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Hans Beislschmidt

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1

Freitag, 26. April 2013, 08:34

Die Ballade vom Bullen Hänschen

Hänschen Flick war nicht der Schnellste,
auch in der Schule nicht der Hellste
aber darauf konnt’ man sich verlassen,
jedem konnte er ’n Ding verpassen.

Bei Judo und Karate lachte Hänschen nur.
Seine Faust war stur - schickte jeden auf den Flur.
Genüsslich nahm er sich den Gegner vor,
verdrehte ihm den Arm - manchmal auch das Ohr.

Schwitzkasten! - sein Lieblingsspiel beim Raufen,
wenn des Gegners Kopf blau angelaufen,
unten lag und krampfte - wenn schon der Besiegte
in Todesangst keine Luft mehr kriegte.

Da kannte Hänschen kein Erbarmen,
fest umschlossen mit behaarten Armen,
bis der Gegner keinen Piep mehr von sich gab,
dann erst ließ das Hänschen von ihm ab.

Eines Tages war er weg - in der Klasse sieben.
Niemand fragte damals, wo Hänschen abgeblieben.
Lehrer-Schüler, in diesem seltenen Fall vereint -
keiner hat ihm ein Träne nachgeweint.

Wie man hörte, machte Hänschen eine Lehre
bei dem Schreinermeister Lattenschwere.
Er sägte, leimte, was dem Meister imponierte,
bis Hänschen seinem Alten eine schmierte.

Der Meister flog ins Sägemehl und fluchte,
während Hänschen sich ne neue Arbeit suchte.
Doch überall war es dasselbe Spiel:
Hänschen wurd es irgendwann zu viel.

Und wer in allernächster Nähe stand
und Hänschen vielleicht kaum gekannt,
der hatte Pech gehabt und ging zu Boden,
in der Mimik einen Knoten.

Dazu noch dieses Lächeln und die Häme.
Auch beim Bund gab’s nur Probleme
Der Uffz schrie noch mit Schmerzensschrei:
Geh doch zur Legion! - oder besser Polizei!


Das war das Signal – die Perspektive,
Exekutive mit Prügeln inklusive.
Hänschens Laufbahn war nun abzusehen
und er ließ sich gleich nen Schnurrbart stehen.

Auch wenn da ein paar Delikte schwebten,
(Hausfriedensbruch, Körperverletzung, Nötigung)
die an Hänschens Weste klebten,
Seinem Arbeitgeber war’s egal,
die Bullen brauchten Personal.

Hänschen wurde Chef der Boxsportstaffel,
jetzt kriegten auch die Lehrer vor die Waffel.
Obendrein mit Siegerehrung und Pokal,
es blieb den Herrn auch keine andere Wahl.

Hier an dieser Stelle - da war er gefordert,
als hätte man ihn extra her beordert.
Niemand fragte nach den Schulzensuren,
war’n beschäftigt mit den Kampfblessuren.

Verbrecher jagen, Gummiknüppel,
Handschellen, Arrestzelle, Waffenschrank!
Das war seine Welt - hier war er anerkannt.
Auch wenn Hänschen nicht der Hellste war,
irgendwann war Hänschen Kommissar.

Zuhause gab’s zum Nachtisch Fesselspiele
und aus Liebe - Hiebe mit dem Besenstiele.
Wohl klar, wer hier Herr und Sklavin war,
doch blieb die Rita gern die Devota.

Wohl auch, weil er den Keller ausgebaut,
da wurd es nach dem Tatort öfters laut -
dort im Verhörraum – schalldicht, untertage
gab’s was mit der Klatsche - keine Frage.

Hänschens bester Freund hieß Rex,
gefährlich scharf - mit Beißreflex
und ging, bei dem Befehle:
Rexchen fass! - dem Gegner an die Kehle.

Hänschens SOKO stand für schwere Fälle,
war beim Überfall sofort zur Stelle.
Bei Terroristen, Rockern, Islamisten -
da braucht man harte Kerle – Spezialisten.

Hänschen war nun vorzeigbar geworden,
bekam für Mut und Einsatz einen Orden
und höchstes Lob vom Präsidenten,
da schwiegen selbst die Kontrahenten.

Als Hänschen längst im Ruhestand
und kein Verbrecher mehr im Land,
musst’ er allein zu Hause wacheschieben,
nur Rex, der Hund war treugeblieben.

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2

Freitag, 26. April 2013, 11:46

Uh - Beislschmidts-Bullen-Bashing
Klischeebedienung oder eigene Erfahrung?

Angst und Bange kann es einem werden, wenn man fürchten muss, dass die Exekutive absichtlich wegschaut, wie bei den NSU-Morden, oder anscheinend zu blöde ist, einem Abou-Chaker-Clan in Berlin den Garaus zu machen.
Da kommt der Verdacht auf, dass vom Staatsanwalt bis zum Wachtmeister geschmiert und/oder eingeschüchtert wird.
Die Korruption zerfrisst Deutschland langsam aber sicher, wie der Rost meinen alten Gartenzaun.
Meinen Gartenzaun kann ich erneuern - aber dieses Land steht vor einem gigantischen Big Bang.

Lass den Schlagstock stecken Hans
Gruß vom
Ringelroth
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Ich bin ein Ver-Rückter. Aber ich mag mich. 8)

Hans Beislschmidt

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3

Freitag, 26. April 2013, 18:30

Ja Ringel, genauso ist es - wie du es beschrieben hast ... du erinnerst dich, wir haben mal über das derzeit geltende Recht und das Recht innerhalb einer moralischen Instanz gesprochen. Auch das habe ich damit gemeint.

Ich habe auch den Bushido Artikel gelesen. Aber auch hier wird deutlich, wie wichtig Loyalität innerhalb von Kriminalität ist. Ein Verbrecher will eben auch wissen, mit wem er es zu tun hat und wer sein Vertrauen bekommt. Natürlich sind das nicht unsere Gesetze, es geht um Verlässlichkeit.

Das Gedicht hat sehr viel an Selbsterlebtem. Ich würde niemals wieder eine Aussage ohne Rechtsbeistand machen.

Das Gedicht hat noch ein paar thematische Lücken - vielleicht fällt dir ein griffiger Reim ein.

Gruß vom Hans

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4

Sonntag, 28. April 2013, 16:27

Hallo Hans,
ich hab in meinem Leben nicht oft mit dem Arm des Gesetzes zu tun gehabt.
Zwei mal bei selbstverschuldeten Autounfällen. Beide Male war die Polizei freundlich und helfend.
Einmal, als einer meiner Jungs im Kaufhaus eingekauft hat und dabei das Bezahlen vergaß. Auch hier kann ich mich über das Handeln der Polizisten nicht beschweren.
Und einmal als mein Jüngster der Meinung war, mit einem Kumpel von zu Hause abhauen zu müssen - mit 10 Jahren. Die Bullizei hat sie eingfangen und wohlbehalten wieder nach Hause gebracht.
Aber auch hier gilt: die Erfahrung prägt.

Was dein Gedicht angeht, so nehme ich mal an, es handelt sich um die erste Rohfassung. In der Kürze der Zeit habe ich nur mal für die beiden fehlenden letzten Zeilen einen Vorschlag gemacht.
Falls dir dieses nicht zusagt, ab in den Papierkorb.

Vers 4:
Da kannte Hänschen kein Erbarmen
Fest umschlossen mit behaarten Armen
Bis der Gegner keinen Piep mehr von sich gab
Dann erst ließ das Hänschen von ihm ab

Vers 8:
Und wer in nächster Nähe stand
Und Hänschen vielleicht kaum gekannt
Der hatte Pech und ging zu Boden
In der Mimik einen Knoten


Bis neulich
Ringelroth
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Hans Beislschmidt

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Montag, 29. April 2013, 09:17

Hey Ringel,
selbstverständlich brauchen wie die Polizei, um die Einhaltung unserer Gesetze, den Straßenverkehr und und und zu gewährleisten. Auch ist nicht jeder Polizist so wie besagtes Hänschen Flick aber ich hatte mit diesen Flicks schon zu tun und meine Erfahrungen (keine guten) gemacht. Dabei habe ich auch festgestellt, dass eine nationaldeutsche Einstellung offensichtlich zur Schau gestellt wird.
Wie auch immer ... Danke für die Reimhilfe – nehm ich gerne an. Besonders „in der Mimik einen Knoten“ ist treffend. Der offensichtliche Reim „Tritt in die Hoden“ war mir zu blöd.
Gruß vom Hans

Hans Beislschmidt

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6

Samstag, 4. Mai 2013, 16:35




7

Dienstag, 4. Februar 2014, 11:14

Fussballer-Ballade


Ball, ade!
:( ;(

8

Donnerstag, 31. Juli 2014, 09:40

Lustige Ballade. Der Werdegang des Hanses ist aber nicht typisch für einen Polizisten. Mein Endruck ist eher der, dass viele Polizisten Muttersöhnchen sind. Sie glauben sie sind etwas Besonderes und finden an Uniformen gefallen. Das macht was her und beeindruckt Frauen. Außerdem: gäbe es keine Polizisten, könnten Verbrecher ungehindert die Welt verwüsten.

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