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Phillip Nekro

unregistriert

1

Freitag, 2. Dezember 2011, 17:32

Weihnachtsgedenken

Weihnachtsgedenken

Schmutzgeflock treibt himmelwärts,
Eiskristalle glühen.
Weihnachten in aller Herz,
Trauerkränze blühen.

Sonnengrell der Wald verworren,
Unkraut strebt nach oben,
Flüsse Seen halb verdorren,
in den Schläfen: Adern toben.

Pneus berasen den Asphalt,
rechter Fuß am Gaspedal.
Schattenhaft ist die Gestalt,
Weihnachtsfrauen überall.

Frühjung wars die Schneeballschlacht,
dazu fehlt nun Eis und Pole.
Gegner werden umgebracht,
mit der Glock-Pistole.

Nächte werden immer länger,
unter Tags das Böse wacht,
Drogen, treue Seelenfänger
und das Christkind schallend lacht.

2

Freitag, 2. Dezember 2011, 17:54

ist mir persönlich jetzt ein bisschen zu gewollt unromantisch.
ein anti-weihnachts-scheinheiligkeits-gedicht sozusagen. allerdings durch das gar arg gewollt wirkende negative auch schon wieder kitsch in gewisser weise.


lg

keinsilbig

Phillip Nekro

unregistriert

3

Freitag, 2. Dezember 2011, 22:51

danke für deine befassung mit dem text.

ich gedachte es als rohen kitsch (wie du siehst hast du den nagel nur knapp neben der spitze - aber dafür voll - getroffen) aus einer anderen epoche.) alle weihnachtslyrik ist mit kitsch und tränen-fluid saturiert, warum nicht als eine revers-platitüde?

mfg
PN

4

Samstag, 3. Dezember 2011, 00:03

hm. gute frage.


weil ich von platitüden, auch wenn sie gegenplatitüden sind, nicht viel halte?
weil ich nicht auf eine platitüde gefasst war?
weil ich weihnachts-verweigerung für ebenso überzogen halte wie den übermäßigen lieblichkeits-schwelge-drang, der mit diesem fest oft einhergeht?
weil die platitüden nur entgegengesetzte extreme wahrnehmen und "gesunde" mittelwege ausschließen?

vermutlich von allem etwas.

mir persönlich wär halt was gesellschaftskritisches mit tiefgang lieber gewesen. durchaus auch mit ironie verfasst und humorig, aber eben nichts derart aufgesetztes.


lg,

keinsilbig

Phillip Nekro

unregistriert

5

Samstag, 3. Dezember 2011, 01:25

Zitat

ZITAT KEINSILBIG: mir persönlich wär halt was gesellschaftskritisches mit tiefgang lieber gewesen. durchaus auch mit ironie verfasst und humorig, aber eben nichts derart aufgesetztes.



gerne:

http://www.youtube.com/watch?v=AcO4TnrskE0&feature=related

und als kleine draufgabe:

Eine Nacht in Bettelhem


Am Rand vom stinkend Bettelhem,
gabs eine Hütte voll aus Lehm.
Drin schiß ne' Kuh aufs Boden-Stroh,
das machte die drei Waisen froh.

Da ist das Kind, da ist das Kind,
hol deine Leica blitzgeschwind.
Und das ist dann die Geschicht,
vom Komet mit Streifenlicht.


mfg
PN

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Phillip Nekro« (3. Dezember 2011, 12:13)


6

Samstag, 3. Dezember 2011, 11:37



Da ist das Kind, da ist das Kind,
hol deine Leica blitzgeschwind.
Und das ist dann die Geschicht,
vom Komet mit Streifenlicht.


:D :D

Phillip Nekro

unregistriert

7

Samstag, 3. Dezember 2011, 12:16

lachen - wenn auch nur via smileys ist eine feine belohnung, werte keinsilbig.


ps.: ich musste BETTELHEIM (ich dachte dabei zuviel an BRUNO, den ich gerne gelesen habe) auf BETTELHEM ändern, da das i auf e nicht reimt. das widerfährt dem "with haste comes waste" fabulanten.

mfg
PN

8

Samstag, 3. Dezember 2011, 18:38

lachen - wenn auch nur via smileys ist eine feine belohnung, werte keinsilbig.




freut mich, denn so war es auch gedacht, P.N. :)

m.E. ist es nicht sinnvoller, wenn "ich hab fein gelacht" da steht, als wenn da ein, zwei emoticons das bildhaft machen. hören kann mans so oder so nicht. :rolleyes:

Joame Plebis

Fortgeschrittener

Beiträge: 475

Wohnort: Wo man mich duldet

Beruf: Strassensänger, der aus Scham nicht singt

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9

Sonntag, 4. Dezember 2011, 00:14

Schönen Abend!

Zitat

Am Rand vom stinkend Bettelhem,
gabs eine Hütte voll aus Lehm.
Drin schiß ne' Kuh aufs Boden-Stroh,
das machte die drei Waisen froh.
....usw.

Das macht direkt Lust zu ähnlichen Versuchen.

Vielleicht werde ich wenigstens dieser Versuchung unterliegen.
Gruß
Joame

Phillip Nekro

unregistriert

10

Sonntag, 4. Dezember 2011, 23:49

Es schmollt der Josh an Kobels Mauer;
es dröhnt sein Kopf, der Mann ist sauer:
„Hey Mirjam, komm und sag mir doch:
seit zwei Jahrn‘ krieg ich ihn net hoch.
Hab Tag und Nacht dich ausgecheckt,
und du kommst mir mit „unbefleckt?
Und nu der Fratz, dös iss ein Heckel,
wer zahlt uns dafür einen Schekel?"
„Ach Joscherl, Geld und Alltagstrott?
ich geb der Welt den lieben Gott!“