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Doro

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1

Montag, 13. August 2018, 12:56

Pflegestufe 3

Wenn die Kulissen wegbrechen
und der stets gleiche Blick
vom Bett durchs Fenster
nur auf Mauern trifft,

wenn 'Haben' ein Witzwort
und 'Können' ein Märchentraum ist,
wenn der Schrei nach Nähe
sich im Notruf tarnt,

dann ist es fast zu spät
sich einzuüben
in ein Leben mit leeren
und kraftlosen Händen.

2

Freitag, 17. August 2018, 20:55

Schlimmer Zustand. Aber ich weiß nicht recht, ob das Gedicht als Kritik gemeint ist. Ich denke mir, wenn man alt ist, wird man krank und irgendwann stirbt man auch. Das ist der Kreis des Lebens. Wenn die Absicht ist, dass ich Mitleid haben soll, müsste das Gedicht anders geschrieben werden. So ist es der - unvermeidliche - Verfall eines Lebens, der uns alle irgendwann trifft.

Doro

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3

Samstag, 18. August 2018, 12:46

Nein, um Mitleid geht es mir nicht, auch nicht lediglich um die Beschreibung des Unvermeidlichen am Lebensende. Es geht eher um die Hervorhebung des Vermeidlichen, z.B. darum, das niemand einsam sterben sollte.

Zitat

wenn der Schrei nach Nähe
sich im Notruf tarnt
. Immer wieder versuche ich auch kritische Aspekte hineinzubringen, denn durch meine ehrenamtliche Arbeit in der Hospizbewegung kenne ich die dramatischen Notstände in der Situation Sterbender, auf die unsere Gesellschaft hauptsächlich durch eine Kultur des Wegsehens reagiert. Der Tod ist eines der letzten großen Tabus dieser Gesellschaft. Mir geht es um die Würde der Schwerstkranken und Sterbenden.

4

Samstag, 18. August 2018, 14:43

Verstehe. Wenn ich noch einmal über das Gedicht nachdenke, wirkt es schlüssiger. Anfangs wusste ich nicht, auf was genau ich mich konzentrieren soll.

Doro

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5

Sonntag, 19. August 2018, 10:58

Ja, ich denke dieses Problem lässt sich prinzipiell nicht lösen. Autor und Leser haben unterschiedliche Blickwinkel auf den Text, da sie schließlich auch ganz unterschiedliche Individuen sind.