Sie sind nicht angemeldet.

Hans Beislschmidt

Administrator

  • »Hans Beislschmidt« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 1 162

Wohnort: Saarbrücken

Beruf: selbstständig

  • Nachricht senden

1

Mittwoch, 17. März 2010, 15:38

Komm, du geile Metzger-Maid

Komm, du geile Metzger-Maid

Sie packt die Schweinehälften,
hört nicht der Bolzen lauten Knall,
stört nicht das Todes-Quieken
mit Eimern heißer Wasser Schwall.

Verlebt die dunstig Todestage,
wetzt Messer schnell am Abziehstahl,
schlitzt mit der Ausbein-Klinge,
fängt auf den roten Lebensstrahl.

Es teilt das scharfe Hackebeil,
weiße Schürze blutverspritzt,
im Blick zerteiltes Fleisch,
Schultern Schweiß-verschwitzt.

Nachts packt er die Schultern
und zieht sein Schweißgespann.
Befreit dein blondes Haar,
dein zarter, schmaler Mann.

Vergessen Schwarten, Knorpel.
Mit Schutzhandschuh aus Stahl
erfüllst du seine Wünsche,
verschaffst ihm schönste Qual.

Komm, du geile Metzger-Maid.
Lass die gelben Stiefel an.
Er will dich nachts erlösen
von Sehnen, Lunge, Eisgebein
und haucht in wilden Stößen
mit seinem Bolzen Leben ein.
»Hans Beislschmidt« hat folgende Datei angehängt:

Beiträge: 37

Wohnort: wo ich Zuhause bin

Beruf: Mensch

  • Nachricht senden

2

Donnerstag, 18. März 2010, 13:42

Hallo Hans,

obwohl ich die Metzgermaid schon länger kenne (auch vertont) möchte ich sie diesmal kommentieren, weil es gerade so schön leise ist.

Was mich sehr beeindruckt ist die Ansammlung von Gegensätzlichkeiten. Brutalität im Detail und plakative Sanftheit Den Film vor Augen führt er mich zunächst in die brutale Welt voller Gerüche und Klänge. Sehr schön finde ich die Details (die übrigens korrekt daherkommen). Von der Arbeit zum Schweiß, vom Schweiß zur Lust, von der Lust zur Arbeit (Bolzen).
Ein sehr schönes rundes Gebilde, das so gänzlich ohne Vulgarität auskommt. Gut gemeißelt gerade weil das Thema wohl nur der Beisl-Gedankenwelt entspringen kann. ^^

Sehr gerne gelesen und gehört
Pott