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Chavali

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1

Mittwoch, 21. Dezember 2011, 10:32

Gonger

Knarrende Türen, die Zimmer voll Staub,
so fand ich das Schloss, versteckt unter Laub.
Verwaist sind die Wege, ein Leuchtturm, der blinkt,
er warnt eure Seelen vor Tod, der euch winkt.

Die Spuren von Nässe sind salzig und bleich,
sie zeigen dein Sterben und Rückkehr zugleich.
Die Geister, sie kommen und nehmen euch mit,
erlittenes Unrecht - nun seid ihr quitt.

Das Wasser vergisst nie und gibt niemals her
den Seemann, der schuldlos versank dort im Meer.
Als ruhloser Gonger kehrt er zurück
und richtet auf Schuld und auf Sühne den Blick.

Er dringt in die Häuser der Schuldigen ein
und bringt den Vergessenden quälende Pein,
bis sie sich erinnern, wer er gewesen,
erst dann bricht der Bann, kommt das Erlösen.
Nicht was wir erleben, sondern wie wir es empfinden, macht unser Schicksal aus.
(Marie von Ebner-Eschenbach)

2

Freitag, 23. Dezember 2011, 12:06

huuahhh, hast wohl grad "the fog - nebel des grauens" gesehen, chavali?

:D

war das ein film! mein kopf war mehr unter der bettdecke als drüber beim gucken. :rolleyes:

den begriff "gonger" kannte ich bisher noch nicht. hab ihn gleich gegoogelt - auch, wenn ohnehin klar war, was damit gemeint ist.

sehr gerne gelesen, die schaurig-schöne ballade!


liebe weihnachtsgrüße und -wünsche,


keinsilbig

3

Freitag, 23. Dezember 2011, 12:23

Gruselgeschichte vom Feinsten :-)

Chavali

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4

Donnerstag, 2. Februar 2012, 19:36

Hallo liebe keinsilbig und hallo caro,

habt beide vielen Dank fürs reinschauen und kommentieren

freut mich, wenn euch der Text über die Wiedergänger gefällt :)

liebe Grüße,
Chavali
Nicht was wir erleben, sondern wie wir es empfinden, macht unser Schicksal aus.
(Marie von Ebner-Eschenbach)