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Joame Plebis

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1

Mittwoch, 23. November 2011, 10:23

25 Watt

Bei fünfundzwanzig schwachen Watt,
sitzt er am Brett und spielt.
Erst gestern setzte er sich matt
- ob er da nicht gemogelt hat,
verlor bewußt gezielt?

Die Farben sind ihm heute trüb;
der Stuhl, er knackst, - ein Wurm?
Jetzt vis a vis - stereotyp -
schlägt lachend er den Turm.

Die Zimmerdecke hat ein Loch,
daneben steckt ein Dübel;
der Draht, er hält die Lampe doch?
Bis jetzt, tat er es immer noch,
falls nicht, dann auch kein Übel.

Er streckt die Hand aus und zieht schnell,
dann wechselt er den Platz,
von wo er hin zur Türe sieht.
Die Samtpfote mit weißem Fell,
miaut - und dann ein Satz;
er will sie kraulen, doch sie flieht.

Zwei vor, eins links, mit Springerzug,
vornüber konzentriert
starrt grübelnd er und macht sich klug,
ahnt einenTrick und wittert Trug,
wird langsam konsterniert.

Wenn er den Bauern nicht gleich nimmt,
der auf G 7 steht,
wird er zur Dame ganz bestimmt
- und alles ist zu spät.

Er summt 'Auf, auf,...' (was keiner hört),
schlägt dann als Vis a Vis
den Läufer, der gewaltig stört,
schaut als sein Gegner recht empört
und bietet sich Remis.

©

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Joame Plebis« (23. November 2011, 18:50)


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2

Mittwoch, 23. November 2011, 13:43

Ein Schachspiel mit 25 Watt hat 12,5 schwarze und 12.5 weiße Watt und beim Halma gibts auf keinen Fall Elfmeter.
http://www.amazon.de/Himmelthor-Hondo-Fa…lthor+und+hondo
Ich bin ein Ver-Rückter. Aber ich mag mich. 8)

Joame Plebis

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3

Mittwoch, 23. November 2011, 16:18

Vielen, vielen herzlichen Dank, Ringelroth!

Ich konnte nicht ahnen, daß es Dir so gut gefällt, wie Du zum Ausdruck bringst. Danke für den eingehenden Kommentar, der mich auf einige Stellen hinweist, die ich verbessern könnte.
Es ist immer wieder schön, einen produktiven Kommentar zu erhalten, der seine Begeisterung ausdrückt und beweist, den Sinn eines Gedichtes erfaßt zu haben.

Gruß
Joame

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4

Mittwoch, 23. November 2011, 17:01

Wenn du so um Haue bittest, dann sollst du sie auch bekommen 8)
1. Strophe 1 .Zeile: doppelt gemoppelt, bei fünfundzwanzig Watt ist eine Deckenbeleuchtung per se nicht stark
3. Strophe 1.+2.Zeile: Löcher nicht richtig gezählt, die Zimmerdecke muss mindestens 2 Löcher haben, denn wo sonst steckt der Dübel drin?

Weiter hab ich nix zu monieren. Insgesamt eine zum schmunzeln anregende One-man-show.
Ist das autobio?
Kenn ich - wenn ich gegen mich Sudoku spiele hab ich auch immer ne Menge Spass

Gruß
Ringelroth
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Mittwoch, 23. November 2011, 19:03

Schönen Tag, Ringelroth!

Leider kann ich Dir kein Foto senden von dieser armseligen Behausung, wo der Schachspieler wohnt. Er ließ mich nicht hinein.
Mir haben Leute erzählt, die einmal bei ihm waren, er lebt recht bescheiden. Die Lampe hängt an Drähen herunter, daneben steckt von irgend einem früheren Gehänge noch ein Dübel. Die zwei Drähte kommen natürlich aus einem Loch; wer weiß ob dort ein FX-Schlach oder ein Tip-Rohr verwendet wurde. Kann schon sein, daß es einfach Unterputz gelegt worden ist. Einmal wird der gute Mann abbrennen. Die Milchschüssel für die Katze, die neben der Türe steht, erwähnte ich gar nicht; der Boden gehört auch einmal ordentlich gerieben. Es sind noch alte Holzbretter ohne Belag oder Lack. Das beste Stück der Wohnung, dürfte tatsächlich das Schachbrett sein, das auf einem kleinen Tisch mit zwei alten Holzstühlen steht.
Logisch, daß die Beleuchtung mit 25 Watt miserabel ist, aber mehr kann er sich nicht leisten. Ich frage mich nur, wie er die Glühlampe hineinschrauben wird, wenn sie einmal zu wechseln ist. Ein Kohleherd ein Bett, hinter einem Vorhang auf Ringen an einer Stange die Waschschüssel. Ich wäre neugierig, wenn Du in solchen Verhältnissen leben müsstest, ob Dir dann nicht das Lachen verginge. Aber ehe Du am Morgen täglich Deinen Kaffee trinkst, der die Pilzcreme-Torte folgt, schmierst Du Dir fingerdick den Kaviar auf das Lachsbrot.
Keine Ahnung, wie du das alles vertragen kannst nach dem klaren Schnaps, den Du vorher mit dem Bier konsumiert hast. Dabei bist Du noch vom Vorabend übersatt, Dir rauchen förmlich noch die Dampfnudeln aus den Ohren. Ach, Dir geht es gut. Aber unserm schwer denkenden Schachspieler nicht so sehr. Er hat auch keinen PC und kann am Forumleben nicht teilhaben. Eigentlich schade, vielleicht wäre er auch als Dichter erfolgreich und nicht nur als Schachspieler, wo er gegen sich sogar ein Remis erreichte. Alle Achtung!

Gruß
Joame

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6

Mittwoch, 23. November 2011, 20:40

Guten Abend Joame,
bin froh, dass du meinen Spaß nicht krumm genommen hast. Manchmal ist mir einfach nach Kokolores :D
Deine Beschreibung der Behausung des Schachspielers hat mich an das Bild "Der arme Poet" von Spitzweg erinnert - das übrigens drei Meter von meiner Tastatur weg an der gegenüberliegenden Wand hängt.
Nun, ich mache dir folgenden Vorschlag: in gut 4 Wochen ist Weihnachten und - egal, wie deine Einstellung zu diesem Fest ist - eine Menge Menschen fühlt sich in dieser Zeit verdammt einsam. So wäre es doch gut, wenn du und/oder deine Bekannten, die die Wohnung ja schon gesehen haben, den einsamen Mann zu sich einladen würden, damit er in dieser, für viele schwierigen Zeit, nicht allein ist.
Dabei könnt ihr ihm eine Lampe mit einer stärkeren Glühbirne schenken, wenn ihr zusammenlegt, müsste das doch zu machen sein.
Meinen Tagesablauf hast du leider nicht so exakt wiedergegeben. Ich mag keine Pilzcreme-Torten, mag lieber Marzipan-Torten. Kaviar und Lachs kommt mir nur abends auf den Tisch. Ebenso Alkohol - nie vor Sonnenuntergang. Und dann nur schottischen Single-Malt. Mein HartzIV muss ausgegeben werden, sonst schimmelt die Knete ^^
Sag mir Bescheid, wie ihr dem Schachspieler helfen wollt.
Gruß
Santa Ringel
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7

Mittwoch, 23. November 2011, 20:55

Danke für den Vorschlag, Ringelroth!

Ich lade niemanden ein. Sehe ich aus, dass ich etwas zu verschenken hätte? Das Bild meines Avatares ist der einzige Wert, das habe ich in Original.
Bei mir verhundern sogar die Staubmilben und die Spinnen. Von mir ist absolut nichts zu holen. Ich würde gerne das Radio abmelden, das kostet auch etwas. Ich habe keines und höre es nie, doch das darf man bei uns nicht. Das ist schon arg in der Diktatur Österreich! Jetzt kommt das Gesetz, jeder, absolut jeder Haushalt muß Fernsehen bezahlen, auch wenn er es nicht kann und kein Gerät hat. Das ist auch typisch Österreich.
Bei der Monatsmiete lässt sich leider nicht sparen. Ich werde auch 25 Watt Glühlampen kaufen, falls es die EU noch gestattet.

Gruß
Joame

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8

Mittwoch, 23. November 2011, 22:49

Huu, das liest sich sehr verbittert.
Selbst wenn man nichts materielles zu geben hat, kann man immer noch Zeit verschenken und Aufmerksamkeit.
Denk mal drüber nach.
Übrigens: du fragst "sehe ich aus,...?"
Wie sollte ich diese Frage beantworten? Das Bild ist hübsch, aber ich hatte von dir eine völlig andere Vorstellung. ^^
Radio ist klar, du könntest ja mit deinem PC oder Labbeditopp Radio hören. Was das TV angeht, so versuch doch wegen Notlage eine Befreiung zu bekommen, bei uns geht das.
Tja, Strom sparen ist immer gut - ob das nun mit 25 Watt-Lampen einen Sinn macht ist zweifelhaft.

Gruß
Ringelroth
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9

Mittwoch, 23. November 2011, 22:59

Schau einmal Krone.at (das ist die Kronenzeitung in Österreich) die Kommentare - hinunterscrollen - hier:
http://www.krone.at/Oesterreich/Jetzt_wi…ag-Story-303284
Es geht um die Reichensteuer, 500.000 Euro. Die Politiker haben jeden Bezug zur Realität verloren.

Gruß
Joame

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10

Donnerstag, 24. November 2011, 12:15

Das ist alles Augenwischerei. Und Gerechtigkeit wird es nie geben. Nur gibt es in jedem Staat Elemente, die eine allzu weitreichende Gerechtigkeit mit allen Mitteln zu torpedieren wissen.
Ich merke in den letzten Jahren eine langsam wachsende - sehr langsam wachsende - Unzufriedenheit, der - wenn auch bis jetzt nur zaghaft und zögerlich - auf Straßen und Plätzen
Ausdruck verliehen wird. Des weiteren ist festzustellen, dass europäische Regierungen immer instabiler werden und von einem Desaster in das nächste taumeln, was in den kommenden Jahren dazu
führen wird, dass die Europäer sich auf den Straßen treffen und es zu heftigen Unruhen kommen wird.
Der radikale Kapitalismus kennt keine Grenze und kein Limit, deshalb wird es vielen Millionen in nächster Zeit finanziell immer schlechter gehen, was sich in Gewalt äußern wird.
Denn das, was uns in Europa noch zusammen hält - dieses allgegenwärtige Gefühl: es ist zwar nicht optimal, aber uns gehts ja noch relativ gut - ist aus ganz dünnen, brüchigen Garnen gewebt und der
leiseste Windstoß wird dieses zuckersüße Netz in Stücke reißen.
Wir brauchen in Westeuropa keinen Aggressor, der uns von außen in einen Waffengang verwickelt, wie das bis 1945 immer wieder der Fall war und auch oft genug von uns Deutschen ausging, wir haben die Aggressoren längst in den eigenen Reihen. Sie töten leise, mit dem Anspruch der Notwendigkeit und nicht mit Gewehren und Panzern, sondern
mit Arbeitslosigkeit, Niedriglöhnen, Subventionsschwindel, Geld- und Wertevernichtung.
Irgendwann brennen auch hier die Straßen, denn unsere Politiker sind hilflose, plappernde Marionetten, deren Fäden von denen in der Hand gehalten werden, die die Welt wirklich regieren.
Diese Pseudodemokratie der Regierungen, die sich aus Vertretern politischer Parteien zusammensetzt, ist gescheitert.
Ich kenne auch keine Lösung, aber ich weiß, dass der Weg, der nach Ende des 2. Weltkrieges hier in Europa gegangen wird, der falsche ist.
Gruß
Ringelroth
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11

Samstag, 3. Dezember 2011, 08:06



Bei fünfundzwanzig schwachen Watt,
sitzt er am Brett und spielt.
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verlor bewußt gezielt?


Das habe ich auch schon ausprobiert klappt aber nicht so gut..irgendwie dachte ich an den armen Poeten.


Wenn er den Bauern nicht gleich nimmt,
der auf G 7 steht,
wird er zur Dame ganz bestimmt
- und alles ist zu spät.


Der Bauer muss weg, das leuchtet ein..das mit dem Feld G 7 hast du gut hinbekommen.



Er summt 'Auf, auf,...' (was keiner hört),
schlägt dann als Vis a Vis
den Läufer, der gewaltig stört,
schaut als sein Gegner recht empört
und bietet sich Remis.


Remis, gerade noch mal gut gegegangen. Hier gefällt mir das empörte schauen und auch das gesummte Lied.

Hallo Joame.

Ich beneide Menschen die gegen sich selber spielen können..ich schaffs nicht. Dein Gedicht ist für mich eindrucks und humorvoll geschrieben. Abwohl Schach eher ein stilles Spiel ist, sind deine Zeilen sehr lebendig.

Sehr gerne gelesen.

Marion:))
Versuchungen sollte man nachkommen. Wer weiß ob sie wiederkommen!



Oscar Wilde





© Marion Baccarra

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Samstag, 3. Dezember 2011, 09:41

Guten Tag, Baccarra!

Es freut mich, wenn es Dir gefallen hat, dann hatte es doch eine kleine Berechtigung, geschrieben zu werden. Es zu schreiben, war für mich ein Wagnis. Irgendwie brachte ich doch einige Reime zustande, was mich verwunderte.

Danke mt freundlichem Gruß!
Joame

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