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Doro

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1

Sonntag, 8. Juli 2018, 11:34

Vielleicht

Sichere Wege gehen.
An den Zäunen entlang.
Keine Abstürze -
kaum Ausblicke -
viele Warnschilder.

In engen Kreisen bleiben,
aber sicher, todsicher!

Ach, einmal wagen
den lächelnden Schritt
ins Vielleicht.

2

Mittwoch, 25. Juli 2018, 18:58

Passt gut zu den Blinden. Auch wenn ich mich wiederhole: zum Leben gehört nicht allein die Intelligenz, sondern auch der Wille. Und da hapert es bei vielen. Neulich habe ich mich mit dem Begriff "Potenz" beschäftigt. Was ich nicht gewusst hatte, war, dass die Griechen damit einen Menschen gemeint haben, der produktiv gelebt hat. Der Frau und Kinder hatte, der ein Haus bauen und einen Acker bestellen konnte. Der auch seine Steuern bezahlt hat und allgemein das war, was man ein "gutes Mitglied" einer Gesellschaft nennt. Heute wird Potenz eher im Sinne der sexuellen Leistung gebraucht. An diesem Beispiel wurde mir klar, wie verengt unser geistiger Horizont ist. Dass ich auf dieses Beispiel gestoßen bin, war Zufall, und zeigte mir gleichzeitig auch, was ein Autor tun sollte: Die Möglichkeiten der Sprache erweitern und damit den geistigen Horizont erweitern. Oder, im Sinne des Gedichts, seinen engen Kreis verlassen.

Doro

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3

Mittwoch, 25. Juli 2018, 20:19

Herzlichen Dank für Deinen Kommentar. Eine derart weite Bandbreite für die Bedeutung des Potenzbegriffes war mir nicht bekannt.
Du betonst den "Willen" als notwendige Ergänzung zum Intellekt. Das ist sicher richtig, obschon dieser Begriff bei Schopenhauer und Nietzsche manche beängstigende Einfärbung erfahren hat.
Mich interessiert bei diesem Begriff ganz stark, woraus der Wille gespeist wird und was ihn im positiven Sinne beeinflussen kann.
Gute Nacht wünscht Doro

4

Donnerstag, 26. Juli 2018, 16:35

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Kraft, die der Wille aufbringt, mit klaren Zielen vereint sein muss. Hat man keine Ahnung, warum man etwa leben soll, warum sollte man es dann noch? Darüber hinaus ist auch die Frage der eigenen Ideale wichtig. Also die Werte, für die man selbst einsteht und die man zu verteidigen bereit ist. Das bringt uns zu Fragen der Moral und der Ethik. Ich selbst mag eher die Ethik als die Moral, weil ich es wichtiger finde, entscheiden zu können, ob etwas richtig oder falsch ist, als darüber zu grübeln, ob etwas gut oder böse ist. Versteht man, was richtig und falsch ist, kann man sich entscheiden. Diese Entscheidung setzt auch voraus, dass man sich damit auseinandergesetzt hat und differenzieren kann. Diese Fähigkeit muss jedoch trainiert werden (jedenfalls ist das meine Erfahrung); tut man das nicht, gerät man rasch in den Bereich des Nihilismus. Dann wird einem alles egal: oben ist unten, unten ist gut und gut ist schlecht. Diesen Teufelskreislauf zu durchbrechen, ist schwer und alleine fast nicht zu durchbrechen. Besitzt man also eine starke Ethik, kann man die Kraft des Willens aufbringen. Das ist etwa mit einem Sportler zu vergleichen, der trainieren muss, will er einen Wettbewerb bestreiten. Man kann nicht aus dem Stand heraus sportliche Höchstleistungen vollbringen. Ethische Entscheidungen sind, für mich, auch nichts anderes. Und dazu braucht es klare Ziele.

Doro

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5

Freitag, 27. Juli 2018, 12:44

Werte, Ideale sind in der Tat wichtig für jede menschliche Gemeinschaft. Ich kann auch verstehen, dass Du den Willen mit einer Zielrichtung verknüpfst.
Andererseits unterscheidest du zwischen Ethik und Morak. Das ist aber dasselbe (eine Übereinkunft darüber, welche Handlungen in einer Gesellschaft für richtig erachtet werden. Cicero hat den Begriff der "Moral" aus dem Begriff " êthikê" übersetzt (Quelle: Wikipedia).

Du lehnst die Begriffe "gut" und "böse" scheinbar ab und möchtest sie durch "richtig" oder "falsch" ersetzen. Ich denke, dass kann man nicht ohne weiteres einfach tun, weil damit - auch sprachlich - etwas verloren geht. Ein Rechenergebnis kann falsch oder richtig sein; eine Entscheidung kann falsch sein, indem sie nicht zum erwünschten Ergbnis führt.
Meiner Meinung nach gibt es den Begriff des Bösen zu Recht. Jemand abzuschlachten, jemanden sadistisch zu foltern, ist nicht einfach nur falsch. Ich ärgere mich z.B. immer wieder über die Sprache von Politikern und führenden Managern. Sie reden, nachdem man ihnen Rechtsverletzungen nachgewiesen hat, lahm von einem Fehler, den sie begangen hätten. Dabei haben sie Schuld auf sich geladen.