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Chavali

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  • »Chavali« ist der Autor dieses Themas

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1

Donnerstag, 17. November 2011, 18:40

Rabenschwarz

Rabenschwarz war letzte Nacht,
mondenfern und sternenleer,
wildes Wort als letzte Macht,
über mir Boreas' Heer.

Wütend pfeifen alle Stürme,
lassen untergehn mein Schiff.
Wellen bauen sich als Türme,
werfen es ans spitze Riff.

Schreie treffen meine Ohren,
Tränen salzig wie das Meer!
Oh, wär ich doch nie geboren,
habe keine Kräfte mehr.

Lasse mich zu Boden sinken,
schließe Aug' und Ohren zu,
weigere mich, Met zu trinken,
über mir ist endlich Ruh.

Schnee und Nebel hüllen ein,
was am Strand unrettbar war.
Übrig bleibt ein kalter Stein,
der erinnert: Trauerjahr.
Nicht was wir erleben, sondern wie wir es empfinden, macht unser Schicksal aus.
(Marie von Ebner-Eschenbach)

Joame Plebis

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2

Donnerstag, 17. November 2011, 21:26

Guten Tag, Chavali!

Es beginnt recht gut und verheißungsvoll. Beim ersten Durchlesen, war es der Met, da mußte ich etwas grinsen (lächeln können nur die besseren Leute).
Da es doch ein kürzeres Gedicht ist, fallen dann die 'Ohren' an zwei Stellen auf. Einmal davon könnte umgeschrieben werden.
Beim zweiten Durchlesen sah ich Boreas Heer, dann sogleich zusätzlich wütend pfeifen alle Stürme, was sinngemäß eine Verdopplung ist.
Etwas wäre umzustellen und ein wenig anders zu gestalten.
Näher dazu behilflich sein und etwas zu raten, ist schwierig, weil mir die Intention nicht bekannt ist. Ob das Gedicht letztendlich eine Metapher ist, und
dazu etwas Analß war, ob tatsächlich ein Naturgeschehen beschrieben werden soll mit fatalem Ausgang. Ich nehme Ersteres an, insbesondere nach der
ersten Strophe kann dieser Eindruck entstehen, wobei Du dann in der Folge bei dem Gleichnis Sturm und Unwetter bleibst.

Ich machte mir schon einige Gedanken, hätte in groben Zügen für mich Alternativen bereit. Dir will ich überhaupt nicht vorgreifen, Du kannst es selbst
sehr gut, wahrscheinlich willst Du es auch so stehen lassen.

Eine Ballung starker Ausdrücke, die eindrucksvoll sind. Es ist nur meine Ansicht, daß es einer Überarbeitung bedarf.

Lieben Gruß!
Joame

Chavali

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3

Donnerstag, 2. Februar 2012, 19:42

Hallo lieber Joame,

auch du warst schon lange nicht hier und ich muss sagen: ich vermisse dich :)

Für deine interessante und nachvollziehbare Sichtweise hab herzlichen Dank!
Ich freue mich sehr über deine ausführliche Beschäftigung mit dem Text.

Deine Anregungen werde ich bei Gelegenheit aufgreifen.

Herzlichen Dank!

Lieben Gruß,
Chavali
Nicht was wir erleben, sondern wie wir es empfinden, macht unser Schicksal aus.
(Marie von Ebner-Eschenbach)