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Doro

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1

Freitag, 20. Juli 2018, 12:34

Augenblicke

Lass mich in deinen Augenblicken
und mit der Wärme deiner Haut,
zum Tagtraum deiner feuchten Lippen,
gelöst nach selbstvergess'nem Rausch
ein wenig noch der Stille lauschen
und hingegeben sein dem Nichts

2

Samstag, 21. Juli 2018, 02:56

Mir ist schon vor Jahren aufgefallen, dass Stille anders klingt, je nachdem, wo man ist. Ich habe Stille im Wald anders erlebt, als an einem Sonntagnachmittag auf meinem Sofa.

Eines muss ich aber doch erwähnen: das "Nichts" am Ende stört mich. Das Gedicht beschreibt und alles bleibt klar, und dann kommt, wie ein Schlag aus dem Nichts, das Nichts. Besser fände ich ein Beispiel für "Nichts". Darüber könnte ich nachdenken. So aber sagt mir das Nichts nichts.

Doro

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3

Samstag, 21. Juli 2018, 11:26

Herzlichen Dank für den ausführlichen Kommentar. Es stört Dich das "Nichts", Du empfindest es wie einen Schlag.
Gerne denke ich noch einmal darüber nach, ob ich ein anderes einsilbiges Wort finde, dass dem Ausdruck verleihen kann, was ich sagen möchte.

Mir geht es nicht um das "Nichts" des Todes, der Sinnlosigkeit. Nach dem Erlebnis der erotischen Ekstase befindet sich das lyrische Ich in einem Zustand der träumerischen, geborgenen Stille. Es ist Sehnsucht da, darin zu verbleiben, nicht sofort wieder etwas zu wünschen, zu planen, zu unternehmen, zu begehren. In diesem Sinne ist es hingegeben an "Nichts".

Freundliche Grüße, Doro.

4

Montag, 23. Juli 2018, 18:43

Ja, das habe ich verstanden. Mir gefällt das Gedicht und ich lese es gerne, nur stolpere ich immer wieder über das Nichts. Rilke hat mal den Ausdruck "hohle Hand" für Nichts gebraucht. Ich muss immer an so was in der Art denken. Hilft das weiter?

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Wolfgang« (23. Juli 2018, 19:30)


Doro

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5

Montag, 23. Juli 2018, 19:29

Ich arbeite noch an dem "Nichts". Ist nicht so einfach etwas Passendes zu finden. "hingegeben sein an dich" ist zwar metrisch und klanglich stimmig, aber eine völlig andere Aussage.
Vielleicht finde ich noch was.
Noch einen schönen Abend, Doro.

Chavali

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6

Donnerstag, 26. Juli 2018, 11:21

Also ich finde das *Nichts* passt hervorragend.
Warum soll man immer nach etwas suchen, was doch ganz leicht zu finden war?
Man ist der Stimmung *nichts* - einfach eben nichts.
Doro, ich würds lassen, es gefällt mir gut.
*Hohle Hand* ist in diesem Fall völlig unpassend - das klingt nach Armut oder Tod.

Gruß
Chavali
Nicht was wir erleben, sondern wie wir es empfinden, macht unser Schicksal aus.
(Marie von Ebner-Eschenbach)

Doro

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7

Donnerstag, 26. Juli 2018, 11:59

Herzlichen Dank, Chavali, für Deine Rückmeldung. Das "Nichts" werde ich stehen lassen. Mag es eine Provokation bleiben und den Leser verleiten darüber nachzusinnen, was damit gemeint ist. Vor allem aber bleibt es stehen, weil mir trotz tagelangen Suchens nichts Adäquates eingefallen ist.

Dir noch einen schönen Tag, Doro.

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