Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: die Kunstfechter . Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

  • »Ringelroth« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 1 008

Wohnort: Völklingen

Beruf: RnTnR + Ringelroth-Double

  • Nachricht senden

1

Dienstag, 7. Oktober 2014, 11:18

Der letzte Versuch?



Am Anfang war der Alte stolz auf sein Werk.
Doch er musste einsehen, dass niemand verstand damit umzugehen.
Es gab Zank und Streit und Krieg. Es wurde gestohlen, gebrandschatzt, gemordet und geraubt.
Er gab Spielregeln aus.
Einige hielten sich daran, die meisten aber pfiffen drauf.
Selbst die härtesten Strafen halfen nur kurzfristig.
Er war drauf und dran, aufzugeben.
Ein letzter Versuch: er beorderte seinen Sohn, den Leuten die Spielregeln mit einfachen Worten, die sie verstanden, plausibel zu machen.
Aber was taten sie?
Sie töteten ihn.
Verbittert drehte der Alte sich um und verschwand.
Das ist mehr als 2000 Jahre her.
http://www.lulu.com/spotlight/tetracolor
Ich bin ein Ver-Rückter. Aber ich mag mich. 8)

2

Dienstag, 7. Oktober 2014, 12:11

Eine Legende von Totschlag, Mord und Krieg

Mitleid erregten Menschen bei ihm und Mitleid trieb ihn zu den Menschen, nachdem der Alte ihnen den Rücken zugekehrt hatte. „Gebraucht euren Verstand!“, sagte er ihnen. Sie jubelten darüber und benutzten ihn. So erfanden sie viele Dinge, wie das Rad. Doch andere schmiedeten Waffen und zettelten Kriege an. Das wiederum erboste einige uns sie beschuldigten ihn. „Du trägst die Schuld dafür!“, sagten sie zu ihm. „Ich habe keinem Waffen zu schmieden befohlen.“ „Du predigst aber, wir sollen unseren Verstand gebrauchen. Und der Verstand bringt uns: Totschlag, Mord und Krieg. Du bist böse!“ Er aber blieb und wurde bekannt als: Teufel.

  • »Ringelroth« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 1 008

Wohnort: Völklingen

Beruf: RnTnR + Ringelroth-Double

  • Nachricht senden

3

Dienstag, 7. Oktober 2014, 14:07

Totschlag, Mord und Krieg zeugen nicht davon, dass Menschen ihren Verstand benutzen - falls er vorhanden ist.
Es sei denn, man versteht unter dem Begriff "Verstand" etwas anderes, als es bisher allgemein üblich war.
Was ist Verstand überhaupt?
Ist es das Verstehen, wie man Macht ergreift und sie erhält?
Wie man Andere ausbeutet, um sich selbst zu bereichern und den Besitz zu halten und zu vermehren?
Wie man Andersdenkende etweder knechtet, oder vernichtet?
Wenn das Verstand ist, dann wird er auf allen Kontinenten reichlich benutzt.
Angesichts der Barbarei, die weltweit - nicht nur in Nahost - zum Alltäglichen wird, habe ich den Eindruck,
die Menschheit entwickelt sich mit Siebenmeilenstiefeln rückwärts
Ein Vergleich mit Tieren wäre ein Affront gegenüber diesen Geschöpfen. Deshalb verwende ich den
Ausdruck Monster oder Bestie. Kein anderes Lebewesen dieser Welt besitzt mehr Heimtücke und Boshaftigkeit als der Mensch.
Es scheint, als entwickle sich rasend schnell eine neue Spezies. Dank moderner Tötungsmaschinerie.
Skrupellos und menschenverachtend öffnet sich das Tor zur Hölle auf Erden.
Ich bin weder Mystiker noch Fanatiker - weder politisch noch religiös. Auch kein Endzeitheraufbeschwörer.
Aber unsere Hilflosigkeit, mit der wir dem Morden, der Ausbeutung und Versklavung gegenüber stehen,
und auch der vielfach anzutreffenden Gleichgültigkeit, wird mir mulmig.
http://www.lulu.com/spotlight/tetracolor
Ich bin ein Ver-Rückter. Aber ich mag mich. 8)

4

Dienstag, 7. Oktober 2014, 20:29

Ich meinte schon Verstand. Unser Verstand hat uns das Rad erfinden lassen aber auch die Atombombe. Weißt Du, dass wir genügend Atombomben haben, um die Erde x Mal in die Luft sprengen zu können? Mir fällt oft auf, dass Leute verteufelt werden, die an den Verstand appellieren. Solche Leute heißt man dann Ketzer. Es mag Dich vielleicht interessieren, dass ich - bevor ich dieses Drabble geschrieben habe, über Bruno gelesen habe. Er war ein Mann der Kirche und predigten den Leuten, sie sollten selbst nachdenken. Das war der Kirche zu viel und so ließen sie ihn verbrennen. Mit der Geschichte selbst hat das nichts zu tun, nur mit meinem allgemeinen Eindruck, dass Leute, die irgendwie anders sind und Dinge sagen, die mancher nicht gern hören will, schnell abgestempelt werden. Auch habe ich eine Lieblingstheorie: ich glaube, der Teufel war gut! Die Bibel krankt leider unter Einseitigkeit. Wie der Teufel war, erfahren wir nur von ihr. Es gibt aber zum Beispiel ein Evangelium nach Judas, das in die Bibel nicht aufgenommen wurde, und in diesem Judas-Evangelium wird ein anderer Jesus beschrieben. Auch heißt es, Judas sei nur das Werkzeug von Jesus gewesen und haben dessen Wünsche erfüllt. Das kann man nun glauben oder nicht. Ich finde es jedenfalls interessant. Und amüsante Geschichten kann man daraus auf jeden Fall basteln.

Gleichgültigkeit missfällt mir auch. Wenn man will, trägt das mit zum Krieg bei. Das aber wäre eine andere Geschichte. Mal sehen, vielleicht fällt mir dazu was ein.

Zum Thema Ohnmacht. Ich versuche bei mir anzufangen. Ob man andere Menschen ändern kann, hoffe ich, aber ich rechne nicht damit. Mich selbst jedoch kann ich ändern. Ich kann entscheiden, ob ich gleichgültig bleibe oder nicht. Wenn man so will, ist Dichtung auch eine Entscheidung. Es gab mal eine poetische Richtung, die hieß: engagierte Literatur. Ihre Ikonen waren Sartre und Camus. Sie riefen ihre Leser zu Mitmenschlichkeit und politischem Engagement auf. Auch dieser Gedanke gefällt mir. Leider kann ich den aber nicht so umsetzen, wie ich will. Ich kann schon, aber nur in meinen Glossen. Und die sind Dir zu einseitig.

  • »Ringelroth« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 1 008

Wohnort: Völklingen

Beruf: RnTnR + Ringelroth-Double

  • Nachricht senden

5

Dienstag, 7. Oktober 2014, 22:49

Bereits an anderer Stelle hatte ich erwähnt, dass es meiner Meinung nach nichts bringt über Politik und Religion zu streiten. Meist hat doch jeder seine, in vielen Lebensjahren festgemauerten Thesen zu diesen Dingen.
Trotzdem – man könnte Hans vielleicht mal fragen, ob er es befürworten und einrichten könnte, eine gesonderte Rubrik zu eröffnen, in der solche Themen wie politische und religiöse Fragen jenseits von literarischen Beiträgen zu diskutieren.

Einstein sagte einmal:
Der Mensch erfand die Atombombe, doch keine Maus der Welt würde eine Mausefalle konstruieren.
So viel zum Thema Verstand.
Und man sollte nie Verstand mit Vernunft verwechseln, beides existiert völlig unabhängig voneinander und oftmals voller Gegensätzlichkeit.
Der Verstand der Regierenden hat uns nicht davor bewahrt, dass wir uns nicht schon längst selbst ausgerottet haben, es war die Vernunft.
Nur wenn Verstand und Vernunft in einem Gleichgewicht sind, kann die Menschheit überleben. Es ist nur die Frage, wie lange noch besteht dieses Gleichgewicht?

Was nun die Bibel betrifft, so habe ich auch dazu eine ganz eigene Meinung.
Die Kirchenoberen haben selbstredend nur die Texte in diese Anthologie aufgenommen, die ihr in den Kram passten.
Und selbst Dinge, die auch bei wohlwollender Betrachtung nur als fromme Märchen bezeichnet werden können, wie z. B. die Geschichte von Adam und Eva, werden heute noch als Tatsachen gepredigt.
Die Bibel ist ein Sammelsurium aus Fiktion und Wahrheit. Wobei die Wahrheit gewollt und bei Fehlern der Übersetzer ungewollt, nur sehr eingeschränkt als solche zu bezeichnen ist.
Das Einzige, was wir aus diesem Konglomerat beherzigen sollten, sind die an einigen Stellen erwähnten Richtlinien (Gebote), die ein vernünftiges, menschenwürdiges Miteinander möglich machen. Vor allem der Respekt vor unseren Mitmenschen und der Natur gehen uns Tag für Tag weiter verloren. Auf der anderen Seite nehmen Egoismus, Machtstreben und Respektlosigkeit zu.

Du erwähnst Sartre und Camus. Ich denke, dass es bisher noch kein Literat geschafft hat, die Welt zum Besseren zu bewegen. Vielleicht haben sie ein paar Leser zum Nachdenken gebracht – mehr nicht.
Wann hat der Mensch begonnen, seine Artgenossen zu töten, oder zu beherrschen?
Beinahe genauso lange versuchen Autoren ihre Leser zum Nachdenken und zur Abkehr vom Bösen zu bewegen.
Hat es was genutzt?
Die Antwort ist: Nein
Damit will ich nicht sagen, dass wir aufhören sollten, an das Gute im Menschen zu appellieren, aber wir sollten uns keine Hoffnung machen, dass es im Großen und Ganzen die Menschheit auf einen besseren Weg bringen wird.

Noch etwas zu deinem letzten Satz:
Satire ist wie eine Fliegenklatsche in einem Zimmer voller Fliegen. Wir freuen uns, wenn wir damit die eine oder andere erwischen. Das tut unserer Seele gut. Deshalb mag ich Satire auch. Aber sie ist völlig ungeeignet, die riesige Anzahl von Fliegen zu erlegen. Dazu muss man Grundlegendes verändern.
http://www.lulu.com/spotlight/tetracolor
Ich bin ein Ver-Rückter. Aber ich mag mich. 8)

Ähnliche Themen