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Montag, 9. März 2015, 21:55

Menschenrechte spielen in Saudi-Arabien eine hohe Rolle, vor allem für Gekreuzigte

Was ich am islamischen Staat Saudi-Arabien so liebe? Seine klare Haltung zu Menschenrechtsfragen. Bei Mord wird man geköpft, bei Vergewaltigung wird man geköpft, bei Raub wird man geköpft, aber auch bei Drogenhandel und Abkehr von der Religion. Verantwortlich dafür ist das islamische Recht, die Scharia, der man einiges Vorwerfen kann, aber nicht Uneindeutigkeit.

Es ist nicht übertrieben, wenn man sagt: Saudi-Arabien – sehen und sterben.

Laut Hinrichtungsstatistik hat Saudi-Arabien, seit 2010 die Todesstrafe verstärkt durchgesetzt. Waren es 2010 noch 27 Hinrichtungen stieg die Zahl in den Jahren 2012 und 2013 auf je 79 an und erreichte im Jahr 2014 einen vorläufigen Höhepunkt von 87 Morden. Pardon: Hinrichtungen. Und weil köpfen auf Dauer langweilig ist, der König will seinen Spaß dabei, wird auch gekreuzigt oder so lange mit der Peitsche auf das Opfer draufgeschlagen, bis es bloß noch ein blutiges Stück Fleisch ist. Nur damit hier keine Missverständnisse aufkommen – das alles ist korankonform! Wenn man schon jemanden das Leben aus dem Leib drischt, dann bitte nach den Regeln der Scharia und des Koran. Es muss ja alles seine Ordnung haben. Daran erkennt man: Ordentliches Morden ist keine Erfindung der Nazis -oder noch allgemeiner: der Deutschen.

Apropos ordentliche Deutsche. Sigmar Gabriel (SPD), der Wirtschaftsminister, war jüngst in Saudi-Arabien, zwecks wirtschaftlicher Gespräche mit diesem Land, das nur ordentlich sein kann, wenn genügend Blut fließt. Bei dieser Gelegenheit sprach er auch den Fall des Bloggers Raif Badawi an, der im Gefängnis sitzt, weil er die Sittenpolizei kritisiert hatte. Nun ist es nicht so, dass man in Saudi-Arabien keine Kritik üben darf. Man darf. Auch darf man die Sittenpolizei kritisieren. Man sollte nur keinen übersteigerten Wert darauf legen, danach seinen Kopf behalten zu wollen. Aber sonst kann man gerne alles und jeden kritisieren. Das ist jetzt vielleicht etwas zu hart ausgedrückt. Immerhin lebt Raif Badawi noch. Dass er weder geköpft noch gekreuzigt wurde, kann man durchaus als ein Zeichen des Einverständnisses – seitens des Staates – mit Raif Badawi sehen. Immerhin bekam er keine 1000 Jahre Haftstrafe, sondern 10 und er wurde nicht zu 10000 Stockschlägen verurteilt, nein, er bekam 1000. Der Raif soll sich mal nicht so anstellen! Ist doch alles easy, ist doch alles cool! Habe ich schon erwähnt, dass niemand 1000 Stockschläge überlebt? Nein? Ist auch egal, was zählt, ist der gute Wille des Staates. Es wäre so einfach, Raif zu köpfen, aber der Staat macht sich extra die Mühe, ihn totzuprügeln. Das kann man nicht von jedem Staat behaupten! Meines Wissen übt nur noch der Islamische Staat (IS) eine solche humane Praxis der Todesstrafe aus. Keine Widerrede bitte! Diese Art zu töten ist korankonform. Und jeder weiß, dass Islam Liebe und Frieden beutet. Man kann es auch positiv sehen: Saudi-Arabien tötet nicht, sie schicken lediglich Sünder zu Allah, damit er ihnen allen vergeben kann. Und das ist etwas völlig anderes! Was Gabriel erreicht hat? Er hat mal Saudi-Arabien gesehen und kann das später in seinen Memoiren erzählen.

Auf der anderen Seite muss man aber gerecht mit Saudi-Arabien sein. Menschenrechte sind ihnen zwar egal, aber auf der anderen Seite haben sie auch Verständnis. Für ihre Bürger? Hahaha-der war gut! Nein, sie haben Verständnis für göttliche Gebote. In Saudi-Arabien gibt`s für lasche Demokratie kein Verständnis. Es herrscht einzig der Koran und die Scharia und den König interessiert es einen Scheiß, ob sein Volk dafür Begeisterung aufbringen kann oder nicht. In der Hinsicht waren die Nazis fortschrittlicher. Sie versuchten die Massen wenigstens zu begeistern. Man kann nicht alles haben. So ist das nun einmal im Leben. Aber dafür ist Saudi-Arabien konsequent, was die Todesstrafe angeht. So haben sie seit Januar 2014 bis Anfang März 2015 schon 38 Opfer, Pardon, böse Menschen zu Allah geschickt. Und da behaupte noch einer, die Saudis seien kein reisefreudiges Land. Wie ich bereits sagte: Saudi-Arabien – sehen und sterben. Es trifft zu. So oder so.

Ich liebe Saudi-Arabien. Und je ferner ich ihm bin, desto mehr wächst meine Liebe. Ordentlichkeit liebe ich übrigens auch. (Als Deutscher muss man das zwangläufig.) Ich habe allerdings meine eigene Ordentlichkeit. Und wenn sich andere darin nicht zurechtfinden, ist das nicht mein Problem. Es ist ja MEINE Art der Ordentlichkeit!

Noch eine Bemerkung am Rande. Die Scharia garantiert Menschenrechte. Ja, das tut sie wirklich. Allein schon deshalb, weil die, die von ihr betroffen waren, nicht mehr widersprechen können. Oder hat jemand von euch einen Geköpften gesehen, der widersprochen hätte? Also ich nicht!

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Wolfgang« (10. März 2015, 15:02)


Heisenberg

Fortgeschrittener

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Beruf: Freie Künstlerin.

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2

Montag, 9. März 2015, 22:14

... Oder hat jemand von euch einen Geköpften gesehen, der widersprochen hätte? Also ich nicht!


Wieviele Geköpfte haben Sie denn entsprechend gesehen?




Hans Beislschmidt

Administrator

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Beruf: selbstständig

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3

Dienstag, 10. März 2015, 19:20

China 3000 / 2014
USA 35 / 2014 (Arnold Schwarzenegger hat in seiner Amtszeit 3 Gnadengesuche abgelehnt)

Länder mit Folter und Todesstrafe betrete ich nicht.

4

Mittwoch, 11. März 2015, 13:42

Verständlich. Zumal ich nicht begreife, wie man Leute so grausam töten kann? Ich glaube, mit Strafe hat das wenig zu tun, eher mit Rache und Lust am Töten.

5

Freitag, 17. April 2015, 21:21

China 3000 / 2014
USA 35 / 2014 (Arnold Schwarzenegger hat in seiner Amtszeit 3 Gnadengesuche abgelehnt)
[...]

Ja, der arme Herr Schwarzenegger: Er dachte, er sei im Film.