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Donnerstag, 28. Juni 2018, 19:10

Als bräuchten Intellektuelle Herz und Verstand!

Während sie am Gehirn operiert wurde, spielte eine Russin Bach auf der Querflöte. Bach – und das noch während einer Gehirn-OP? Mir schwirren die Sinne! Ich falle schon in Ohnmacht, wenn ich mir beim Kartoffelschälen in den Finger schneide und da soll ich noch Bach und Mozart spielen? Nun ist die besagte Dame eine Musikerin und keine Intellektuelle. Intellektuelle brauchen keine Feinmotorik, Musiker schon. Ein Grund, warum die Chirurgen dem Privatkonzert im OP-Saal zugestimmt hatten. So konnten sie eher erkennen, wo und wie sie schneiden mussten, um den Tumor zu entfernen. Da bin ich froh, dass ich als Intellektueller keine Feinmotorik benötige – mir genügt eiserne Phantasie! Und mit der stelle ich mir eine Gehirnoperation sehr gemütlich vor. Ja, warum denn nicht? Offenbar kann man während einer Operation Flöte spielen; warum nicht auch Klavier oder Schlagzeug? Oder - man geht einer völlig anderen Beschäftigung nach: Gewichtheben in der Kneipe! Wäre ich in der Situation der Russin gewesen, hätte ich den Ärzten mein Gehirn überlassen und wäre ab durch die Mitte. Und während sie am Hirn rumschnippeln würden, würde ich an der Theke sitzen und mein Bier genießen. Ein Intellektueller zeichnet sich dadurch aus, dass er ohne Gehirn denken kann. Auch Herz muss nicht sein. Als bräuchten Intellektuelle Herz und Verstand! Ach, wäre das eine lustige Operation – trotz all der Schnitte und dem ganzen Blut!

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