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Chavali

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1

Montag, 3. September 2018, 17:08

Des Sommers letzte Stunde

Des Sommers letzte Stunde schlägt
und manches Leben wird vergehn.
Ein Hauch von Herbst sich leise regt
und ich vermeine, fort zu gehn.

Selbst Freunde wandten sich mir ab,
sie wollten dieses Leid nicht sehn,
denn das, was ich vermocht und gab,
das konnten sie nicht mehr verstehn.

Des Sommers letzte Stunde schlug
die Kerbe tief ins müde Herz,
und was auch diese Zeiten trug,
für mich bleibt nur ein weher Schmerz.
Nicht was wir erleben, sondern wie wir es empfinden, macht unser Schicksal aus.
(Marie von Ebner-Eschenbach)

Doro

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2

Dienstag, 4. September 2018, 11:21

Hallo Chavali,

bei diesem Gedicht hoffe ich sehr, dass lyrisches Ich und Autorin nicht identisch sind! Es ist derart expressiv melancholisch, dass es fast schon eine Depression beschreibt. Nirgendwo schimmert noch etwas Positives auf.
So etwas gibt es, und es wird oft zum Ende eines Sommers quasi "aufgeweckt". Viele Gedichte von Georg Trakl haben auch so etwas abgrundtief Verlorenes.

Liebe Grüße, Doro.

Chavali

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3

Mittwoch, 5. September 2018, 10:21

Hi Doro,

deine Analyse überrascht mich, so krass wollte ich den Text gar nicht verstanden haben.
Aber du hast natürlich insofern recht, dass man das so lesen kann...

Danke, dir, das ist wirklich sehr aufschlussreich.

LG Chavali
Nicht was wir erleben, sondern wie wir es empfinden, macht unser Schicksal aus.
(Marie von Ebner-Eschenbach)

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