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Chavali

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1

Montag, 24. Oktober 2011, 10:55

Eine Mondnacht im November

Kalt ist der Wind und Wolken schieben
sich vor den düsteren Mond.
Ein Mensch flieht den Weg und fühlt sich
getrieben, weil pure Angst in ihm wohnt.

Es ist eine Nacht im fahlen November,
bedrückend neblig und still.
Er denkt an die Tage im Sonnenseptember,
die er nicht vergessen will.

Vergessen kann er nicht die liebliche Frau,
die damals ihn schamlos betrog.
Sie war so schön wie der Morgentau,
als sie ihm die Liebe entzog.

In jener Mondnacht nun fiel der Schuss,
zwei Leben, verloren, vorbei,
er hauchte ihr einen letzten Kuss
auf die Stirn und fühlte sich frei.

Erst als er draußen im Nebel stand,
begriff er, was er getan,
er spürte den lahmenden Widerstand
und Furcht vor dem kommenden Wahn.

So wird die Straße zum Pfad in den Tod,
die Münzen, sie liegen bereit,
zu zahlen als Wegzoll im Morgenrot,
dann wäre er endlich befreit.
Nicht was wir erleben, sondern wie wir es empfinden, macht unser Schicksal aus.
(Marie von Ebner-Eschenbach)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Chavali« (24. Oktober 2011, 17:55)


2

Montag, 24. Oktober 2011, 15:59

erst dachte ich "na. das kommt ein wenig gar altertümelnd daher" doch dann...


...hat sich das ganze in sich so stimmig weitergesponnen und verdichtet.
eine ballade les ich hier. so richtig "gehaltvoll" und tragend.
hach ja. ich mag sowas. da darf ruhig ein wenig dick aufgetragen und geklotzt werden im verbalen sinne.
das gehört zu einer waschechten ballade für mich mit dazu.

daher sehr gern gelesen!


lieber gruß,

keinsilbig

Joame Plebis

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3

Montag, 24. Oktober 2011, 17:16

Guten Tag, Chavali!

Das kann man nicht einfach überlesen. Mit Rhythmusgefühl Stimmung erzeugt. Das kann gefallen (zwar gefällt mir ein Schuß weniger gut, aber ist immer noch besser als er hätte die Axt genommen).

Bravo! Gut erzählt und geschrieben.

Gruß
Joame

Chavali

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4

Donnerstag, 27. Oktober 2011, 11:28

Hallo liebe keinsilbig,

vielen Dank für deine lobenden Worte

Zitat

eine ballade les ich hier. so richtig "gehaltvoll" und tragend.
hach ja. ich mag sowas.
Danke. Das freut mich!


Hallo Joame,

Zitat

Das kann man nicht einfach überlesen. Mit Rhythmusgefühl Stimmung erzeugt.

Na, wenn das nicht auch ein Lob ist *freu*
Danke auch an dich!


Liebe Grüße euch beiden,
Chavali
Nicht was wir erleben, sondern wie wir es empfinden, macht unser Schicksal aus.
(Marie von Ebner-Eschenbach)

5

Freitag, 18. November 2011, 14:09

Liebe Chavali.

"Was hat Chavali da für einen Reim gewählt?" dachte ich mir am Ende des Gedichtes. Das ist ja mal was feines. In der Art habe ich das noch nie gesehen. Hier entsteht ein schönerund ansprechender Rhytmus der mir sehr gefällt.

Die zweite Strophe mit dem Sonnenseptember spricht mich ganz besonders an - und die letzte Strophe ist ein gelungerner Abschluss. Für mich ist das ein sehr "bildreiches Gedicht" was noch lange nachklingt.

Liebe Grüße in deinen Tag wünscht dir

Marion:))
Versuchungen sollte man nachkommen. Wer weiß ob sie wiederkommen!



Oscar Wilde





© Marion Baccarra

Chavali

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6

Donnerstag, 2. Februar 2012, 19:38

Liebe Marion,

auch hier meine Bitte um Vergebung, dass ich erst jetzt antworte.
Ich war so lange nicht hier - aber das geht mir ja anscheinend nicht alleine so ;)

Hab herzlichen Dank für deinen lobenden Kommentar!
Lieben Gruß,
Chavali
Nicht was wir erleben, sondern wie wir es empfinden, macht unser Schicksal aus.
(Marie von Ebner-Eschenbach)

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