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Hans Beislschmidt

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Beiträge: 1 162

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1

Dienstag, 11. Mai 2010, 11:28

Ritterzorn auf Schloss Eppelborn

Hallo,

... zum Theaterstück, welches ich im Juni im Kunstfechterverlag drucken lasse ...
Premiere und Uraufführung ist im Januar 2011.
www.ritterzorntheater.de


Das Ensemble hat sich gefunden und gestern wurde die erste Audio erstellt. Viele Schauspieler können am besten Texte lernen, wenn sie es HÖREN. Ich gehöre übrigens auch dazu ... hehe. Natürlich ist es keine Studioqualität aber es ist schon recht aufschlussreich. Ich habe die Anfangssequenz mal ausgekoppelt und sehr stark komprimiert, so dass die ersten vier Minuten ins Forum passen.
Sprecher: Peter Tiefenbrunner, Barbara Scheck, Susanne Kruse.

Die Hörversion einfach unten im Anhang doppelt anklicken - ÖFFNEN - 30 sek. verzögert setzt sich der Media Player in Gang ....

Ottokar:
Die Zeiten sind tückisch, die Kassen fast leer,
wer soll da die Tochter uns freien?

Brunhilde:
Gewiss, mein Gemahl, ja, das Leben ist schwer,
besonders in adligen Reihen.“

Ottokar:
Der Raubritter Peter geht um, dieser Schuft,
man müsste ihn fangen und töten.
Bisher sind die Fahndungen alle verpufft,
wer hilft uns in all diesen Nöten?“

Brunhilde:
Die Steuern versiegen, wir haben kein Geld,
so sende denn aus deine Schergen,
den Peter zu stellen, er gilt schon als Held,
das lässt sich nicht länger verbergen.

Sein Geld wird uns retten, da bin ich gewiss,
beraubt hat er stets nur die Reichen,
auch weißt du, dass ich mein Geschmeide vermiss,
so stelle nun endlich die Weichen.

Ottokar:
Wohlan denn, es sei, fest steht mein Entschluss,
den elenden Schurken zu jagen.
Nicht länger ertrag ich den großen Verdruss,
bald liegt er vor uns auf dem Schragen.

Brunhilde:
Bedenke jedoch, oh du, mein Gemahl,
wer sich uns’re Edeltraut angelt,
der braucht schlechte Augen und Mut allemal,
weil es ihr an allem fast mangelt.

Ottokar:
Ich weiß ja, sie schlägt nun mal gänzlich nach dir,
da kann man nichts weiter mehr machen.
Geh, hol mir geschwind noch vom „Homburger“ Bier,
und schweig von solch’ nervigen Sachen.“

Brunhilde geht ab.

Walter tritt auf mit Ukulele oder Trommel (Zuspieler Minnelied).


Walter verbeugt sich.

Walter:
Seid mir gegrüßt, Graf Ottokar.“

Ottokar:
Wer seid Ihr, was wollt Ihr von mir?“

Walter:
Ich bin fürwahr hier im Lande ein Star.
Man kennt mich von hier bis nach Trier.

Das Erbe vom Vater, das schlug ich wohl aus.
Was nützen mich all diese Schlösser?
Zog lieber als Sänger in die Welt hinaus.
Geh auch zu Fuß, ich brauch keine Rösser.

Ottokar:
Wohlan, wack’rer Bursche, was ist dein Begehr?
man sagt, du sei’st recht musikalisch?

Walter:
Gewiss, Euer Durchschlaucht, zum Teil sogar sehr,
auch wirke ich oft theatralisch.“

Ottokar:
Wohlan, junger Bursche, seid Ihr noch frei,
ich meine, habt Ihr schon gefreit?

Walter:
Oh nein, werter Graf, doch ich hörte es sei
mit eurer Tochter so weit.

Ottokar:
Das stimmt wohl, Ihr habt da schon richtig gehört,
sie ist ein Juwel, will ich meinen.
Zwar hat sie bisher noch keinen betört,
nun ja, bis auf jenen, den Einen.

Walter:
Ach, lieber Graf, wenn’s einer nur ist,
will ich mich hier nicht groß beschweren.
Man findet dergleichen auf jedem Mist,
das braucht ja nicht jeder zu hören.

Ottokar:
Brav gesprochen, mein notgeiler Held,
solch Edelmut findet man heutzutag selten.
Der eine, der Peter, er wollte nur Geld,
solch Schabernack lass ich nicht gelten.

Mein Kind, die hochwohlgeborene Edeltraut,
etwas naiv - doch aufrecht im Herzen,
sie schenkte dem Schurken die Jungfernhaut.

Walter:
Ich hoffe, doch nur unter Schmerzen?

Ottokar:
Wenn es so wär’, könnt ich’s verwinden,
doch in der Nacht, als die Untat geschah,
ich sah durchs Tor mein Kind noch verschwinden
und ward sie erst morgens wieder gewahr.

Kaum noch bekleidet, außer dem Schal,
es war in der Nacht vor St.Pius Weihe.
Man hörte bis tief hinab in das Tal
Fräulein Edeltrauts brünstige Schreie!

Walter:
Es scheint mir die Gute gar triebhaft zu sein.
Noch liegt ja nicht alles in Scherben,
denn ließe sie mich in ihr Kämmerlein ein,
so sorgte ich rasch für ’nen Erben.

Ottokar:
So sei’s denn, geht hin und macht ihr den Hof,
beglückt sie durch allerlei Taten,
zwar ist sie recht brünstig, doch leider auch doof,
ein IQ knapp über dem von Tomaten.

Walter:
Nie ward ich der holden Prinzessin gewahr,
so lasst mich nun bald zu ihr eilen,
zu buhlen um sie, mit dem güldenen Haar
und jenen zwei Möpsen, den geilen.

Verzeiht – ich frag jetzt mal gerade heraus:
Wie sieht’s mit Edeltrauts Mitgift denn aus?


Der Graf windet sich sichtlich.

Ottokar:
Ach junger Held!
Was plagen euch trübe Gedanken?
Wer denkt schon an Geld,
wenn zarte Bande sich ranken?

Walter:
Es ist nicht so, dass es mich interessiert,
ich will es einfach nur wissen.
Man hört ja so viel, was heute passiert,
lass’ ungern ans Bein mir noch pissen.

Ottokar:
Keine Sorge, der Onkel hat sie reichlich bedacht
meine Edel: Nicht weit von hier,
ein schönes Stück Land hat er ihr vermacht,
samt Schloss voller Pracht und voll’ Zier!

Mit Weinbergen und Gärten voller Geranien.
Vielleicht kennt ihr’s - das Land Nymphomanien?
»Hans Beislschmidt« hat folgende Datei angehängt:

2

Mittwoch, 12. Mai 2010, 08:03

wow. da merkt man halt, dass profis am werk sind.
ein echter hörgenuss. danke.
macht definitiv neugierig, mal das ganze zu hören und sehen!

und graf ottokar hat vielleicht eine stimme..... hachz.


lieber gruß,

keinsilbig

norbert

Fortgeschrittener

Beiträge: 157

Wohnort: preußisch sibirien

Beruf: übergewichtiger hungerkünstler

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3

Mittwoch, 12. Mai 2010, 21:40

---gefällt mir ausgezeichnet, lieber hans, dank der sprecher klingt es absolut professionell!
liebe grüße
kompliment an die künstler
norbert

4

Montag, 28. Juni 2010, 15:29

jut jemacht, Hans...

gefällt mir auch. Wann ist die Premiere? Vorsorglich bestelle ich hiermit 4 Karten für die Premiere vor. :)

viele Grüße
LyTau

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