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Joame Plebis

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  • »Joame Plebis« ist der Autor dieses Themas

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1

Dienstag, 29. Mai 2012, 08:50

Betroffen

Auf Einmal wird alles Vergangenheit sein,
des Alltages Freuden und Zwänge;
es enden die schönsten Gesänge,
- du kehrst in die Ewigkeit ein.

Abrupt ohne Ausklang und ohne Applaus,
ein strahlen- und lichtlos Vergehen,
nicht himmlische Herrlichkeit sehen;
vielleicht noch ein Zucken - und aus!

Den Tag abzuwenden, vermögen wir nie,
bar jeglichen Sinnes ist Hoffen;
was dann ist, ist er selbst betroffen,
verrät sich dem Lebenden nie.


© Joame Plebis

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Joame Plebis« (3. Juni 2012, 10:09)


Hans Beislschmidt

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2

Dienstag, 29. Mai 2012, 10:02

Hey Joame,
hätt ich's damals schon gekannt, ich hätte das Gedicht bei Tinas Beerdigung verlesen. Sehr berührend .... und trifft auch meine Einstellung zum unspektkulären Ableben, vor allem die zweite Strophe.
Gruß vom Hans

Joame Plebis

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3

Dienstag, 29. Mai 2012, 13:08

Danke Hans! Bei dem Thema kann ich nicht viele lustige Zusätze machen.

Es ist gestern entstanden. Ich bin, wie wir schon korrespondiert haben, an der Arbeit. Zum Beispiel wäre diese hier gezeigten Zeilen auch zur Auswahl hinzuzufügen.(?) Man glaubt nicht, wie viele gravierende Fehler man sieht, liest man fertig Geglaubtes durch.

Freundlichen Gruß! :)
Joame

4

Mittwoch, 30. Mai 2012, 15:44

Hallo Joame,

ich finde den Ton berührend, wie Hans richtig schreibt, könnte man es bei einer Beerdigung vortragen. Eins fällt mir aber auf: wenn ich Dein Gedicht mit dem von Matthias Claudius vergleiche (Der Mensch), dann fällt mir auf, dass er konkreter ist. Du bist abstrakter. Auch finde ich Deinen Schluss etwas vertrakt: wenn man selbst betroffen ist, dann weiß man nicht was kommen mag; ist man aber nicht betroffen, weiß man`s dann? Ich glaube, man weiß nie, was kommen wird - egal ob man betroffen ist oder nicht.

Ja, es gibt Geschichten darüber, was Leute, die Nah-Tod Erlebnisse hatten, erlebt haben wollen. Bewiesen ist aber nichts, außer, dass sie zu wissen glauben.

Vielleicht bin ich mit Deinem Gedicht zu kritisch, aber ich schreibe auf, was mich an Deinem Text bewegt. Ich denke, das kannst Du als Dichter aushalten.

LG

Wolfgang

Joame Plebis

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5

Mittwoch, 30. Mai 2012, 16:39

Guten Tag, Wolfgang!

Danke für das Lesen und Deine Meinung! Zu der Stelle, die Dir Gedanken machte:

Zitat

was dann ist, bist du selbst betroffen,
verrät sich dem Lebenden nie.

Das sehe ich sehr einfach:
daß keinem Lebenden bisher verraten wurde oder bekannt ist, was ist, wenn es geschieht - wenn man betroffen ist.
Deinen Gedankengang kann ich nachvollziehen, daher ist mir verständlich.

Zitat

wenn man selbst betroffen ist, dann weiß man nicht was kommen mag; ist man aber nicht betroffen, weiß man`s dann?

Meine Antwort: Nein, bisher noch nicht. Eine Null kann multipliziert werden, egal mit welcher Zahl, das Ergebnis wird Null sein. ?(

Es ist fast schmeichelnd, einen Vortrag bei einer Beerdigung in Erwägung zu ziehen, doch die Hinterbliebenen in Trauerstimmung würden sich dafür nicht sehr bedanken; besonders für die Stelle: vielleicht noch ein Zucken - und aus. Diese Stelle müsste vorher für erwähnten Zweck abgeändert werden.

Nein, keinesfalls bist Du zu kritisch, das ist schon richtig, hier mitzuteilen, was man denkt (im Alltag aber oft nicht gut).
Zum Glück - oder auch leider, kann ich das was ich schreibe, auch beurteilen (nicht immer so gut wie andere), doch zu diesem Gedicht, das für mich eine einfache und realistische Aussage ist, würde ich als Kritiker ein kopfwiegendes Naja sagen und es irgendwie durchgehen lassen. Also bist Du gar nicht so kritisch, sogar gnädig zu mir. Danke!

Wenige kennen oder verstehen Claudius, der aber wahrscheinlich seiner Zeit voraus war. Du meinst ich sei abstrakter. Ja, hier gehe ich gar nicht auf Details ein (So ein ähnliches wie 'Der Mensch' habe ich auch irgendwo.) , da es alle betrifft. Es ist allgemein gehalten, nur mit der mir wichtigen Aussagen, alles wird Vergangenheit sein, dagegen gibt es kein Mittel, was nachher kommt, wissen wir nicht. Leider ist es so!

Sollte ich ein Gegenmittel finden, melde ich mich. Bis dahin könntest Du meiner Religion beitreten, die ich neu gründen werde.
Um diese gegenüber den bestehenden Religionen glaubwürdig und wahrhaft erscheinen zu lassen, bedarf es selbstverständlich eines neuen Propheten, der die bisherigen ausser Kraft setzt. Den biete ich auch an -im Dutzend billiger gegen Vorausbezahlung und mit Umweltgarantie.
(Nachtrag: ich habe am 3.6. die Stelle 'bist du einst betroffen' zu 'ist er einst betroffen' abgeändert.

Freundlichen Gruß!
Joame

Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von »Joame Plebis« (3. Juni 2012, 10:51)


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