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Donnerstag, 28. Januar 2010, 23:00

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Dezembersonne
tief über weiß bedecktem Feld
fällt Schnee fein wie Staub
tausend kleine Kristalle
glitzern silbern in der Luft

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Elly« (7. Februar 2010, 13:11)


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Samstag, 30. Januar 2010, 14:03

ach herrjeh,... gerade muss ich feststellen, dass ich mich wohl noch nicht so sicher im einstelligen Zahlenbereich bewege, wenn ich nicht meine Finger zu Hilfe nehme 8| ... da hat der zweite Vers doch tatsächlich acht Silben mitbekommen.

Das kommt davon, wenn man auf die Schnelle was ändert... die ursprüngliche Fassung war nämlich:

Dezembersonne
tief über verschneitem Feld
fällt Schnee fein wie Staub
tausend kleine Kristalle
glitzern silbern in der Luft.

Und dann sah ich plötzlich Brigitte von DalliDalli vor mir, die sagte: Hmmm, da ist ein Schnee zu viel. Das ziehen wir ab.

Aber so geht das natürlich auch nicht... da muss ich noch mal in mich gehen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Elly« (7. Februar 2010, 13:10)


3

Samstag, 30. Januar 2010, 15:54

ich bin mir allerdings sicher, elly,


dass auch beim ins deutsche übernommene tanka, genau wie beim haiku, mittlerweile gilt: es darf von der exakten silbenzahl zugunsten des inhalts oder einer ganz speziellen aussage schon mal abgewichen werden.

abgesehen davon, dass ja überhaupt fraglich ist, wie nah nicht-originalsprache einer so speziellen gedichtform, die tief in der tradition der dort herrschenden kultur verankert ist, kommen kann. die dort geltenden, gezählten moren sind ja nicht mit unseren silben gleichzusetzen...


schön find ich es so und so. dein tanka.
was aber hältst du von der umstellung der dritten zeile in

"fällt Schnee fein wie Staub".

das gäbe dem ganzen für mein empfinden einen noch sanfteren, flüssigeren klang.
was meinst du?


so oder so - sehr gern gelesen!
tanka, wie ich es mag.


lieber gruß,

keinsilbig

4

Samstag, 30. Januar 2010, 17:46

Liebe Keinsilbig,

vielen Dank für deinen Comment... und vor allem danke für deinen Verbesserungsvorschlag... es klingt tatsächlich deutlich besser :thumbsup:
Darf ich das so übernehmen?

Ich kenne die endlosen Diskussionen zwischen Orthodoxen und Modernisten, was die Silbenzählung betrifft... die einen hüten den heiligen Gral, die anderen produzieren Minimallyrik, die mit ihrem historischen Vorbild nicht mehr viel gemein hat (so zum Beispiel Jack Kerouac, um mal einen bekannteren Namen zu nennen).
Leider drängt sich mir bei letzteren auch oftmals der Eindruck auf, dass nur ein Hintertürchen gesucht wird, wenns mal grade nicht passt.

Auch ich denke, dass viele Dinge aufgrund des Kulturunterschieds nicht Eins-zu-Eins übernommen werden können, ich halte es auch nicht für erstrebenswert... wie leicht kommt nur ein Abklatsch dabei heraus. So würde ich als Kigo auch niemals den Frosch bemühen, das versteht doch hier kein Mensch. Auch mit der Kirschblüte tue ich mich schwer, obwohl die Kirsche auch bei uns im Frühjahr blüht. Schön finde ich, wenn etwas Eigenständiges entsteht, was aber sein Vorbild noch erkennen lässt.

Ansich schreibe ich, wenn ich mich an Lyrik versuche, gerne freirhythmisch und es muss sich auch nicht reimen (ich finde, es muss vor allem fließen), was von elitären Clustern ja grundsätzlich abgelehnt und deswegen auch ignoriert wird, was wiederum von mir ignoriert wird :D
Daher finde ich es umgekehrt interessant, mich in dieser strengen Form zu üben und sprachliche Mittel hierfür zu finden. Die Herausforderung beim Haiku (oder Tanka) ist für mich, ein Bild auf den Punkt zu bringen und ich möchte mir das Hintertürchen hierbei nicht gestatten ;)

Vielen Dank fürs Lesen und Kommentieren.
vlg
Elly

5

Samstag, 30. Januar 2010, 19:28



...deinen Verbesserungsvorschlag...
Darf ich das so übernehmen?



gern doch. freut mich, wenn ich etwas beitragen konnte. :)

I...auch oftmals der Eindruck auf, dass nur ein Hintertürchen gesucht wird, wenns mal grade nicht passt.


klar. überall gibts die, die es ein wenig biegen und dann aus der not eine tugend machen. es darf sich ja gottlob jeder selbst sein bild davon machen, wie er was findet ;)

... freirhythmisch und es muss sich auch nicht reimen (ich finde, es muss vor allem fließen), was von elitären Clustern ja grundsätzlich abgelehnt und deswegen auch ignoriert wird, was wiederum von mir ignoriert wird :D
Daher finde ich es umgekehrt interessant, mich in dieser strengen Form zu üben und sprachliche Mittel hierfür zu finden. Die Herausforderung beim Haiku (oder Tanka) ist für mich, ein Bild auf den Punkt zu bringen und ich möchte mir das Hintertürchen hierbei nicht gestatten ;)



für ersteres in diesem zitat gehört dir von mir ganz persönlich ein (verschwörerischer zwinker-) orden und zu zweiterem sag ich: ich verstehe und respektiere sehr dein motiv, dich ohne hintertürchen im disziplinieren zu üben. ich habe auch die erfahrung gemacht, dass mir das manchmal sehr guttut. :thumbup:



lieber gruß zurück,


keinsilbig