Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: die Kunstfechter . Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

1

Samstag, 13. Dezember 2014, 21:47

Ist Langeweile in der Gruppe unterhaltsamer?

Ist Langeweile in der Gruppe unterhaltsamer?

Das Schlimmste für mich auf der Welt ist der Spätherbst. Damit meine ich nicht das nass-kalte, trübe Wetter, sondern die Weihnachtszeit. Weihnachtsangebote- und Aktionen locken permanent zum Kauf oder zum Besuch der Weihnachtsmärkte. Man denkt sich: „Heute bleibe ich auf der Couch“. Aber die Partnerin will unbedingt auf den Weihnachtsmarkt. „Weil es dort nach Zimt und Glühwein duftet. Und man dort Bekannte treffen kann.“

Spätherbst ist ohnehin nicht meine Zeit, auch dann nicht, wenn auf den Märkten leuchtende Christbäume aufgestellt werden und aus den Schaufenstern der Kaufhäuser Rentiere und Weihnachtsmänner freundlich blicken. Wie penetrant! Die Partnerin will aber unbedingt ins Kaufhaus. „Lass uns Nougatschokolade kaufen“, bettelt sie, oder ihr fällt ein, dass „wir“ noch ganz dringend neue Schuhe brauchen. Die seien im Winter eh billiger als im Frühling. „Jetzt will jeder nur Stiefel“, sagt sie, „also ist jetzt die Zeit für Schuhe!“

Es gibt im Erzgebirge einen Laden, der das ganze Jahr über Weihnachten verkauft. Von der Spieldose bis zum Gnom bekommt man alles, was das Weihnachtsherz begehrt. Besonders im Sommer, bei vierzig Grad, bereitet ein dicker, roter Mantel mit langem Bart und Stiefeln eine Menge Freude. Ich weiß wovon ich rede. Ich war schon da. Raten Sie mal, wessen Idee es war. Kleiner Tipp: es war nicht meine! Bekannte haben wir dort auch getroffen. Schon überraschend, wo man alles Bekannte treffen kann, und das unabhängig der Jahreszeit. Wie gut, dass gleichzeitig Karneval ist. Da trifft man auch Bekannte, allerdings: B-Bekannte! Es gibt nämlich A-Bekannte und B-Bekannte. A-Bekannte lieben Kerzen auf dem Tisch und können dazu beschauliche Lieder singen. Meist spielen sie auch noch Gitarre oder Klavier. Und natürlich lieben sie Kinder, die sie permanent tätscheln oder Nougatpralinen zustecken. B-Bekannte: öffnen nach dem Essen den Gürtel oder ziehen die Stiefel aus. Instrumente spielen sie keine, dafür aber grölen sie Lieder. Gerne in Massen, etwa bei Feiern.

Mir ist diese Einteilung so wichtig, wie dem Weihnachtsmann die Frage, ob es im Sommer schneit und ob er dazu dann Schuhe oder Stiefel anziehen soll? Meine Partnerin aber liebt solche Einteilungen, bei ihr hat alles ein A oder ein B oder ein C. Sie liebt aber auch die Überraschung. Statt Buchstaben nimmt sie auch gerne Zahlen. Dann hat etwas eben kein A, B oder C, sondern eine: 1, eine 2 oder eine 4! Bekommt sie einen Rappel, auch das kommt vor, dann würfelt sie Buchstaben und Zahlen zusammen. Ein Paar Schuhe ist dann plötzlich ein B2 und eine Hose ein A1. Auch ich bin vor ihr nicht sicher. Einmal bin ich ein A1, dann eine B4 und manchmal auch nur eine einfache Null. Ich liebe solche Tage. Dann gehe ich allein aus und treffe meine B-Bekannten. Manchmal treffe ich auch ihre A-Bekannten. Ich nehme das aber auf den leichten Kopf, selbst wenn wir anschließend den Weihnachtsmarkt besuchen und ich nachher beim Tragen von Weihnachtsangeboten aushelfen soll. Als ein sommererprobter Weihnachtsmann lasse ich auch das über mich ergehen. Was ich übrigens schon immer über Weihnachtsmärkte sagen wollte: Weihnachtsmärkte verbreiten bunte Künstlichkeit, die so lebendig wirkt, wie Maden auf einem Leichnam. Das sage ich den A-Bekannten aber nicht. Sie würden es ohnehin nicht verstehen.

Man darf A-Bekannten keine Vorwürfe machen. Langeweile ist viel unterhaltsamer in der Gruppe. Woher ich das weiß? Kleiner Tipp: ich kenne da so eine A-Partnerin.

Beiträge: 1 009

Wohnort: Völklingen

Beruf: RnTnR + Ringelroth-Double

  • Nachricht senden

2

Sonntag, 14. Dezember 2014, 11:56

Ja, die Weihnachtszeit ist die schlimmste Zeit des Jahres - besonders, wenn sie zu Ende ist.
Ich gebe es zu - ich bin ein großer Fan von Weihnachten.
Vielleicht hängt das mit meiner Kindheit zusammen.

In meiner Erinnerung sehe ich mich heute noch, wie ich damals mit strahlenden Augen und klopfendem Herzen
vor der festlich geschmückten Tanne im Wohnzimmer stand.
Etwas Großes, etwas Geheimnisvolles ergriff mein Herz.
Und dieses Gefühl erfasst mich an Heiligabend jedes Jahr aufs Neue

Die Düfte und die Lieder - die heutzutage mancher Zeitgenosse als penetrant bezeichnet -
rühren mich auch heute noch an.
Auch wenn man in unseren Zeiten - vor allem von den Weihnachtsliedern - schon Wochen
vor dem Fest beinahe "gefoltert" wird.

Der moderne Mensch gibt sich aufgeklärt, abgeklärt und wissend.
Christkind, Nikolaus, Weihnachtsmann - welch kindische Einrichtungen.
Allenfalls den Kindern - und hier auch nur den kleinsten - gesteht man heute noch
den Glauben daran zu.

Gäbe es nicht den Brauch, an Weihnachten Geschenke zu verteilen, die ja gekauft werden müssen,
(wer bastelt, oder baut in unseren Zeiten noch Geschenke?) ich fürchte fast, das
Weihnachtsfest wäre schon längst in Vergessenheit geraten.
Man freut sich lediglich auf ein paar Tage zusätzlichen Urlaub.
Der Einzelhandel ist es doch, der aus kommerziellen Gründen dieses Fest am Leben erhält.

Ein Fest, das nur noch selten Fest der Liebe genannt wird. Wie kitschig, nicht wahr?
Wo doch die Welt in Flammen steht.
Aber ist es denn nicht gerade in den schlimmsten Zeiten wichtig, sich der Liebe zu erinnern?
Was, wenn nicht die Liebe, könnte uns denn davon abgehalten haben, dass die Menschheit sich nicht
längst selbst ausgerottet hat?
Da ist es völlig gleichgültig, ob jemand gläubig ist. Ob jemand davon überzeugt ist, dass
wir Weihnachten der Geburt eines Mannes gedenken, der der Erlöser genannt wird.
Denn was anderes als Erlösung ist denn die Liebe?
Der Mann aus Nazareth ist doch lediglich ein Symbol für Frieden und Nächstenliebe.
Und was könnte der Menschheit mehr zuträglich sein, als genau das?

Der alte Ringelroth wünscht allen Lesern ein stressfreies, frohes und
von Liebe - zu wem, oder was auch immer - erfülltes Weihnachtsfest.
http://www.lulu.com/spotlight/tetracolor
Ich bin ein Ver-Rückter. Aber ich mag mich. 8)

Hans Beislschmidt

Administrator

Beiträge: 1 162

Wohnort: Saarbrücken

Beruf: selbstständig

  • Nachricht senden

3

Sonntag, 14. Dezember 2014, 16:54

kirchliche Feiertage sollte man abschaffen.
Leben wir nun in einem säkularisierten Staat oder nicht?
Was jemand in seiner Freizeit macht oder an was er glaubt, ist seine Privatsache.
Da die Festtage missbraucht werden auf dem Rücken derer, die arbeiten müssen und Abgaben leisten, sollte das eine Selbstverständlichkeit werden. Leider spielen da die Süßwarenhersteller und der Rest der Klingelingfuzzis nicht mit.

Beiträge: 1 009

Wohnort: Völklingen

Beruf: RnTnR + Ringelroth-Double

  • Nachricht senden

4

Sonntag, 14. Dezember 2014, 18:05

Wir sind ja Weltmeister im Abschaffen.
Zuerst schaffen wir den Religionsunterricht in den Schulen ab, dann entfernen wir die Kreuze in öffentlichen Gebäuden, danach wird die Kirchensteuer abgeschafft und die kirchlichen Feiertage.
Es folgen die Weihnachtsmärkte und selbstredend der Karneval, Fastnacht, Fasching, denn sie sind religiösen Ursprungs.
Es folgen das Abreissen aller Kirchen, Synagogen, Moscheen und aller öffentlichen Versammlungsräume anderer religiöser Gruppierungen.
Dann stört auch das nervige Glockenläuten nicht mehr.
Gebete werden nur noch in Privaträumen gestattet.
Welchem Fußballprofi einfällt, nach einem Torerfolg, oder einer Einwechslung/Auswechslung ein Kreuz zu schlagen, oder dankend die Hände in den Himmel zu recken, wird mit Ächtung und Sperre gedroht.

Wer es wagt, seine Fenster, oder gar sein Haus im Dezember mit Lichtern zu schmücken, wird samt Familie enteignet und außer Landes gebracht.

Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen werden nur noch von Privatunternehmern veranstaltet. Das schafft Arbeitsplätze.

Die von den Kirchen betriebenen KiTas, Kindergärten, Krankenhäuser und anderen Sozialeinrichtungen werden selbstredend so lange geschlossen, bis geeignete Betreiber gefunden werden. Die Kids, Kranken und Verarmten werden das verstehen.

Religiöse Schriften, egal welchen Ursprungs dürfen nicht mehr gedruckt werden.
Es gibt eh schon zu viele davon. Jeder, der noch eine Bibel, Koran, Gesangbuch, oder ähnliches für seinen Privathaushalt braucht, kann beim Ordnungsamt einen Antrag stellen. Die Restbestände schaffen auf diese Weise Platz für die jetzt erforderlichen neuen Gesetze und Verhaltensregeln.

Auch über die Sonntage muss nachgedacht werden. Das Fahrverbot für LKW wird gecancelt, Autowaschen ist sonntags selbstverständlich erlaubt, jeder Ladenbesitzer darf an Sonntagen sein Geschäft öffnen.
Wir sollten den Sonntag komplett wegfallen lassen, er ist eh nur für die Faulen nützlich. Deshalb sollte er auch nicht mehr Sonntag heißen, sondern vielleicht
Vormontag, oder Nachsamstag.

Wer an sieben Tagen in der Woche malocht, hat auch keinen Bock mehr, abends ins Theater oder Kino zu gehen, oder bis nach Mitternacht in Kneipen und Diskos rumzulungern. Das wird zwar die Kunstszene und die Gastronomie ärgern, aber Kollateralschäden müssen im Namen der Säkularisierung hingenommen werden.

Alle genannten Maßnahmen steigern die Produktivität, stärken die Volksgesundheit und kommen somit uns allen zugute.

Na, dann viel Spaß beim Tanz um die goldenen Kälber bei der Wintersonnenwende.
http://www.lulu.com/spotlight/tetracolor
Ich bin ein Ver-Rückter. Aber ich mag mich. 8)

5

Montag, 15. Dezember 2014, 15:03

Hallo Leute!

Wenn man kirchliche Feiertage abschaffen will, muss man auch konsequent sein und auch das Weihnachtsgeld abschaffen! Ich glaube aber nicht, dass die Mehrheit dafür sein wird. Generell bin ich dafür, dass Löhne und Gehälter erhöht werden. Wenn man bedenkt, dass Firmen sich von Anwälten beraten lassen, wie sie den Mindestlohn umgehen können, packt mich das kalte Grausen.

Vielleicht sollten wir nicht suchen, was wir alles noch abschaffen können, über Alternativen nachdenken sollten wir aber alle.

6

Mittwoch, 21. Januar 2015, 13:17

Zitat:
"Wir sind ja Weltmeister im Abschaffen. [...]"

Deutschland sch-afft sich ab.

Beiträge: 1 009

Wohnort: Völklingen

Beruf: RnTnR + Ringelroth-Double

  • Nachricht senden

7

Donnerstag, 22. Januar 2015, 11:16

Wir werden in Zukunft einen Teil unserer Freiheit einer verstärkten Sicherheit opfern müssen.
Wir werden einsehen müssen, dass die Regierungsform "Parlamentarische Demokratie",
so wie wir sie in Deutschland seit rund 70 Jahren kennen, nicht mehr tragfähig ist.
Da die Schere zwischen einer immer wohlhabenderen Minderheit und einer immer ärmer werdenden
Mehrheit in steigendem Tempo weiter auseinander klafft, werden Unruhen und Gewalttaten immer
wahrscheinlicher. Terrorakte, wie wie sie aus RAF-Zeiten kennen, werden das unausweichliche
Chaos in ein heute nicht vorstellbares Ausmaß treiben.
Und nicht nur in Deutschland. Alle heutigen westlichen Demokratien werden in Zukunft nicht mehr
aufrecht zu erhalten sein.

Eine frei gewählte Regierung und ein Parlament, das aus Physikern, Berufsschullehrern und Rechtsanwälten besteht,
das sich dem Drängen von Interessengruppen aus der Wirtschaft unterwirft, hat in Zukunft keine Chance mehr.
Parlamentarier, die Gesetze durchwinken, deren Konsequenzen sie nicht verstehen und die sie im Grunde
auch nicht interessieren, haben ausgedient.
Ob diese Zukunft ein besseres Leben für das Gros der Bevölkerung bringen wird, ist ungewiss,
aber eine Zukunft, die von einer Parlamentarischen Demokratie, wie wir sie heute kennen, gestaltet
wird, wird einen Bürgerkrieg in Westeuropa entfachen, der seines Gleichen sucht.
http://www.lulu.com/spotlight/tetracolor
Ich bin ein Ver-Rückter. Aber ich mag mich. 8)

Heisenberg

Fortgeschrittener

Beiträge: 336

Wohnort: Görlitz/Riga/Deutz

Beruf: Freie Künstlerin.

  • Nachricht senden

8

Donnerstag, 22. Januar 2015, 19:56

Wir werden in Zukunft einen Teil unserer Freiheit einer verstärkten Sicherheit opfern müssen.
Wir werden einsehen müssen, dass die Regierungsform "Parlamentarische Demokratie",
so wie wir sie in Deutschland seit rund 70 Jahren kennen, nicht mehr tragfähig ist.
Da die Schere zwischen einer immer wohlhabenderen Minderheit und einer immer ärmer werdenden
Mehrheit in steigendem Tempo weiter auseinander klafft, werden Unruhen und Gewalttaten immer
wahrscheinlicher. Terrorakte, wie wie sie aus RAF-Zeiten kennen, werden das unausweichliche
Chaos in ein heute nicht vorstellbares Ausmaß treiben.
Und nicht nur in Deutschland. Alle heutigen westlichen Demokratien werden in Zukunft nicht mehr
aufrecht zu erhalten sein.

Eine frei gewählte Regierung und ein Parlament, das aus Physikern, Berufsschullehrern und Rechtsanwälten besteht,
das sich dem Drängen von Interessengruppen aus der Wirtschaft unterwirft, hat in Zukunft keine Chance mehr.
Parlamentarier, die Gesetze durchwinken, deren Konsequenzen sie nicht verstehen und die sie im Grunde
auch nicht interessieren, haben ausgedient.
Ob diese Zukunft ein besseres Leben für das Gros der Bevölkerung bringen wird, ist ungewiss,
aber eine Zukunft, die von einer Parlamentarischen Demokratie, wie wir sie heute kennen, gestaltet
wird, wird einen Bürgerkrieg in Westeuropa entfachen, der seines Gleichen sucht.

Sie machen es sich einfach, Sie stellen Sachen in einen Zusammenhang, den Sie nicht verifizieren.
Aber Sie machen sich Gedanken, das ist gut. Das dürfen Sie ja auch, diese Freiheit haben Sie, heute, noch.




Beiträge: 1 009

Wohnort: Völklingen

Beruf: RnTnR + Ringelroth-Double

  • Nachricht senden

9

Montag, 26. Januar 2015, 11:59

Wenn es interessiert, bitte hier mal nachlesen:

http://www.heise.de/tp/artikel/40/40546/1.html
http://www.lulu.com/spotlight/tetracolor
Ich bin ein Ver-Rückter. Aber ich mag mich. 8)

Heisenberg

Fortgeschrittener

Beiträge: 336

Wohnort: Görlitz/Riga/Deutz

Beruf: Freie Künstlerin.

  • Nachricht senden

10

Montag, 26. Januar 2015, 19:41