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1

Montag, 21. November 2016, 21:34

An Gott glaube ich nicht, jedoch an Wunder!

Mich stört an Gott, dass man ihm nirgends trifft, aber viele über ihn reden, als sei er ihr guter Freund oder enger Bekannter. Ich könnte mich nie so verhalten, weil für mich die konkrete Erfahrung zählt. Ich höre zwar Leute über Gott reden und verstehe, welche Vorstellungen sie über ihn haben, aber ihn selbst habe ich nie gesehen und bin ihm auch nie begegnet. Gott ist abstrakt, reine Erfindung, wie die Gerechtigkeit. Was ist Gerechtigkeit? Es ist eine Idee. Man kann sie nicht anfassen und man kann sie nicht rufen, auch wenn sie von manchen gefordert wird. Man kann aber um sie bitten oder auch um oder für sie kämpfen. Eine Garantie ist das aber nicht. Am Ende kann der Einsatz vergeblich gewesen sein. Es mag sein, dass wir Gott für unseren Seelenfrieden brauchen. Die Vorstellung, dass das Leben weitergehen könnte, sei es im Himmel oder in der Hölle, kann uns Kraft und Ansporn verleihen. Uns wäre untröstlich zumute, gäbe es Gott nicht, oder zumindest die Vorstellung eines höheren Wesens namens "Gott", der gerecht und gut ist und jedem gibt, was er verdient hat. Das verstehe ich leicht, gleichwohl kann ich nur die Vorstellungen über Gott akzeptieren, nicht aber Gott höchstselbst, da ich ihn weder greifen noch mit ihm von Angesicht zu Angesicht sprechen kann. Gleichwohl - und das ist höchst wahnwitzig! - glaube ich an Wunder. Für mich ist Gott ein Wunder - es gibt ihn nicht und doch vermag er Menschen zu bewegen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Wolfgang« (21. November 2016, 22:02)


Joame Plebis

Fortgeschrittener

Beiträge: 475

Wohnort: Wo man mich duldet

Beruf: Strassensänger, der aus Scham nicht singt

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2

Freitag, 25. November 2016, 02:18

Erleuchteter!

Wenn spät auch die Stunde, meinetwegen, nenne sie auch früh, so könnte ich Dir wie Salven aus einem Kanonenrohr Antworten geben, auf viele Dinge, die Dich zu bewegen scheinen. Ah, nein! Keinesfalls, weit gefehlt, ich bin nicht Gott oder irgend so ein phantasiegebasteltes Gebilde, nur ein Schreiber, der sich allen Widerwärtigkeiten zum Trotze etwas einfache Sichtweise bewahrt hat.
Du bist, wie ich Deinen Ausführungen entnehme, auf einen Zug aufgesprungen, der nicht fährt! Wozu also sich ereifern. Bleib ganz ruhig und denke - gar nichts anderes tun, nur nachdenken. Dann lösen sich viele Deiner Fragen von selbst.
Schönen Tag!
Joame

3

Samstag, 26. November 2016, 21:45

Hallo!

Du hast Recht, mich bewegen viele Dinge - seit Jahren. Ich brauche aber oft bis ich alle Gedanken zusammen habe, und ich brauche ebenso lange, um sie schlüssig vortragen zu können. Ist es ein Vergehen, sich zu ereifern? Immerhin trage ich einen Text vor, der mich bewegt und - wie ich hoffe - auch andere Leser. Der Witz ist übrigens, dass ich auf Fragen stoße, gerade weil ich nachdenke. Du bist vielleicht klüger als ich - kann sein - und selbst wenn, es bricht mir keinen Zacken aus der Krone, da ich nur über meine Ansichten schreibe, die man teilen kann oder nicht. Aber schreiben muss ich, egal wie und über was. Das ist ein Drang, dem ich nicht widerstehen kann und will. Aber schön mal wieder von Dir zu lesen. Vielleicht stellst Du mal wieder einige Texte ein? Überleg es Dir!

Bis dann!

Wolfgang

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