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Hans Beislschmidt

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1

Sonntag, 3. Mai 2015, 18:56

Meine Dotterblume

Meine Dotterblume

Die Dotterblume wird zumeist geschmäht,
gilt eher als gemeine Futterpflanze,
doch wird die Wahrheit wie so oft verdreht,
drum brech ich hier die Dotterblumenlanze.

Sie ist gar saftig und recht zart im Biss,
für Hasen unbestritten Sonntagsschmaus.
Stengel, Blüten schmecken richtig süß,
wenn Dotter blüht, da bleibt kein Has zu Haus.

Einst hielt ich Dotterblüten dir ans Kinn
und gleich begannst du gelb zu leuchten,
doch hatte ich viel mehr mit dir im Sinn,
braucht mir die Hand nie anzufeuchten.

Dein Dotterglanz verschwamm im Wiesengrund,
wo wir im Dotterlotter lagen.
Ich küsste lange deinen Schmoddermund,
bis Schlodderknie sich breit ergaben.

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2

Montag, 4. Mai 2015, 15:15

Wenn Dotterblumen um dich herum,
dann bleibt kein Ding an dir noch trocken.
Du küsst und herzt und machst bumbum,
und bimmelst mit den Glocken.

Und ist der Frühling dann passé,
der Sommer und der Herbst vollbracht,
dann kann es sein, dass dich im Schnee,
dein Dotterblümchen zum Papa gemacht.

Wenn Dotterglanz im Wiesengrund,
und rot dich lockt der Schmoddermund,
dann mach es wie die Haselmaus -
nimm Reißaus !

http://www.lulu.com/spotlight/tetracolor
Ich bin ein Ver-Rückter. Aber ich mag mich. 8)

Hans Beislschmidt

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3

Montag, 4. Mai 2015, 15:38

Hey Ringel, danke für Schmodder Gedicht. Es scheint, du kennst den alten Villon genauso gut wie ich. Und das, obwohl gerade Erdbeerzeit ist. Gruß vom Hans :thumbsup:

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4

Montag, 4. Mai 2015, 16:28

Hallo Hans,

ich habe zu danken - deine Dotterblume gefällt mir ausgesprochen gut.
Ja, der liebe Villon - er scheint nach wie vor so gefragt zu sein, dass man im Projekt Gutenberg nicht ein einziges Wörtchen von ihm
zum kostenlosen Download angeboten bekommt.

Zum Trost für alle, die ihn mögen, und für die, die nicht wissen, worüber wir reden, hier sein Erdbeermund:



Villon, François (1431-1464)
Eine verliebte Ballade für ein Mädchen namens Yssabeau


Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund,
ich schrie mir schon die Lungen wund
nach deinem weißen Leib, du Weib.
Im Klee, da hat der Mai ein Bett gemacht,
da blüht ein schöner Zeitvertreib
mit deinem Leib die lange Nacht.
Das will ich sein im tiefen Tal
dein Nachtgebet und auch dein Sterngemahl.

Im tiefen Erdbeertal, im schwarzen Haar,
da schlief ich manches Sommerjahr
bei dir und schlief doch nie zuviel.
Ich habe jetzt ein rotes Tier im Blut,
das macht mir wieder frohen Mut.
Komm her, ich weiß ein schönes Spiel
im dunklen Tal, im Muschelgrund...
Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund!

Die graue Welt macht keine Freude mehr,
ich gab den schönsten Sommer her,
und dir hats auch kein Glück gebracht;
hast nur den roten Mund noch aufgespart,
für mich so tief im Haar verwahrt...
Ich such ihn schon die lange Nacht
Im Wintertal, im Aschengrund...
Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund.

Im Wintertal, im schwarzen Beerenkraut,
da hat der Schnee sein Nest gebaut
und fragt nicht, wo die Liebe sei,
Und habe doch das rote Tier so tief
erfahren, als ich bei dir schlief.
Wär nur der Winter erst vorbei
und wieder grün der Wiesengrund!
...ich bin so wild nach deinem Erdbeermund!


Gruß
Rolf
http://www.lulu.com/spotlight/tetracolor
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Hans Beislschmidt

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5

Montag, 4. Mai 2015, 19:59

Hey Ringel, hab ich doch Recht gehabt mit den Erdbeeren. :D

6

Dienstag, 5. Mai 2015, 16:39

Hallo Hans, zur Mitte des Gedichts hin, überkam mich Angst, hier könnte es sich um eine "Hasenliebe" drehen. Das mit der Liebe stimmt wohl, aber zum Glück anders als gedacht! Die "Dotterblumenlanze" ist gut.

Hans Beislschmidt

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7

Mittwoch, 6. Mai 2015, 11:35

Hallo Wolfgang, genau so hatte ich es geplant ... Gruß vom Hans :D

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