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Doro

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1

Sonntag, 26. August 2018, 17:20

Hinkende Tierchen

Wenn klingende, springende Silben sich fügen
zur Wirklichkeit, die überm Alltagsgrau schwebt,
dann wissen nur Kritiker doch noch zu rügen,
weil irgendein Versbeinchen taktlos sich hebt.

Gewiss hilft die Strenge dem hinkenden Tierchen,
sein Ziel zu erreichen gemessenen Schritts.
Doch mir helfen fortan nur ein bis zwei Bierchen.
Dem Gleichschritt der Tierchen fehlt einfach der Witz.

Anmerkung: Dieses Gedicht ist ein scherzhafter Versuch sich lustig zu machen über eine Lyrikkritik, die nichts anderes kann als Versfüßchen zu zählen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Doro« (30. August 2018, 09:59)


2

Sonntag, 26. August 2018, 20:37

Bei Gedichten, die Erklärungen brauchen, werde ich immer vorsichtig. Ich frage mich dann immer, warum das Gedicht nicht gleich so formulieren, dass es selbsterklärend wird?

Mir fällt auf, dass Du nur allgemein über Kritiker sprichst, aber Du meinst eigentlich die, die Versfüße zählen. Umgangssprachlich spricht man über Erbsenzähler und Erbsenzählerei.

Frage: Warum kann man keine dritte Strophe einfügen, die umschreibt, was für Kritiker gemeint sind? Eigentlich willst Du die Erbsenzähler treffen, dann könnte man die auch beschreiben, so dass eine Erklärung überflüssig wird, weil jeder Leser weiß, wer gemeint ist.

Ich sage mal: Dein Gedicht ist ein erster (guter) Entwurf.

Doro

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3

Donnerstag, 30. August 2018, 10:01

Ja, du hast Recht, Gedichte sollten keiner Erklärung bedürfen. Da ist wohl die vorauseilende Erklärungswut mit mir durchgegangen. Ich streiche die Anmerkung durch. Für sich allein genommen sollten die 8 Zeilen stimmig sein.

Freundliche Grüße, Doro.

4

Samstag, 1. September 2018, 20:24

Hm. Ich bin unschlüssig. Das ist ein Text, bei dem ich das Gefühl habe, es wurde alles gesagt, aber trotzdem ist er nicht rund.

Doro

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5

Sonntag, 2. September 2018, 11:06

Danke für die Rückmeldung! Wenn Du das Gefühl ein wenig konkretisieren könntest, dann könnte ich Deine Kritik bedenken und daraus lernen. Aber es ist auch legitim, dass Du einfach nur Dein Gefühl mitteilst. Dann wäre es an mir darüber nachzudenken, wodurch es vielleicht ausgelöst worden sein könnte.

6

Montag, 3. September 2018, 12:29

Ich finde, in dem Gedicht werden nur Behauptungen aufgestellt. Ursprünglich soll mit dem Text Kritik an Kritiker geübt werden, die nur auf die Form achten, aber darüber hinaus den Inhalt übersehen/ ignorieren. Und genau das fehlt. Es fehlt der Text (ein exemplarischer Text) der zeigt, was die Kritiker übersehen/ ignorieren.

Das Gedicht, so wie es ist, ist aus der Sicht eines Autors geschrieben, der sich über Kritiker lustig macht, also aus der Ferne seinen Kommentar abgibt. Wäre der Text eine Kurzgeschichte, würde ich einen Dichter und einen Kritiker auftreten lassen. Der Dichter überreicht dem Kritiker ein Gedicht und darüber macht sich der Kritiker her, aber so, dass dem Leser auffällt, dass der Kritiker den Inhalt ignoriert. Und die Pointe wäre, dass der Kritiker alles kritisiert, aber nicht dass worauf es ankommt.

Kannst Du damit was anfangen?

Doro

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7

Montag, 3. September 2018, 14:42

Herzlichen Dank für Deine Rückmeldung. Ich glaube, ich sehe, was Du vermisst. Das Problem scheint mir zu sein, dass
1. Anekdoten ein wenig anders funktionieren als Gedichte
2. Ich wollte im Gedicht selber gleichzeitig den Text liefern, der die Kritiker "entlarvt". Scheint mir nicht gelungen zu sein. :)

Wenn Du das Gedicht metrisch untersuchst, wirst Du sehen bzw. beim lauten Sprechen hören können, dass es einen einheitlich geformten Rhythmus hat über beide Strophen hinweg. Die Versbeinchenzähler könnten also keinen groben Fehler finden, und nach den Kriterien der Metrik allein, wäre es ein gutes Gedicht. Inhaltlich aber ist es recht dürftig. Außer dem Wortspiel mit dem taktlos gehobenen Beinchen des Verstierchens, bzw. dem noch armseligeren Witz mit den zwei Bierchen, bietet es nichts an Inhalt.

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