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Freitag, 13. September 2013, 19:58

Aphorismen,13.09.13

Jeder Literat
öffnet mit seinem Buch
eine Trendfabrik
eigener Anschauungen.
Jeder betreibt eine Politik der Ansichten,
auch die sogenannte Schöne Literatur.

Ein Dichter ist nicht bloß ein Fabrikant
schöner und spannender Dichtung,
sondern auch ein Trendfabrikant
eigener Denkarten.

Kunst ist Werbung,
Werbung ist Politik.

Bei Wahlwerbung finde ich den Hinweis wichtig,
die Verantwortung dieser Werbung liege ausschließlich in der Hand
derjenigen Partei, für die geworben würde.
Erinnert an Beipackzettel von Medikamenten, die aufmerksam machen auf
Juckreiz und Hirnschäden.

Parteien wie Tabletten können tödlich sein.
Müssen es vielleicht auch.

Jedes Land hat sein Wappentier.
Deutschland: die eierlegende Wollmilchsau.

Auch satte Tiere dichten Satiren.

Die Satiren satter Tiere sind besonders sa-tierisch.

Literarische Werke, die liebenswert sind,
sind zugleich auch lächerlich.
Der Beweis sind die Parodisten,
die ins Lächerliche ziehen, was sie lieben.

Parodist X. ist ein missverstandener Aufklärer.
Seine Arbeit meint: denk mal
und sein Publikum versteht: Denkmal.

Poeten, die in Fußstapfen anderer treten,
hinterlassen selbst keine.
Parodisten treten sie daher breit.

Poeten müssen in Fußstapfen anderer treten,
um ihren Weg zu finden,
oder, es werden Parodisten.

Der Parodist ist der Wirtskörper des Poeten.

Satiriker sind der Gedanken
Scharfrichter oder Soldaten.
Schriftsteller auch –
sich selbst gegenüber.

Dichter: stümperhafte Denker.
Sie drücken in ihren Büchern ihr inneres Selbst aus.
Das kann man als symbolische Philosophie bezeichnen;
als eine Philosophie, die auf der Stufe der Psychologie
und des Privaten bleibt.

Es gibt Philosophie und symbolische Philosophie,
symbolische Philosophie ist poetisches Selbstbekenntnis.

Für Lessing war der Kopf heilig, für Novalis der Körper.
Lessing trennte den Kopf vom Körper
und Novalis den Körper vom Kopf.
Was beide als heiligen Akt bezeichnen, war Henkertum.

Man berührt den Himmel,
wenn man einen Menschenleib betastet.
Novalis.

Und befummelt man ihn gerade,
ist es, als würde sich Gott selbst befriedigen?

Dichterei hat wenig zu tun mit Philosophie.
Andere lässt es am Leben des Poeten teilhaben,
ähnlich Kaffee trinkenden Damen beim plauschen.
Das ist nicht unphilosophisch,
doch mehr Unterhaltung als Philosophie.

Er ist nicht pummelig,
seine Gedanken sind pfundschwer.

Was dem Denker der Schlaganfall,
ist dem Musiker der deutsche Schlager.

Vom deutschen Schlager beim Sch… getroffen.

Kinder sind die Helden des Alltags.
Ohne viel Aufhebens
schenken sie Heiterkeit.

Am 12. September 2013 habe ich meinen persönlichen Rekord gebrochen:
20 Sprüche sind mir gelungen. Der alte Rekord lag bei 14 Stück an einem Tag.
Was fühle ich mich so gehoben.
Andererseits: es sind Aphorismen und keine Gedichte.
Und auch noch von der leichteren Sorte.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Wolfgang« (13. September 2013, 20:07)


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