Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: die Kunstfechter . Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

Joame Plebis

Fortgeschrittener

  • »Joame Plebis« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 475

Wohnort: Wo man mich duldet

Beruf: Strassensänger, der aus Scham nicht singt

  • Nachricht senden

1

Donnerstag, 30. Juni 2011, 00:58

Meine Werkstatt ist wieder geöffnet

Wenn sich der Druck aufgebaut hat, lasse ich die Produktionsmaschine wieder laufen.

2

Donnerstag, 30. Juni 2011, 12:58

oder ist eher die geistige werkstatt gemeint, die letztlich dazu führt, dass hier demnächst wieder bildhaftes in jeder form zu sehen ist?
würde mich sehr freuen, joame!!!


lieber gruß,

keinsilbig

Hans Beislschmidt

Administrator

Beiträge: 1 148

Wohnort: Saarbrücken

Beruf: selbstständig

  • Nachricht senden

3

Freitag, 1. Juli 2011, 02:32

bitte termine angeben - womöglich komme ich mit einem rotkörbchen mit kuchen und wein - lg vom hans

Joame Plebis

Fortgeschrittener

  • »Joame Plebis« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 475

Wohnort: Wo man mich duldet

Beruf: Strassensänger, der aus Scham nicht singt

  • Nachricht senden

4

Sonntag, 3. Juli 2011, 02:48

Die Gitarre auf dem Apfelbaum

Ja, das kann ich mir vorstellen, wie sie mit Eimern und leeren Papiertüten ankommen und Schlange stehen. Ob das Wasser der unerforschten Tugend sich so leicht abfüllen läßt und das Brot der Einsamkeit verpacken? Ich versuchte es noch nicht.

Die Idee, ein Saufgelage zu veranstalten hatten andere auch schon, deshalb erfand ich die Eintrittsmatte für Alkohollüsterne, die wien ein Schleuderbrett funktioniert; auch dann wenn sie kiloweise Gammelfleisch anschleppen.
Für Rotkäppchen würde ich ein Auge zudrücken, weil ich den Märchengestalten und Schauspielern recht gut gesinnt bin. So eine Blödelyrung wäre eine feine Sache, habe ich früher an manchen Abenden gemacht - seither gibt es auch das Abendrot.


Aber was fasele ich da, welches Haus? Warum soll ich unbedingt zu einer burgenländischen Sekte verführt werden? Warum geht es nicht gleich in die Ukraine? Nein, Haus kann ich nicht bieten, weder in Rumänien, noch in Pannonien. Warum sich diese Idee zum fixen Bild wurde, ist mir durch verschiendene gestreute Spuren im Netz erklärbar, nur soll man nicht alles glauben, was man so lesen kann - oder doch, denn es schafft manchmal Beruhigung, an etwas glauben zu können.

Natürlich hat mich Kleinsilbig durchschaut (so wie meistens) mit der Annahme, es handle sich um eine geistige Werkstatt. Obwohl mir ein gemütliches Beisammen sein sehr gefiele. Es ist eine schöne Träumerei, bei der den Phantasien, auch der blödeligen, kaum Grenzen gesetzt sind, das könnte so aussehen wie hier verpackt in Die Gitarre auf dem Apfelbaum:

Lauer Abend, Holztische und Bänke in einem Garten, wo es schwirrt und unheimlich flattert, Käutzchen rufen in der Nähe. Holztische und Bänke. Kleinsilbig summt eine exotische Melodie vor sich hin. Ralfelinchen, der sich mit einem fetten Gänsebraten gestärkt hat und den ersten Krug Rotwein ausgetrunken, steigt auf den Tisch und zitiert Gedichte.

Beim Schein einer Fackel, die die Gesichter der Anwesenden schöner erscheinen läßt, als sie wirklich sind, kauert neben einem Busch Hans und knabbert an einem Kuchenstück. Seine Ritterrüstung hat er zu diesem Zweck abgelegt. Ein Schatten huscht fisolenartig vorbei. Niemand weiß wer es ist. Nur Ralf weiß es und lacht "Das war die Rennfisole". Keiner versteht ihn, denn er spricht englisch mit ägyptischem Akzent.
Kleinsilbig läßt sich deshalb keine grauen Haare wachsen und legt die neueste lyrische Eigenproduktion vor. Wir treten alle näher und lesen neugierig mit, was sie mit verführerischer Stimme vorträgt. - Wir sind beeindruckt; am meisten aber vom Stempel und der Signatur unter ihrem Werk, wo der Wiener Bürgermeister eigenhändig bestätigt, daß es sich um kein Plagiat handelt.


Das Kraut wird in der Runde gereicht, wir alle sind inspiriert und schweben. Ein uns verzehrendes Liebesgefühl bemächtigt sich unser und mit glänzenden Blicken ist jeder in jeden verliebt. Es wird umarmt und gekichert. Auch der Kuchen im Korb ist ergriffen - von Hans, der schon das fünfte Stück futtert. Er spült mit Sekt aus der Flasche nach und wunder sich, warum ihm der Schaum bei den Nasenlöchern herausquillt. Ralfelinchen erbarmt sich seiner und hilft ihm beim Kotzen. Wir legen Zeugnis ab, daß es die heile Welt gibt. Wir strotzen vor Glück und bekennen einander unsere Jugendsünden mit tränenden Augen.

Rennfisole hat mit einer Gitarre einen Apfelbaum bestiegen. Schlagartig ist eine heftige Debatte ist entbrannt. Die Gemeinschaft ist mit einemmal entzweit. Während die eine Gruppe meint, das sei widernatürlich "Der arme Apfelbaum ist doch noch so jung!" ruft die andere im Chor "Ja sing etwas Schönes!"
Es wird dann gesungen. Begonnen wurde mit "Maikäfer flieg...", etwas später " In Hamburger auf der Reeperbahn". Als man sich geeinigt hatte "Wiener Blut" zu singen, fiel niemandem der Text ein. Außerdem riß eine Saite und vom Apfelbaum klang es jämmerlich "Eine Saite ist gerissen, ich kann nicht mehr weiter." "Ich habe noch viele Seiten" rief Keinsilbig hinauf, "Warte, ich gebe dir eine!" und riß ein Blatt von einem Notizblock. "Das ist aber eine andere" kam als Antwort "damit fange ich nichts an." "Komisch, das verstehe ich nicht.
" Haha meinte Ralfchen "Typisch Frau, die ..." Zu weiteren Ausführungen kam er nicht, denn mit einem Plumps fiel der Gitarrist vom Baum. "Ging viel leichter als hinauf" war sein trockener Kommentar."Aber meine Gitarre ist noch oben." "Na und?" sagte Hans "ich habe noch genügend Kuchen.

Hans Beislschmidt

Administrator

Beiträge: 1 148

Wohnort: Saarbrücken

Beruf: selbstständig

  • Nachricht senden

5

Sonntag, 3. Juli 2011, 12:30

so könnte es in der Tat laufen. Ein Absurdistangarten mit Besuchern aus verschiedenen Welten. Alle ein bißchen sperrig, alle ein bißchen sonderbar. Der frischgemähte Rasen und die geharkten Wege sind für die anderen. Gruß vom Hans

kaktusfeige

Fortgeschrittener

Beiträge: 392

Wohnort: jwd

Beruf: Löwenbändiger

  • Nachricht senden

6

Sonntag, 3. Juli 2011, 12:34

Und ich bringe dann den Schraubenzieher mit, den mir Hans geschickt hat...

Lg, die kaktusfeige

kaktusfeige

Fortgeschrittener

Beiträge: 392

Wohnort: jwd

Beruf: Löwenbändiger

  • Nachricht senden

7

Sonntag, 3. Juli 2011, 12:45

ich dränge mich vor , denn zufälligerweise hatt ich da schon eine idee - steht unter "humor"! ^^

lg, die kaktudfeige

Hans Beislschmidt

Administrator

Beiträge: 1 148

Wohnort: Saarbrücken

Beruf: selbstständig

  • Nachricht senden

8

Sonntag, 3. Juli 2011, 12:52

nachdem jeder sein Körbchen geöffnet hatte, begannen alle von den jeweils anderen Spezialitäten zu naschen. Der Saar/Mosel Elbling fand großen Anklang bei den auf Veltliner geeichten Lokalmatadoren. Ich langte bei dem Burgenländer kräftig zu und nachdem ich mit Ralfchen die ersten zwei Doppler gekippt hatte, spürte ich wie diese alte Wiener Beseeltheit in mir aufstieg. Der Gedanke an Aufstieg veranlasste mich doch tatsächlich, wie weiland in Ottakring, auf den Tisch zu steigen und Villons Ballade an den Herzog von Burgund leicht schwankend zu zitieren. Das krieg ich auch mit 2 Promillie noch hin, meine eigenen Werke fallen mir in solchen Momenten nie ein. Nach einem gespielt frenetischen Applaus, musste ich beim Herunterklettern gestützt werden.

9

Sonntag, 3. Juli 2011, 20:09

Ohh ihr seid herrlich hier! :)

10

Montag, 4. Juli 2011, 09:33

die "gitarre auf dem apfelbaum" ist dermaßen konkurrenzlos genial, lieber joame,


da werd ich nicht so dumm sein und versuchen, mich zu messen. da summ ich lieber weiter zum klang der papiersaiten und häng mir die bestätigung vom bürgermeister gerahmt aufs klo.


eine sehr feine story, die der künstlerischen dichtergemeinschaft hier definitiv gerecht wird. auch, wenn man nicht mit der ratio zu erfassen vermag, warum... :D



liebe grüße,

keinsilbig


ps: ich applaudiere übrigens immer echt frenetisch. oder gar nicht.

11

Montag, 4. Juli 2011, 10:01

das lese ich erst jetzt! ziemlich barocke party habt ihr da in die höhe georgelt!

aber: minderjährige apfelbäume besteige ich aus grundsätzlichen erwägungen nicht. ich lass mir da vorher immer den personalausweis zeigen.

12

Montag, 4. Juli 2011, 10:30

so. und ich strafe mich jetzt selbst lügen und trage meinen teil dazu bei - mich ebenfalls nicht an die reihenfolge haltend, die ralfchen nicht nur vorgeschlagen sondern auch gleich selbst missachtet hat :D :



nachem die kaktusfeige den vorstoß gewagt hatte und nicht mit tomaten vom bereits leicht derangierten buffet beworfen worden war, wagte sich nun auch keinsilbig vor.
sie hatte bis dahin gar nicht gemerkt, dass sie noch immer (schützend!) ihren arm um ralfelchens schultern gelegt gehalten hatte.
mit einem lauten und auffällig intensiven räuspern zog sie einen reichlich zerknitterten zettel aus der stulpe ihres stiefels, auf dem etliche zeilen wild durchgestrichen und mehrfach überschrieben waren.

nicht mal ohne 2 promille hätte sie jemals ein gedicht vor publikum auswendig vortragen können (oder wollen?). es reichte, dass sie wusste, dass sie sich auch beim vorlesen garantiert in der vorletzten zeile verlesen würde...

sie nippte noch einmal an rotkäppch...beislschmidts hervorragendem wein, um ihre stimme noch eine nuance samtweicher werden zu lassen und machte eine bedeutungsvolle pause, die ralfchen erwartungsgemäß mit einem ungeduldigen grunzen füllte. sie fühlte sich wie in einem von loriots sketchen. "krawehl, krawehl. trübtauber ginst im musenhain. taubtrüber hain im musenginst. krawehl, krawehl!" schoß ihr das einzige gedicht, das sie je auswendig gekonnt hatte, in den kopf.

(mann, war sie froh, dass man im kerzenlicht nicht erkannte, dass sie gerade reichlich rot wurde im gesicht. etwas, das ihr seit der schulzeit nicht mehr passiert war. aber das hier war doch völlig neues und unbekanntes terrain. sie stellte sich einfach vor, sie läse gerade einer ihrer schulklassen eine geschichte vor. das half ein wenig und war nicht soo weit von der realtität entfernt.) mit etwas gefestigterer stimme hob sie an:


"wer nie zuvor gewesen auf 'nem dichtertreffen,
der fragt: "kommt man und rückt dann einfach eng zusammen?
und füllt zu lyrik, bier und wein die künstler-wammen?
oder, um längst verstorb'ne dichter nachzuäffen?"

belehrt wird er dann meist eines viel bessern:
es sind bloß menschen - so, wie du und ich.
solche, die schreiben. somit bleibt dann unter'm strich:
ein jeder sucht, des lebens harschheit sich zu wässern -

der da mit wein und die dort mit geschrieb'nem wort.
mit beidem scheint's, als flöge man hinfort -
wenn auch ein weilchen nur, und scheinbar federleicht.
gewiss jedoch: der musen kuss hat ihn erreicht!

und dann gibt's die, die lieber tauchen dingen auf den grund,
die woll'n erkunden einen jeden erdenschlund
- ganz gleich, wie tief und weit dieser auch reicht:
ja, dann ist tiefgang tiefgang - ganz egal, wie seicht."


rasch setzte sie sich wieder und griff nervös zu ihrem weinglas und leerte es hastig in einem zug. sie hoffte dabei inständig, dass ihre foren-kollegen sie nun nicht im stich ließen und einer von ihnen mit einer ihrer sonderlichen marotten die aufmerksamkeit rasch auf sich lenken würde. im forum lief das ja immer ganz gut so.
das nächste mal würde sie den versuch auf jeden fall nur noch MIT 2 promille wagen. soviel hatte sie an diesem abend gelernt.

13

Montag, 4. Juli 2011, 10:50

hatte sie es doch geahnt.

also legte sie wieder (schützend!) den arm um arm-ralfelinchens schultern.


8)

14

Montag, 4. Juli 2011, 10:57

fast (!) tat es ihr schon leid, einen derart gnadenlosen text gewählt zu haben.
was war dieser mann aber auch feinfühlig und sensibel!

Joame Plebis

Fortgeschrittener

  • »Joame Plebis« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 475

Wohnort: Wo man mich duldet

Beruf: Strassensänger, der aus Scham nicht singt

  • Nachricht senden

15

Montag, 4. Juli 2011, 12:25

Ehe das letzte Wort verklungen,
drückt lastend eine Stille die Poeten;
der letzte Vortrag war gelallt und nicht gesungen.
Es waren Worte von berauschten Zungen,
sogar das Gras wirkt schweigend und betreten.

"Was nützt ein tiefes oder seichtes Denken,
ob wir bemüht sind oder unentwegt uns quälen,
wird keiner jemals hier Geschicke lenken,
und keine Supernova als Ereignis zählen."

"Wie wir auch sind, wie wir uns auch verhalten,
sollen wir keinerzeit die Tatsache vergessen,
im unbegreiflich großen Walten,
wird jeder von der Ewigkeit gefressen!"

Joame Plebis

Fortgeschrittener

  • »Joame Plebis« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 475

Wohnort: Wo man mich duldet

Beruf: Strassensänger, der aus Scham nicht singt

  • Nachricht senden

16

Dienstag, 5. Juli 2011, 18:08

Als Ralfchen ausgeschluchzt hatte, bemerkte er erstaunt, alleine zu sitzen. Keinsilbig hatte sich aus der ihr unangenehmen Umarmung gelöst und durch das Gras zur mächtigen alten Eiche gekrabbelt. Dort erblickte sie Rennfisole, die mit affenartigen Händen versuchte, die Eiche zu umklammern.
Nur einen Sekundenbruchteil lange war sie verdutzt, schrie dann ein lautstarkes 'Pfui!' und flüchtete in meine Nähe.

Als sie so Zuflucht suchend ihren Kopf an meine Brust barg, erweckte sie in mir einen Mutterinstinkt ungeahnten Ausmaßes. Ein warmes hochgeistiges Pulsieren durchströmte unsere Körper. Ihr Gesicht hob sie zu mir, das der Neumond milde beschien. Etwas wie Glück schien aus ihr zu leuchten. Eine Spur fester griff ich zu und gab ihr wärmende Geborgenheit. Zugleich fasste ich den Entschluss: komme, was wolle, ich werde ihrem zärtlichen Drängen niemals nachgeben, ich bleibe mir treu, auch wenn es mir das Letzte meines Willens abverlangt. Ja selbst wenn ich zu Granit würde.

Meine Gedankengänge wurden seltsamerweise unterbrochen. Hurtig hatte sie sich gebückt und hielt mir mit einem Lächeln ein Gänseblümchen entgegen. "Schau, was ich gefunden habe! Riech einmal!"
"Oh, Danke, Du bist lieb zu mir. So lieb war schon lange niemand." Auch ich hatte mich gebückt und etwas aufgehoben, das ich ihr wie in Andacht entgegenhielt und zärtlich flüsterte "Sie soll Dein sein." Mit diesen Worten hielt ich ihr eine gefundene rostige Fahrradpumpe hin.

17

Dienstag, 5. Juli 2011, 20:51

"oh, joame. wie schön! ein objet perdu und du hast es für mich gefunden!"


keinsilbig war sprachlos angesichts des präsents, das ihr da in solcher bescheidenheit und zier zugleich offeriert wurde.

die andächtige stimmung des moments griff auch auf die anderen über.
alle betrachteten ehrfurchtsvoll und verzückt im schein des wolkenverhangenen mondlichts das farbenspiel, das rost und metall boten.
beisl versuchte unter dem tisch, dem gras beim wachsen seine innersten geheimnisse abzuringen und die rennfisole begann aus den verbliebenen gitarresaiten ein glitzerndes netz ins geäst der alten eiche zu wirken - direkt über der stelle, an der jemand dilettantisch aber aufrichtig ein herz mit den isignien R + B geritzt hatte.

ralfchen stellte zu seinem erstaunen fest, dass er alle installationen und happenings, derer er soeben ansichtig wurde, ausnahmslos mit fünf callae bewertete. etwas, das ihn selbst fassungslos machte.

"es heißt "callas"", korrigierte die kaktusfeige sanft.

Joame Plebis

Fortgeschrittener

  • »Joame Plebis« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 475

Wohnort: Wo man mich duldet

Beruf: Strassensänger, der aus Scham nicht singt

  • Nachricht senden

18

Dienstag, 5. Juli 2011, 22:23

"Mir reicht die Andächtigkeit, laßt uns lieber überlegen, welches Ziel wir als nächstes anstreben sollten, wenn wir das wichtigste nicht erreichen können."
Hans tunkt ein Stück Brot in den Kessel, wo noch Überreste vom köstlichen Eintopf sind. "Was können wir nicht erreichen? So etwas gibt es nicht." Er wendet sich nicht um, sondern achtet darauf, dabei sein purpurrotes samtenes Hemd nicht zu bekleckern. "Das Schmatzen gehört wohl dazu?" bemerkt Keinsilbig leicht genervt fragend in seine Richtung und lässt die Augen rotieren. Spielerisch krault sie zugleich meinen Rücken. Ich stelle mich so, als merke ich es nicht und erkläre "Bestimmt können wir etliches erreichen, nur die Unsterblichkeit nicht; das ist es ja eben."
"Ein bißchen hoch gewählt, das Ziel, was?" Hans steht jetzt aufrecht und wirkt ruhig. Sein angedeutetes Stirnrunzeln kann den Grund in der Schwierigkeit der Frage haben oder in der Sorge um das Brathühnchen, das er hinter seinem Rücken verborgen hält.
"Ein aber für uns ganz wesentliches Ziel, dessen Wichtigkeit individuell betrachtet wird. Aber nachdem wir nicht die geringste Aussicht auf einen Ansatz haben, es zu beheben, lassen wir es vorläufig beiseite. Ich frage nur, was wäre die nächste Wichtigkeit?"

19

Mittwoch, 6. Juli 2011, 11:10

bin gar nicht ich, ralfchen.

da kriecht nur ein fetter grashüpfer joames rücken rauf und runter.
(muss er aber nicht wissen, oder? :D )

Hans Beislschmidt

Administrator

Beiträge: 1 148

Wohnort: Saarbrücken

Beruf: selbstständig

  • Nachricht senden

20

Mittwoch, 6. Juli 2011, 19:04

genau Wein ... meldete sich der vollrauschige Beislchmidt unterm Tisch versuchte sich erfolglos aufzurichten ....

Ähnliche Themen