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1

Mittwoch, 25. Februar 2015, 09:33

Nach Jahren

Die Orte verlieren sich
im Gedächtnis, kein Ahnen, was dort
der Schmerz des Heute kostet
was auch wissen wir

Die Bilder verlieren
die Farben; wir leihen uns Leben
für Zeiten des Erinnerns, ehe
die Winter kommen

Wege, die wir gegangen
ich denke noch dran, unsichtbar
die Gesichter, könnte ich
Träume finden wie einst

als ich mich ins Glück
eingeschrieben, in die flüchtigen
Furchen der Wolken; nun
die Trauer, sie bleibt

Heisenberg

Fortgeschrittener

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2

Mittwoch, 25. Februar 2015, 19:26

Verehrter Herr Nachlader.

Könnten Sie das einmal vorlesen, und - zum Beispiel in einem Videokanal - veröffentlichen? Ich kann es selbst gar nicht vorlesen, es ist mir wie zu sperrig geschrieben.




Vorabdank,
Heisenberg.


3

Donnerstag, 26. Februar 2015, 13:02

Nach Jahren

Hallo Heisenberg,

ich habe versucht, den mp3-Text in Hörbares zu stellen, aber irgendwie hat es nicht geklappt. Nun warte ich darauf, dass Hans mir sagt, wo der Fehler liegt, und es doch noch was wird mit dem gesprochenen Text.

Aber da das nun schon die zweite ähnlich gelagerte Anfrage ist: Könnte es sein, dass du Schwierigkeiten mit freien Rhythmen hast?
Als schwierigen Text nämlich würde ich ihn nicht einstufen.

Gruß, Nachfrager

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4

Donnerstag, 26. Februar 2015, 14:31

Hallo Nachfrager,
gestatte mir, dass ich dein Gedicht zum Anlass nehme, eine Frage zu stellen, die sich mir immer wieder aufdrängt, wenn ich eine solche Textform lese:
warum ist dieser Text als Gedicht in mehrere Verse aufgeteilt geschrieben und nicht in fortlaufender Form?

Nach Jahren
Die Orte verlieren sich im Gedächtnis, kein Ahnen, was dort der Schmerz des Heute kostet.
Was auch wissen wir?
Die Bilder verlieren die Farben; wir leihen uns Leben für Zeiten des Erinnerns, ehe die Winter kommen.
Wege, die wir gegangen. Ich denke noch dran, unsichtbar die Gesichter. Könnte ich Träume finden wie einst,
als ich mich ins Glück eingeschrieben, in die flüchtigen Furchen der Wolken; nun die Trauer, sie bleibt.


Die Aussage verlöre doch in keiner Weise an Qualität. Im Gegenteil – mir ist die Schönheit deines Werkes erst richtig bewusst geworden, als ich es so wie oben gezeigt gestaltete.
Besonders angetan bin ich von: …wir leihen uns Leben für Zeiten des Erinnerns, ehe die Winter kommen
Gruß
Ringelroth
http://www.lulu.com/spotlight/tetracolor
Ich bin ein Ver-Rückter. Aber ich mag mich. 8)

5

Donnerstag, 26. Februar 2015, 17:00

Nach Jahren

Lieber Ringelroth,

das Problem ist, dass es sich bei diesem Text um ein Gedicht handelt. Gedichte schreibt man entweder in Block- oder in Strophenform, etwas veraltet ist die unregelmäßige Zeilengestaltung, aber sie kommt immer noch vor und ist ebenfalls akzeptiert. Dass du auf Fließtext kommst, hat damit zu tun, dass gerade die freien Rhythmen sich immer mehr der Prosa angleichen, und das liegt vor allem im Sprachlichen begründet, jede "poetische Überhöhung" wird in der Gegenwartslyrik so weit wie möglich vermieden, sehr oft findet man auch Gedichte in Umgangssprache. Das gehört alles zum Gegenwartsgedicht, das sich vom Reimgedicht ja in vielem unterscheidet. Ich habe lange Gereimtes geschrieben und bin jetzt erst mal wieder zu den freien Rhythmen gewechselt. Manch einer mag es eher gereimt, der andere mag es eher ungereimt, ist eine Geschmacksfrage.

Gruß, Nachfrager

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6

Donnerstag, 26. Februar 2015, 18:07

danke für deine Antwort.
Ich bin ja nun weiß Gott kein Experte für Gedichte, habe mich aber, wie wohl jeder Schreiber, auch daran versucht.
Und daher weiß ich, dass Reimen verdammt schwer sein kann, selbst wenn man, wie ich, beim Dichten nur eine Regel,
nämlich die des Silbenzählens, berücksichtigt. Alles Weitere ist mir viel zu kompliziert. :rolleyes:

Du schreibst, ...das Problem sei, dass dieser Text ein Gedicht ist... und somit in Versform geschrieben wird.
Aber WER oder WAS bestimmt denn, dass der eine Text ein Gedicht ist und der andere Prosa?
Macht dies der Autor, indem er sein Werk in Verse aufteilt, oder gibt es andere, ganz spezielle Kriterien aus denen sich unzweifelhaft ergibt, dass ein Text ein Gedicht ist?

Ich weiß, das sind "komische" Fragen - aber wer nicht fragt, bleibt dumm :)

Gruß
Ringelroth
http://www.lulu.com/spotlight/tetracolor
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7

Freitag, 27. Februar 2015, 15:45

Nach Jahren

Lieber Ringelroth

wenn du dich mit Gedichten nicht beschäftigst, ist es natürlich ein vergebliches Bemühen, dir irgend etwas über Gedichte erklären zu wollen. Nur so viel: Ob der Autor ein Gedicht schreibt oder irgendeine andere Textart, entscheidet er selbst.

Ciao, Nachfrager

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8

Samstag, 28. Februar 2015, 11:54

Wenn du mit "beschäftigen" das "Lernen" von Regeln beim Gedichteschreiben meinst, hast du Recht.

Es ist für mich nicht verständlich - zumal nach deinem letzten Satz oben - dass ein Autor einen ungereimten Text in Verse aufteilt, wenn er doch ebenso gut als Fließtext geschrieben werden könnte.
Was will er damit bezwecken?
Denn sowohl ein guter, als auch ein schlechter Text, werden nicht besser, wenn sie als Gedicht bezeichnet werden.

Nichts desto trotz betone ich nochmals, dass mir dein Gedicht sehr gut gefallen hat.

Gruß
Ringelroth
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9

Sonntag, 1. März 2015, 08:16

Nach Jahren

Lieber Ringelroth

das ist doch alles viel zu umfangreich, als dass wir hier klären könnten, wann ein Gedicht ein Gedicht ist. Nur so viel: Es gibt das Reimgedicht in all seinen Varianten, und es gibt das ungereimte Gedicht (das eine sehr lange Geschichte hat, angefangen bei den Griechen, der frühen deutschen Lyrik bis über Klopstock, den Sturm und Drang, Goethe usw. usw.) Die Gegenwartslyrik schreibt überwiegend in freien Rhythmen, also ungereimt, aber es gibt eben bestimmte Stoffe, die sich nur gereimt schreiben lassen. Für mich ist immer der Stoff entscheidend, für welche Gedichtart ich mich entscheide. Der Fließtext aber ist schon historisch der Prosa vorbehalten. Sowohl Prosa als auch das Gedicht kann man, wenn es Spaß macht und man über ausreichend Papier verfügt, auch vertikal schreiben, alles ist möglich. Daneben gibt es das Bildgedicht usw. usw., das ist alles sehr vielfältig, und ob ein Text ein Gedicht ist oder nicht, hängt nicht davon ab, ob er dem Leser gefällt oder nicht. Wenn du da etwas Genaues wissen willst, kannst du dich doch in Fachliteratur informieren, da gibt es ganze Bibliotheken.

Ciao, Nachfrager

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10

Sonntag, 1. März 2015, 11:33

Hallo Nachfrager,

wie du sicher bemerkt haben wirst, ist mein Interesse am Schreiben von Gedichten, begrenzt. Jedenfalls was Technik, Regeln etc. angeht.
Meine ursprüngliche Frage ist beantwortet.
Deshalb mein Dank an dich

In der Hoffnung, in Zukunft noch weitere gelungene Gedichte von dir zu lesen
grüße ich herzlich
Ringelroth
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