gedicht alle Muslime seien so, sondern nur die Mörder werden (zurecht) angeklagt.
Gegen Terror, egal von welcher Seite verübt, muss sich eine humanistische, demokratische Gesellschaft wehren. Dazu kann auch die Lyrik einen Beitrag leisten.

Chavali

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4

Dienstag, 4. September 2018, 16:27

Liebe Doro,

deine Antwort ist sehr interessant.
Das Gedicht von kf habe ich sehr wohl gelesen und verstanden - und gerade die Zeilen,
die du herausgesucht hast, spiegeln das, was ICH meinte, wider:

Heutzutage würde man als fremdenfeindlich beschimpft werden, würde man
die kriminellen Flüchtlinge als Mörder bezeichnen.
Im besten Fall sind sie traumatisiert.

LG Chavali
Nicht was wir erleben, sondern wie wir es empfinden, macht unser Schicksal aus.
(Marie von Ebner-Eschenbach)

Doro

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5

Dienstag, 4. September 2018, 17:39

Liebe Chavali,

Du schreibst

Zitat

Heutzutage würde man als fremdenfeindlich beschimpft werden, würde man
die kriminellen Flüchtlinge als Mörder bezeichnen.


Das Gedicht erwähnt das wort "Flüchtlinge" nirgendwo. Ich gestehe, ich habe es in erster Linie so gelesen, dass mit den Mördern u.a. die Terroristen des sogenannten Islamischen Staats gemeint sind.

Nun sind zweifelsohne auch bei uns Flüchtlinge zu Mördern geworden. Wenn ich ganz korrekt vorgehe, rede ich bis zu ihrer Verurteilung durch ein Gericht von Mordverdächtigen. Mörder darf man Mörder nennen, und es ist auch legitim danach zu fragen, wie ein besserer Schutz möglich sein könnte.

In eine unangenehme Richtung läuft das Ganze, wenn alle Muslime, alle Fremden, alle Flüchtlinge pauschal zu potentiellen Mördern gestempelt werden, die man dann auch noch, wie teilweise in Chemnitz geschehen, durch die Straßen jagen darf.

Fremdenhass ist in der Tat etwas, das eher in der rechten Szene angesiedelt ist. Damit möchte ich allerdings nicht jeden Bürger zu einem potentiellen Nazi machen, der Angst vor Fremden hat. Es kommt darauf an, wie man mit dieser Angst umgeht. Mit echten Nazis gemeinsame Aktionen zu veranstalten halte ich allerdings für indiskutabel.
LG Doro

6

Dienstag, 4. September 2018, 18:55

Das Gedicht ist von 2015, hat also mit aktuellen Ereignisse null zu tun. Tut mir leid, in dem Gedicht lese ich über Muslime nichts. Diejenigen, die das Leben schänden und ein Weltreich errichten wollen, sind, wenn man den Titel ernst nimmt, Terroristen. Dass es sich um Muslime handeln könnte, schließe ich nicht aus, ich lese davon aber nichts. Wer sich auf Gott/ Allah beruft, muss kein religiöser Mensch sein. Ich selbst bin Atheist, habe aber mit Kommunisten null zu tun. Ich rufe weder dazu auf, Kirchen zu sprengen, noch andere, wegen ihres Glaubens zu verfolgen, was die Kommunisten taten. Ebenso ist nicht unbedingt jemand ein Moslem, wenn er im Namen von Allah Menschen tötet.

Ganz ehrlich: bei der Interpretation eines Gedichts zählt der Text, also das, was im Text steht. Ich lese das Gedicht als Mahnung vor Terroristen und Mördern. Und es ist eine Anklage all derjenigen, die sich lieber hinter Vorwänden verstecken. Mehr sehe ich nicht.

Chavali

Super Moderator

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7

Mittwoch, 5. September 2018, 10:19

Hallo Doro und Wolfgang,

natürlich steht im Gedicht nirgendwo das Wort *Flüchtlinge* und auch nicht *Muslime*.
Und ich bin weit davon entfernt, alle *über einen Kamm* zu scheren.


Was ich meinte, ist, dass das Gedicht von kf auch auf heutige Verhältnisse zugeschnitten sein könnte.
Wo auch immer.

Zitat

Wer sich auf Gott/ Allah beruft, muss kein religiöser Mensch sein.

So ist es. Es wurden schon viele Attentate unter diesem Deckmantel verübt.

Was ich aber meinte (ich wiederhole mich) ist, dass man heute sehr vorsichtig mit seinen Äußerungen sein muss,
um nicht beispielsweise seinen Job zu verlieren, das sagen selbst Politiker.

Und was ist daran anders als in anderen (Unrechts()Staaten?

LG Ch.
Nicht was wir erleben, sondern wie wir es empfinden, macht unser Schicksal aus.
(Marie von Ebner-Eschenbach)

Doro

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8

Donnerstag, 6. September 2018, 12:08

Hallo Chavali, hallo Wolfgang,

Zu zwei Details in unserer Debatte möchte ich gern Stellung nehmen.
1. Das Gedicht spräche nicht von Muslimen.

Der Ausruf "Gott ist groß" entspricht dem muslimischen Ruf „Allahu Akbar“, mit dem u.a. der Muezzin zum Gebet aufruft. Damit ist es eine zentrale Wendung der islamischen Religion.
Man kann das Gedicht also durchaus auch so lesen, dass die Mörder (nicht nur) aus dem islamischen Kulturkreis kommen. Der arabische Raum (Golfkrieg etc.) ist voll von Gotteskriegern in den Auseinandersetzungen z.B. zwischen Sunniten und Shiiten, aber auch von Muslimen gegen Christen oder Jesiden.

2.

Zitat

dass man heute sehr vorsichtig mit seinen Äußerungen sein muss,
um nicht beispielsweise seinen Job zu verlieren
Ich bin davon überzeugt, dass es bei uns bei weitem noch nicht so ist. Kunst- und Meinungsfreiheit sind in unserer Verfassung verankert und werden auch geachtet. Beispiel das berühmte satirische "Gedicht" gegen den türkischen Präsidenten Erdogan. Obwohl es meiner Meinung nach eher grob beleidigend als satirisch ist, und literarisch von keinem Wert, ist dem Autor bei uns nichts passiert. In der Türkei wäre er wohl ins Gefängnis gewandert.
Ich würde mich jederzeit trauen ein Gedicht gegen den islamischen Terror bei uns zu veröffentlichen. Es ist nur sehr schwer darüber etwas wirklich gutes zu schreiben.

Freundliche Grüße, Doro.