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Freitag, 2. März 2012, 19:50

Viktoria und Johann I

Personen:Viktoria, Studentin (18 Jahre alt) Johann, Student (18 Jahre alt
Das Bühnenbild muss nicht realistisch sein, es genügt ein angedeutetes Bühnenbild mit Versatzstücken.
Viktoria und Johann kommen eben aus ihrem Studentenwohnheim, vor dem Johanns Auto parkt. Beide führen eine zwanglose Unterhaltung, die aber eher von ihr als von ihm ausgeht.
Viktoria:Ich bin wegen dem Studium zugezogen - und du?
Johann:Ich bin in dieser Stadt geboren und aufgewachsen. Leider fängt bald meine Vorlesung an. Lass uns doch später plaudern.
Viktoria: Später hast du mich längst wieder vergessen.
Johann: Nein, bestimmt nicht. Ich denke an dich, Maria.
Viktoria: Ich heiße Viktoria.
Johann: Verdammt, da ist mir schon wieder -
Viktoria: (unterbricht ihn) Macht nichts, Johann.
Johann: Ich hab`s nicht so mit Namen, tut mir leid. Also, bis dann.
Viktoria: Mit wäre nach der Uni recht.
Johann: Da kann ich aber nicht.
Viktoria: Stimmt ja, du wolltest zu Deiner Mutter.
Johann: Du sagst es, also mach`s gut.
Viktoria: Was für ein schnittiger Wagen.
Johann:Ist neu gekauft, Mama sei dank.
Viktoria: Nimmst du mich mit?
Johann: Klar, warum nicht?
Verwandlung.
In Viktorias Wohnzimmer. Auf dem Tisch liegen offene Bücher und Schreibblöcke. Beide sitzen auf dem Sofa und kommen sich näher.
Viktoria: Die Sonne scheint so hell, ach, bestimmt sind da die Parks mit Leuten bevölkert, die spazieren gehen und dabei Händchen halten.
Johann: Für die Parks ist es schon zu kalt, da holt man sich nur Grippe.
Viktoria: Nicht, wenn man sich gegenseitig warm hält.
Johann: Zum Glück sind wir im warmen, da brauchen wir uns nicht gegenseitig wärmen und obendrein können wir uns prima auf das Studium konzentrieren.
Viktoria: Stimmt, wir wollten studieren. Sobald man gemeinsam studiert, ist es weniger trocken.
Johann: Sicher, zu zweit lernt`s sich leichter und schneller.
Viktoria: Und man kommt sich dabei näher.
Johann: Näher? Ja, gewiss! Man kommt sich näher in einem geistig - ideellen Sinn. Quasi, eine seelische Verbrüderung, um die geistige Einsicht, bis hin zur göttlichen Erkenntnis zu steigern.
Viktoria: Ich meinte eigentlich eine andere Art von Nähe.
Johann: So, welche denn?
Viktoria: (öffnet ihre Bluse) Sag bloß, dass ich dir nicht gefalle?
Johann: Eigentlich wollten wir studieren.
Viktoria: Man kann doch das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden.
Johann: Schon, irgendwie.
Viktoria: (zeigt ihm ihre Brüste) Bin ich etwa nicht wert, studiert zu werden?
Johann küsst sie und wälzt sich mit ihr auf dem Sofa.
Verwandlung.
Auf dem Unigelände. Die Studenten bekommen ihre Abschlussdiplome verliehen und haben allen Grund zum feiern. Inmitten dem Trubel stehen Viktoria und Johann, die jetzt älter sind, etwa Mitte zwanzig.
Johann: Endlich erlöst. Endlich sind die Prüfungen vorbei.
Viktoria: Das kannst du laut sagen. Diese ständige Büffelei war die reinste Hölle.
Johann: Immerhin haben wir jetzt die Diplome.
Viktoria: Ja, das ist großartig, genauso wie die Tatsache, dass heute ein sonniger und warmer Tag ist.
Johann: (kritischer Blick) Naja, es könnte ruhig wärmer sein. Aber was soll`s, endlich steht mir die Welt offen! Beruf ich komme!
Viktoria: Mit anderen Worten: du verlässt mich?
Johann: (verblüfft) Das habe ich nicht gesagt.
Viktoria: Prima, dann lass uns mit der Beziehung ernst machen.
Johann: Du meinst wir könnten...
Viktoria: Ja, das könnten wir.
Johann: Das ist eine ausgezeichnete Idee!
Viktoria: Ich habe oft gute Ideen.
Verwandlung.
Vor der Kirche. Johann wartet ungeduldig auf Viktoria, die eben eintrifft.
Johann: Da bist du ja endlich, der Pfarrer ist schon ungeduldig. Wo warst du nur so lange?
Viktoria: Ich wurde aufgehalten.
Johann: Aufgehalten? Sag mal, hast du getrunken? Du hast ganz glänzende Augen.
Viktoria: Getrunken habe ich nicht.
Johann: Aber du riechst nach Schnaps.
Viktoria: Ich habe aber nicht getrunken, Johann, nur genippt!
Johann: Das fängt ja gut an, Viktoria. Lass uns endlich heiraten, bevor noch ein weiteres Problem auftaucht. Übrigens: wo ist deine Trauzeugin?
Viktoria: Die liegt noch unterm Küchentisch.
Verwandlung.
Im Wohnzimmer der neuen Wohnung. Viktoria sitzt auf dem Sofa und wartet ungeduldig auf Johann, der eben von der Arbeit kommt.
Viktoria: Deine Mutter ist sauer auf mich.
Johann: Guten Abend Viktoria. Nein, die Büroarbeit war nicht anstrengend, nicht im Geringsten. Und wie war dein Tag?
Viktoria: (unbeteiligt) Sie hat mich zum Kaffee eingeladen, aber ich habe abgesagt.
Johann: Und wo ist das Problem? Kannst du sie etwa nicht leiden?
Viktoria: Ich kann deine Mutter leiden, aber ich habe für Kaffeekränzchen keine Zeit.
Johann: Wieso hast du keine Zeit? Du arbeitest nicht und kannst den ganzen Tag daheim verbringen.
Viktoria: Ich hatte heute ein Vorstellungsgespräch.
Johann: (verblüfft) Du willst arbeiten - ernsthaft?
Viktoria: Ich wurde genommen.
Johann: Aber ich dachte -
Viktoria: (unterbricht ihn) Ich bin keine Topfpflanze fürs Wohnzimmer.
Verwandlung.
Im Wohnzimmer. Beide haben sich gerade auf dem Sofa gewälzt und ruhen sich aus.
Viktoria: Ich bin schwanger.
Johann: (umarmt und küsst sie) Toll! Spitze! Großartig!
Viktoria: Wie man`s nimmt.
Johann: Was meinst du?
Viktoria: (macht sich los) Ich lass es abtreiben.
Johann: Warum? Pause. Hast du eine Krankheit?
Viktoria: Ich bin völlig gesund.
Johann: Was dann?
Viktoria: Ich will keine Kinder, ich will Karriere.
Verwandlung.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Wolfgang« (2. März 2012, 19:55)