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1

Freitag, 18. November 2011, 08:13

Heimat



Heimat


Tiefer Nebel hüllt die Schwarzen Riesen,
milchig legt der Mond sein sanftes Licht
auf verdorrtes Blattwerk letzter Wiesen,
Winterszeit zeigt langsam ihr Gesicht.


Haus und Straßen ruhen matt versunken,
Weihnachtsmarkt: besternte bunte Pracht
reflektieren märchenhafte Funken
durch die dichtverhüllte kalte Nacht.

Tiefer Nebel hüllt die Schwarzen Riesen
erdbedeckt in weißes Feenband.
Niederrheinnovember, sei gepriesen,
wahre Liebe, du mein Heimatland.


Versuchungen sollte man nachkommen. Wer weiß ob sie wiederkommen!



Oscar Wilde





© Marion Baccarra

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Marion Baccarra« (20. November 2011, 10:58)


Chavali

Super Moderator

Beiträge: 389

Wohnort: in der Heimat

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2

Freitag, 18. November 2011, 09:22

Liebe Marion,

das ist wirklich ein zu Herzen gehender Text.
Liebe zur Heimat kann doch nicht schöner ausgedrückt werden, wenn mir auch der Bezug zum Weihnachtsmarkt
(der ja nix weiter als Kommerz ist) gegen den Strich geht.
Besonders hübscht ist der Ausdruck Niederrheinnovember.

Und, hm, was sind die Schwarzen Riesen? ?(

Darf ich dir ein paar kleine Tippfehler zeigen?

Zitat


Tiefer Nebel hüllt die Schwarzen Riesen >>>Komma
milchig legt der Mond sein sanftes Licht
auf verdorrtes Blattwerk letzter wiesen >>>Wiesen groß und Komma
Winterzeit zeigst langsam dein Gesicht. >>>Komma hinter Winterzeit


Zitat

Haus und Straßen ruhen matt versunken>>>Komma
Weihnachtsmarkt besternte bunte Pracht >>> besser hinter Weihnachtsmarkt ein Doppelpunkt
reflektieren märchenhafte funken >>>Funken groß
durch die dichtverhüllte kalte Nacht.




Zitat

Tiefer Nebel hüllt die Schwarzen Riesen
erdbedeckt in weißes Feenband.
Niederrheinnovember sei gepriesen, >>>Komma hinter Niedederrhreinnovember möglich
wahre Liebe, du mein Heimat Land. >>> Heimatland zusammen (besser)




Lieben Gruß,
Chavali
Nicht was wir erleben, sondern wie wir es empfinden, macht unser Schicksal aus.
(Marie von Ebner-Eschenbach)

3

Freitag, 18. November 2011, 09:31

ein wirklich wunderschönes gedicht, marion!

das gefällt mir außerordentlich gut. leis-melodiös besingt es den zauber der jahreszeit und des advents in der heimat.
die zwei tippfehler ("Wiesen" und "Funken") hat chavali dir ja schon aufgezeigt.

ich mag, wie du erzählst und schilderst. dabei naturbeschreibung mit eigener impression verwebst, ohne jedoch den interpretationsspielraum des lesers einzuengen.
einzig eine zeile klappt sinnmäßig so nicht wirklich:


Tiefer Nebel hüllt die Schwarzen Riesen
erdbedeckt in weißes Feenband.


ich weiß, du meinst, dass die schwarzen riesen (bäume oder hügel oder berge?) erdbedeckt sind. so aber, wie es da steht, ist es der tiefe nebel, der erdbedeckt die schwarzen riesen in sein feenband hüllt. eine umstellung wird da vermutlich schwierig. doch erdbedeckten nebel gibt es nun mal wirklich nicht.

Weiß hüllt erdbedeckte Schwarze Riesen
tiefer Nebel in sein Feenband



ginge eventuell. vorausgesetzt, dir gefällt diese umstellung klanglich.


sehr gerne gelesen jedenfalls. ein text, der wunderbar zur jahreszeit passt und gradewegs ans gemüt wandert ohne sentimental zu sein.


lieber gruß,

keinsilbig

4

Freitag, 18. November 2011, 13:46

Liebe Chavali, Liebe keinsilbig.

@ Chavali

Ich war mir mit der Setzung der Kommata ziemlich unschlüssig. Vielen Dank für deine Hilfe. :)
Der Weihnachtsmarkt ist Kommerz, daran geht kein Weg vorbei. Dennoch ist es da, und beflügelt nicht nur meine Sinne, sondern berührt in mir auch den wahren Gedanken an das Weihnachtsfest. Die bunten Lichter, die teilweise Nachts noch an sind stehen eigendlich im krassen Gegensatz zu dem, was Weihnachten einmal geschah. ÜBerfluss und Armut gehen hier nebeneinander.

"Schwarze Riesen" nennt man hier die Laubfreien Bäume die kaum noch eine braune sondern eher eine schwarze Rinde haben und hoch nach oben ragen.

"Schwarze Riesen "nennt man aber auch die Schornsteine die hier von großen Strahlerzeugenden Firmen in den Himmel ragen.

@ keinsilbig

Tiefer Nebel hüllt die Schwarzen Riesen
erdbedeckt in weißes Feenband.


ich weiß, du meinst, dass die schwarzen riesen (bäume oder hügel oder berge?) erdbedeckt sind. so aber, wie es da steht, ist es der tiefe nebel, der erdbedeckt die schwarzen riesen in sein feenband hüllt. eine umstellung wird da vermutlich schwierig. doch erdbedeckten nebel gibt es nun mal wirklich nicht.

Ich meine, das der tiefe Nebel, der fast erdbedeckt die Schwarzen Riesen in ein weißes Feenband hüllt.

Der Nebel ist fast bis zum Boden, der an dieser Stelle warm ist - und man kann nur schemenhaft die Bäume, bzw die Schornsteine(die riesig hoch sind) erkennen. Müßte demnach eigendlich so richtig sein..was meinst du?

Ich freue mich sehr, das euch mein Gedicht gefällt und bedanke mich für eure Hilfe und euren Kommentaren.

Liebe Grüße aus dem schon wieder nebeligen Niederrhein.

Marion:))
Versuchungen sollte man nachkommen. Wer weiß ob sie wiederkommen!



Oscar Wilde





© Marion Baccarra

5

Freitag, 18. November 2011, 17:15

achsooo....du meinst "erdbedeckend".

Joame Plebis

Fortgeschrittener

Beiträge: 475

Wohnort: Wo man mich duldet

Beruf: Strassensänger, der aus Scham nicht singt

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6

Freitag, 18. November 2011, 19:47

Guten Abend, Mario Baccara!

Auch mir gefällt diese schöne Stimmungsgedicht, das die Liebe zur Heimat hervorhebt.

Für mich ein gut vorstellbares Bild, dieser Anblick der mächtigen Schlote, deren Anblick in der Nebellandschaft
eine ungewohnte Faszination ausübt. Nur der Sanftheit des Nebels ist es zu verdanken, daß die sonst nicht sehr
beliebte Ansicht, an diesem Tag zu einer Besonderheit mit einer eigenartigen Ausstrahlung wird.

Es bleibt Dir überlassen, ob Du bei der Anrede bleibst:

Zitat

Winterzeit, zeigst langsam dein Gesicht.

oder davon abgehst zu 'Winterszeit zeigt langsam ihr Gesicht.
Ebenso tendiere ich zu
Erde deckt ein weißes Feenband.

Nachtrag am 16.5.: nach abermaligem Lesen, sehe ich, welchen Nonsens ich schrieb. Es soll natürlich heissen: erdbedeckend wie ein Feenband.
Man muss es sich vorstellen, das kann ich. Tatsächlich ein schönes Gedicht!

Mit freundlichem Gruß an Dich und Deine Liebe!
Joame

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Joame Plebis« (16. Mai 2012, 19:14)


7

Sonntag, 20. November 2011, 12:12

Liebe keinsilbig, Lieber Joame.

@ keinsilbig

Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich bei "erdbedeckt" logisch denke, oder mir meine Heimatverliebten Gedanken da einen Streich spielen.

@ Joame

Winterszeit zeigt langsam ihr Gesicht.....deine Idee übernehme ich gerne. Der Satz klingt weicher und harmonischer und

bildet einen angenehmen Abschluss der ersten Strophe.

Deinen anderen Vorschlag ..Erde deckt ein weißes Feenband möchte ich mir noch einmal überdenken.

Habt Herzlichen Dank für eurer Lob und eure Hilfe - über die ich mich sehr freue!

Liebe Sonntägliche Grüße aus dem heute sonnigen Westen sendet euch


Marion:))
Versuchungen sollte man nachkommen. Wer weiß ob sie wiederkommen!



Oscar Wilde





© Marion Baccarra

Joame Plebis

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Wohnort: Wo man mich duldet

Beruf: Strassensänger, der aus Scham nicht singt

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8

Mittwoch, 16. Mai 2012, 19:42

Es ist keine Schande sich zu korrigieren (mein Vorschlag war nicht gut). Offensichtlich habe ich mich nicht intensiv genug bemüht.
Jetzt kommen für mich diese Möglichkeiten in Betracht:
z.B.:
1) erdbedeckend wie ein Feenband
2) erdbedeckend weißes Feenband
3) sinkt darnieder wie ein Feenband
4) liegt auf Fluren weiß als Feenhand
5) deckt die Landschaft wie ein Feenband

und unzählige mäßige bis schlechte Möglichkeiten, doch die führen oft weit weg und veränderten Dein von Dir so gewolltes Werk.

Freundlichen Gruß
Joame

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