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1

Donnerstag, 28. Januar 2010, 12:13

gescholtnes herz

wie oft schon hab ich laut mein herz verflucht
ob seiner kraft in leidenschaft so fest zu schlagen
für menschen, lieben, taten, die es wert zu wagen,
wissend, dass mein gefühl dort heimat sucht.

nicht oft noch bin dabei ich schon gefallen,
doch wenn ich fiel, dann immer bodenlos und hart.
ganz einfach loszulassen ist nun mal nicht meine art,
viel eher die, im sturz mich weiter festzukrallen

an allem, was fels, baum, herz, hand zum greifen bieten,
an jedem – sei's auch noch so winzgen - anhaltspunkt,
den man, mein SOS empfangend, mir zurückgefunkt.
ich kann und konnt nur so, egal, was andre rieten.

du warst mir baum, so dacht ich, fest, grünend und rindenweich.
zu gerne lehnte ich an deinem stamm im schatten.
glaubte zu spürn, dass wir viel aneinander hatten.
nun gähnt ein schwarzes loch, dort, wo kein wurzelreich.

und noch im fall werd ich gewahr deiner verwandlung:
es sind nicht äste, die du mir nicht reichst, ´s ist deine hand,
die du mit kaltem blick nun vor mir birgst tief im gewand.
mein herz schelt ich „so dumm!“ – ´s ist meine letzte handlung.





.keinsilbig ´ 10

Berry Rose

unregistriert

2

Donnerstag, 28. Januar 2010, 13:34

Eine Spur zu wahr :|
Aber schön in Worte gefasst! Mir gefallen Reimschema und Sprache, nur beim Metrum komm ich beim Lesen manchmal ein bisschen raus (aber nur beim leise lesen).
Wie immer fass ich mich ganz kurz, hoffe es stört nicht!

Gruß
Berry

3

Donnerstag, 28. Januar 2010, 13:39

nur beim Metrum komm ich beim Lesen manchmal ein bisschen raus (aber nur beim leise lesen).
Wie immer fass ich mich ganz kurz, hoffe es stört nicht!




stört nicht, berry.

ich bewundere leute immer ein wenig, die das talent haben, dinge auf den punkt zu bringen. 8)

ja. zu wahr. aber die eindringlichsten sachen sind wohl immer die, die man aus selbst erlebtem schreiben kann (mit der nötigen distanz oder auch um diese beim schreiben herzustellen).

ich weiß, meine gedichte funzen metrisch meist "nur" beim laut lesen. ich hab auch schon beim schreiben das gefühl, ich "sing" sie dabei in meinem kopf. (bin ich deshalb ein freak? ?( ;( ;) )


lieber gruß,

keinsilbig

Berry Rose

unregistriert

4

Donnerstag, 28. Januar 2010, 13:42

Ach komm, steckt denn nicht ein Freak in jedem von uns? ;)

5

Donnerstag, 28. Januar 2010, 14:09

Ach komm, steckt denn nicht ein Freak in jedem von uns? ;)



na, das hoff ich ja eigentlich doch.
sonst wär ich ja der einzige der sich so fühlt, als wären heut tausende geisterfahrer auf der autobahn und man der einzige, der in die richtige richtung unterwegs ist.... :P

6

Samstag, 30. Januar 2010, 17:16

Wie oft habe ich dein Gedicht schon gelesen, liebe Keinsilbig, und weiß immer noch nicht, ob ich meine Gedanken und Gefühle hierzu wirklich in Worte fassen kann... denn deine Zeilen berühren mich tief... ein bisschen schmerzhaft und mit Wehmut.
Wahrscheinlich, weil ich mich dort auch wiederfinden kann.

Es zeigt in sehr schöne lyrische Worte gefasst, wie weit doch der Weg vom Kopf zum Herzen ist. Doch ein Leben, dass durch Gefühl und Leidenschaft gekennzeichnet ist, so weh es auch manchmal tut (denn das tut es nicht immer, auch die Freude und das Glück werden viel intensiver genossen), scheint mir viel mehr wert zu sein, als ein Leben bestimmt durch Ratio und Kalkül.

Bestimmt nicht zum letzten Mal gelesen
von Elly

7

Samstag, 30. Januar 2010, 19:08

ein tiefempfundenes danke, elly,


für deinen offenen und einfühlenden kommentar zu meinem herzensgedicht hier.


deine antwort spricht mir sehr aus dem herzen.
und mit dem gehe ich an die liebe heran, weil alles andere ein scheiterkonzept ist und mE nicht liebe genannt werden darf. wenn das jemand tut, ist es meist eine selbstlüge oder eine "notversion" von liebe, aus welchen traurigen gründen auch immer.

meine mutter hat das nie verstanden und immer gesagt, sie hätte lieber den spatz in der hand als die taube auf dem dach, auch, wenn das heißt, dass man "nicht ganz" liebt. aber das risiko verletzt zu werden, wäre auf die art minimiert.

aber das kann ich nicht. und will ich auch nicht.
egal also, wenn ich weiß, ich könnte irgenwann mal wieder so fallen - ich werde es dennoch für mich nicht anders handhaben. und würde das auch nicht wollen.



herzlicher gruß,

keinsilbig

Beiträge: 41

Wohnort: Saarlouis

Beruf: erlernter Beruf: Steuerfachgehílfin, Marketingagent, Schriftstellerin

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8

Dienstag, 2. Februar 2010, 18:27

Wie gut, dass nicht immer der Verstand siegt!

Worte von großer Tiefe!

9

Dienstag, 2. Februar 2010, 18:43

schönen dank, kirvenhannes.


dein kommentar freut mich wirklich sehr. danke und


lieben gruß,

keinsilbig