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Chavali

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1

Freitag, 6. Juli 2018, 21:10

Der Tod

Der Tod fragt nicht nach Lebensjahren,
fragt nicht, ob er willkommen ist,
fragt nicht, ob Menschen froh noch waren,
er misst allein die letzte Frist.

Der Tod sucht sich ein Opfer aus,
fragt nicht, ob Türen offen sind,
das Heim wird so zum Trauerhaus.
Und um die Dächer weht der Wind.
Nicht was wir erleben, sondern wie wir es empfinden, macht unser Schicksal aus.
(Marie von Ebner-Eschenbach)

Doro

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2

Sonntag, 8. Juli 2018, 11:32

Hallo Chavali,

Du beschreibst die Unausweichlichkeit des Todes, aber durch Deine rhythmisch ruhigen Zeilen schwebt, jedenfalls für mich, auch eine gewisse Gelassenheit. Es bleibt ein Geheimnis, woher das lyrische Ich diese Gelassenheit nimmt.

Gern gelesen. Doro.

Chavali

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3

Gestern, 11:05

Hallo Doro,

danke für deine Rückantwort.
Interessant, dass du den Text als *gelassen* empfindest, dass er für dich so klingt.
Ich schrieb ihn eher unter dem Eindruck von Verzweiflung und Unumkehrbarkeit.

LG Chavali
Nicht was wir erleben, sondern wie wir es empfinden, macht unser Schicksal aus.
(Marie von Ebner-Eschenbach)

Doro

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4

Gestern, 18:12

Hallo Chavali,

das ist das Problematische, aber auch das Faszinierende an der Lyrik. Ein Text kann nie eingeengt werden, auf das, was man in ihm gestalten wollte. Der Leser ist immer ein Mitschöpfender, denn er konfrontiert den Text mit seinen eigenen Lebenserfahrungen, Bildern, Assoziationen, und aus dem Zusammenklang von beidem entsteht erst das Gedicht in dieser konkreten Gestalt. Es wird nie wieder so entstehen mit einem anderen Leser.

5

Gestern, 18:26

Der Tot als Täter? Irgendwann ist es mit jedem aus. Auch wir, die wir hier schreiben, sind spätestens in 100 Jahren Geschichte. Ich denke mir immer, dass der Tod sowieso irgendwann kommt und das es vielleicht besser ist, wenn man es vorher nicht weiß. Wüsste ich, wann genau ich sterben muss (Tag, Ort, Uhrzeit), ich würde verrückt.