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Chavali

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Dienstag, 22. Dezember 2009, 20:25

Swan Lake



Schwarzer See und weiße Flügel
rauben ihm gleich den Verstand,
als ein wilder Zauber flüstert:
Über allem Wunderland
liegt ein Fluch, den musst du brechen,
wahre Liebe ihr versprechen.

Und er schwört, was man verlangt,
seine Augen brennen heiß.
Arme schlingen sich um sie:
Frau des Traums, der Fantasie.
Schwebend tanzen sie davon,
Liebende in Glücksvision.

Doch der böse Zauber wirkt,
täuschend echt die zweite Braut,
der er lieblichen Gesichts
tief ins falsche Auge schaut.
Magisch wurde er betrogen,
schamlos wurde er belogen.

Da läuft er zum schwarzen See,
weiße Flügel warten schon,
schäumend brechen Wellen auf,
fallen ab mit dumpfem Ton.
Und die Flügel retten ihn,
tragen ihn zum Ufer hin.

Doch - zu spät ist alles Mühn,
Ende aller Sinfonien.

Nicht was wir erleben, sondern wie wir es empfinden, macht unser Schicksal aus.
(Marie von Ebner-Eschenbach)

Hans Beislschmidt

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2

Mittwoch, 23. Dezember 2009, 23:42

So mancher Siegried fiel drauf rein,
tänzerisch auf dem Parkett.
Auf der falschen Tochter Schein,
glaubt es wäre die Odette.

Doch Odette ist meist nicht Odilie,
wenn auch spiegelgleich und zart,
tanzt den Tanz der Wasser-Lilie,
hat sich ihren Reiz bewahrt.

Hingegen Rotbarts böse Ränke
mit Odilie im verschlag`nen Spiel,
verwirrt zu oft der Männer Denke,
verfehlt zum Schluss sein schnödes Ziel.

Gerettet beide durch den Flügelschlag?
Oder einig doch im Tod die beiden?
Ob ich deshalb wohl Tschaikowsky mag
oder Schwanenhälse so sehr leiden?



gern zurückgereimt - Gruß vom Hans

Chavali

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3

Montag, 4. Januar 2010, 10:56

Hallo Hans,

vielen Dank für dein 'Zurückgereimtes'

LG Chavali
Nicht was wir erleben, sondern wie wir es empfinden, macht unser Schicksal aus.
(Marie von Ebner-Eschenbach)