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Sonntag, 15. März 2015, 18:35

Wie eine tolerante und kulturell vielfältige Gesellschaft Mörder erzeugt

Wie eine tolerante und kulturell vielfältige Gesellschaft Mörder erzeugt


Der Islamische Staat (IS) veröffentlicht regelmäßig Mordvideos im Netz. Dabei legen sie ein Tempo vor, das an einen tödlichen Virus erinnert, der sich im Körper vermehrt. Und tödlich ist der IS.

Es mag zynisch klingen, aber die vielen Mordvideos haben mich abgestumpft. Sehe ich ein neues Video, zucke ich meist nur die Achseln und denke: „na und?“ Ganz so zynisch bin ich aber nicht. Es wundert mich nämlich, woher manche Täter kommen und wie sie vorher gelebt haben, bzw. wie sie radikalisiert wurden und niemand dagegen einschritt.

Ein jüngstes Mordvideo zeigt einen Jungen, der mit einer Pistole auf einen knienden Mann zielt und abdrückt. Man sieht, wie die Kugel die Stirn des Mannes durchschlägt und er nach vorne kippt. Er bleibt auf der rechten Körperseite liegen, während ihm das Blut aus der Nase sprudelt. Der Junge verzieht dabei keine Mine, stattdessen feuert er auf den Körper seines Opfers zwei Schüsse ab.

Wie gesagt, mich berühren solche Videos nicht mehr. Ich werde auch kein Mitgefühl heucheln. Ich frage mich lieber, was mit dem Mörder ist? Verschiedene Zeitungen melden, der Junge sei bis 2014 Schüler einer Grundschule im südfranzösischen Toulouse gewesen. Mitschüler, die ihn auf dem Video erkannt hatten, beschrieben ihn als „still“ und „zurückhaltend“. Still und zurückhaltend war ich als Schüler auch. Aber statt zur Waffe greife ich jetzt in die Tasten meiner Computertastatur. Es regt mich ehrlich auf, wenn man Hemmungen, Manien, fixe Ideen als Ausreden für Morde zitiert. So als sei man selbst gut, aber nur die Hemmungen, Manien, fixe Ideen seien böse und für Morde verantwortlich, weil man von ihnen ferngesteuert würde. Mag sein, dass der Stiefvater des Jungen, der ein bekannter IslaMist ist, den Jungen gedrängt hat. Aber nicht er, sondern der Junge, tötete. Ich wende mich auch deshalb gegen die Sichtweise der Eltern der Jungen, die ihren Mitschüler erkannt hatten, da sie auf die Seite des Mörders wechselten; wenn man Täter von ihren Taten isoliert und so tut, als habe der Täter mit seinen Taten wenig zu tun. Dann redet man nicht mehr von der konkreten Tat, man redet dann von Taten an sich. Und als Nächstes offenbart man seine eigene Ideologie, die man als einzig richtige Sichtweise geltend machen will. So werden in Deutschland Islamkritiker für ihre Kritik am Islam diffamiert. Nach linker Sichtweise gilt es als tolerant und multikulturell, wenn man den Islam vor Islamisten in Schutz nimmt. Dabei gibt es ohne Islam keine Islamisten. Das ist in etwa so, als wolle man sagen die Kreuzzüge, oder die Hexenverbrennungen, hätten mit dem Christentum nichts zu tun. Ich fordere keine Toleranz unter Religionen, sondern ihre Abschaffung. Auch bezeichne ich es als kurios, dass ausgerechnet Linke, die naturgemäß Atheisten sind, Religion als Zeichen von Toleranz und kulturelle Vielfalt bezeichnen. Der Kommunismus hat Religionen abgeschafft, er hat sie nicht toleriert oder als Bereicherung empfunden. Klammert man Religionen als Ursachen für Morde aus, redet man von Taten als bloße Taten, als könne sie auch jeder beliebig andere ausgeführt haben. Ich selbst verspüre aber keinen Drang jemanden eine Pistole an die Stirn zu halten, so wie der Junge.

Aber gut, selbst wenn der Stiefvater des Jungen so bösartig ist, warum trennte man sie nicht? Erst wenn Morde passieren, dann melden sich auf einmal Leute und geben zu, sie hätten bemerkt, dass mit den Mördern etwas nicht gestimmt habe. Ja, es ist schon merkwürdig, wenn einer davon redet, man solle/müsse Ungläubige töten, sich zurückzieht und sich bloß noch mit Leuten umgibt, die von einem Kalifat träumen, das sie notfalls auch blutig erkämpfen wollen. Ja, das ist seltsam. Wer so redet, mit dem stimmt etwas nicht. Und? Nichts! Unsere Gesellschaft sieht weg. Sie redet lieber von Toleranz und kultureller Vielfalt. Und diese Morde – was sind die? Das sind alles Einzelfälle! Laut Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) liegt die aktuelle Anzahl der Gotteskrieger, die aus Deutschland abgereist sind, um den IS bei seinen „Einzelfällen“ zu unterstützen bei etwa 650. Mal dumm gefragt, ein Einzelfall ist doch ein Einzelfall, weil er nicht in Serie auftritt? Wenn also jeder der 650 Gotteskrieger je ein Opfer tötet, wären das 650 Einzelfälle? Und Massenmord und Krieg sind dann auch nur Einzelfälle – oder was? Mit Logik hat das wenig zu tun, dafür aber viel mit Ideologie. Vielleicht auch mit Hemmungen, Manien und fixen Ideen!

Der Stiefvater des Jungen kann davon ein Lied singen. Dankt er doch im Video seinem Schwager Mohammed Merah, der 2012 eine Schule in Toulouse überfallen und die Todesstatistik um vier Einzelfälle bereichert hatte. Es spricht für die Toleranz und die kulturelle Vielfalt der Franzosen, dass der Junge durch den Stiefvater radikalisiert werden konnte. Aber ich will auf die Franzosen nicht schimpfen. Bei uns lässt man Islamisten wie Pierre Vogel und Sven Lau predigen. Und beide haben nachweisbar Jugendliche radikalisiert, die später zum IS aufgebrochen sind. Ich sage es ganz offen, wer solche Leute duldet, begräbt unsere Demokratie. Um einmal einen Vergleich zu bringen: In der Weimarer Republik bekam Adolf Hitler Redeverbot. Man stufte seinen Reden als immens gefährlich ein und untersagte ihm weitere Reden. Aber bei uns geschieht nicht einmal das! Anstatt Lau und Vogel mit einem Redeverbot zu belegen, lassen wir sie frei gewähren. Wir sind dümmer als die Weimarer Republik! Im Gegensatz zum Stiefvater des Jungen sind unsere fixen Ideen größer.

Wir reden von Toleranz und kultureller Vielfalt und ziehen Mörder groß. Ich gebe zu, dass Mörder tatsächlich Opfer sind, aber nicht Opfer ihrer Hemmungen, Manien und fixen Ideen, sondern Opfer unserer Hemmungen, Manien und fixen Ideen. Wir sind keine Opfer, wir sind Mördermacher.

Dieser Grund stumpft mich weit mehr ab als die Mordvideos. Aber ich zucke nicht mit den Achseln. Ich schreibe lieber darüber und zeige meiner Gesellschaft, wie zynisch sie ist. Ob es etwas bringt? Vielleicht ...